Für Gesundheitskioske sollen nicht die Beitragszahler aufkommen

Für Gesundheitskioske sollen nicht die Beitragszahler aufkommen
Gesundheitskioske sollen nicht aus Mitteln der Gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt werden // Symbolbild. (Bild: Lothar Drechsel/ iStock / Getty Images Plus)

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Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) und der Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) fordern die Bundesregierung auf, die geplanten Gesundheitskioske nicht aus Mitteln der Gesetzlichen Krankenversicherung zu finanzieren.

In einer gemeinsamen Stellungnahme sagte der Vorstandsvorsitzende der KVBW, Dr. Karsten Braun, dazu: „Nach allem, was bisher bekannt ist, soll in den Gesundheitskiosken primär keine Gesundheitsversorgung stattfinden. Es soll vielmehr um Sozialberatung für einen Kreis an Bürgern angeboten werden, die sich ansonsten schwertun, den Zugang zu unserem Sozialsystem zu finden. Ob dafür Gesundheitskioske die richtige Lösung sind, lassen wir einmal offen. Aber es ist definitiv keine Aufgabe der Gesetzlichen Krankenversicherung und darf daher auch nicht aus den Beiträgen von Arbeitnehmern und Unternehmen finanziert werden, nur weil das vielleicht der bequemste Weg wäre, um die nötigen Mittel zu generieren und dann dafür die öffentlichen Haushalte nicht angetastet werden müssten.“

Für die Präsidentin des Landesapothekerverbandes, Tatjana Zambo, zeigt sich hier ein Grunddilemma, welches sich durch das Gesundheitswesen durchzieht: „Es wäre viel sinnvoller, das vorhandene System von Arztpraxen und Apotheken kraftvoll zu stärken, als eine neue Struktur über eine bestehende zu stülpen. Die angedachten Gesundheitskioske wären ganz wesentlich von der GKV zu tragen. Dafür ist das gesetzliche Gesundheitswesen aber gar nicht zuständig. Es wäre erneut eine versicherungsfremde Leistung, die auf die Beitragszahler abgewälzt würde. Entsprechende Mittel fehlen aber schon heute, um die etablierten Strukturen angemessen zu finanzieren. Das passt nicht zusammen. Die Gesundheitskioske dürfen nicht weiter vorangetrieben werden.“ 

(Pressemitteilung: Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg)