Eine Nummer, die Leben retten kann: 112

Am 14. Februar ist Valentinstag – der Tag der Liebenden. Dieses Datum kennt fast jeder. Was viel weniger bekannt ist, ist der 11. Februar, der Tag des europäischen Notrufs.
Am 14. Februar ist Valentinstag – der Tag der Liebenden. Dieses Datum kennt fast jeder. Was viel weniger bekannt ist, ist der 11. Februar, der Tag des europäischen Notrufs. (Bild: picture alliance/dpa | Matthias Balk)

Am 11. Februar ist der Tag des europäischen Notrufs 112. Die drei Zahlen sind die wichtigste Nummer für einen Notfall, die jeder kennen sollte. Wird die 112 gewählt, setzt sich eine Rettungskette in Gang. Leider gibt es immer noch Menschen, die im Notfall nicht wissen, welche Nummer zu wählen ist.

Am 14. Februar ist Valentinstag – der Tag der Liebenden. Dieses Datum kennt fast jeder. Was viel weniger bekannt ist, ist der 11. Februar, der Tag des europäischen Notrufs. Hier geht es nicht um Blumen oder Pralinen, sondern um Menschenleben, die gerettet werden können, wenn die richtige Nummer gewählt wird. Seit 1991 gilt europaweit die Notrufnummer 112.

Kostenfrei überall erreichbar

Der europaweite Tag der 112 Notrufnummer soll den Bekanntheitsgrad erhöhen und verinnerlichen. Die Rufnummer 112 ist nicht nur in Deutschland die Telefonnummer für den Notfall. In allen europäischen Ländern wurde sie als einheitliche Notrufnummer für die notfallmedizinische Versorgung eingeführt. Sie ist rund um die Uhr erreichbar und aus dem Mobilfunknetz wie aus dem Festnetz kostenfrei. Ganz wichtig: Nutzt man ein fremdes Handy, kann der Notruf 112 auch ohne Entsperr-Code getätigt werden.

Der europaweite Notruf 112 kann über das Mobiltelefon auch in vielen Staaten außerhalb Europas verwendet werden. Das DRK empfiehlt trotzdem, sich vor Reisebeginn mit den landesüblichen Notrufnummern des jeweiligen Landes vertraut zu machen.

Ob Alt oder Jung – viele Menschen in Deutschland kennen die Notrufnummer 112 und wissen, dass in Notsituationen wie Bränden, Unfällen oder lebensbedrohlichen Situationen schnelle Hilfe durch Feuerwehr und Rettungsdienst über die 112 kommt. Es ist eine Nummer, die lebensrettend sein kann.

112 nur im Notfall

„Wählen Sie den Notruf 112 nur im Fall einer Notlage. Wenn Sie krank sind und die Arztpraxen geschlossen haben oder wenn Sie nicht lebensbedrohlich erkrankt, aber nicht bis zur nächsten Sprechzeit warten können, dann wählen Sie die Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes: Die 116117. Für polizeiliche Notfälle und Anliegen gilt die nationale Notrufnummer 110“, so Innenminister Thomas Strobl anlässlich des Europäischen Tags des Notrufs 112 im letzten Jahr.

Telefonreanimation möglich

Bei der Notrufzentrale/Rettungsleitstelle werden durch geschultes, oft mehrsprachiges Personal alle wichtigen Informationen abgefragt, um die für die jeweilige (Not-)Situation erforderlichen und geeigneten Rettungsmittel einsetzen zu können, die mit entsprechend qualifiziertem Rettungspersonal besetzt sind. Manche Rettungsleitstellen sind personell so aufgestellt, dass sie die Ersthelfenden während der Notfallsituation telefonisch begleiten und die notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen telefonisch erklären und den Helfenden anleiten (Telefonreanimation).

Im Notfall richtig reagieren: Die fünf „W“

Wer die 112 anruft, sollte trotz der Aufregung schnell und präzise wichtige Fragen beantworten können, damit die Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle schnell geeignete Einsatzkräfte alarmieren können. Wichtig dabei sind die fünf „W“.

1. Wo ist das Ereignis?

Geben Sie den Ort des Ereignisses so genau wie möglich an (zum Beispiel Gemeindename oder Stadtteil, Straßenname, Hausnummer, Stockwerk, Besonderheiten wie Hinterhöfe, Straßentyp, Fahrtrichtung, Kilometerangaben an Straßen, Bahnlinien oder Flüssen)

2. Wer ruft an?

Nennen Sie Ihren Namen, Ihren Standort und Ihre Telefonnummer für Rückfragen

3. Was ist geschehen?

Beschreiben Sie knapp das Ereignis und das, was Sie konkret sehen (was ist geschehen? was ist zu sehen?), beispielsweise Verkehrsunfall, Absturz, Brand, Explosion, Einsturz, eingeklemmte Person

4. Wie viele Betroffene?

Schätzen Sie die Zahl der betroffenen Personen, ihre Lage und die Verletzungen! Geben Sie bei Kindern auch das – gegebenenfalls geschätzte – Alter an!

5. Warten auf Rückfragen!

Legen Sie nicht gleich auf, die Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle benötigen von Ihnen vielleicht noch weitere Informationen!

Weitere wichtige Notrufnummern in Deutschland, die man kennen sollte:

  • Notruf, Feuerwehr: 112
  • Polizei: 110
  • ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117 
  • Giftnotruf der Charité Universitätsmedizin Berlin: 030 192 40

Missbrauch ist strafbar

Manche Menschen missbrauchen die 112 durch Scherzanrufe und blockieren somit die Leitung für Notfälle. Was viele nicht wissen: Das grundlose Anrufen steht unter Strafe, damit die Notrufleitungen für wirklich wichtige Anrufe frei bleiben und nicht „aus Spaß“ blockiert werden. Wer aus Versehen die 112 anruft, weil er sich vertippt hat, muss natürlich mit keinen Konsequenzen rechnen.

Viele Notrufe sind auch keine echten Notrufe. Manch einer erwartet sich am anderen Ende Hilfe bei alltäglichen Problemen. Etwa jeder fünfte Notruf ist nach Einschätzung der Berliner Polizei kein echter Notruf und verschwendet Zeit und Ressourcen der Notrufzentralen, heißt es in einem Bericht der Techniker Krankenkasse. Ein paar `traurige` Highlights:

  • Eine Frau ruft die 110, weil in ihrem Garten ein fremdes Huhn kräht.
  • Eine ältere Dame fragt die Polizei per 110 nach dem Weg zum Tierpark. 
  • Jemand ruft die 112, weil die Wohnungstür ins Schloss gefallen ist und er sie nicht mehr öffnen kann. 
  • Ein Anrufer alarmiert die 112 und will in das Krankenhaus seiner Wahl gefahren werden, weil er Schmerzen im Fuß hat – seit einem halben Jahr. 

Dabei ist eigentlich ganz klar: Notfallnummern sind für echte Notfälle da.