„Internationaler Energiespartag“ Energieverbrauch: So sparen Sie bares Geld

Energieverbrauch: So sparen Sie bares Geld
Die Energiepreise sind in den letzten Jahren drastisch angestiegen und auch die Folgen des Klimawandels werden immer deutlicher spürbar // Symbolbild (Bild: Francisco Javier Ortiz Marzo/ iStock / Getty Images Plus)

Am 5. März ist der „Internationale Energiespartag“. Jeder kann einen Beitrag leisten, zum Klimaschutz beitragen und seine ganz persönlichen Spartipps weitergeben. Sich mit dem Thema intensiv zu beschäftigen, ist schon der erste Schritt.

Die Energiepreise sind in den letzten Jahren drastisch angestiegen und auch die Folgen des Klimawandels werden immer deutlicher spürbar. Investitionen in energiesparende Maßnahmen und die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen stehen zunehmend im Fokus und beschäftigen uns alle.

Wer seinen Geldbeutel schonen und obendrauf etwas für den Klimaschutz tun möchte, kommt am Thema „Energiesparen“ nicht vorbei.

Es betrifft uns alle

Die 41 Millionen Haushalte in Deutschland verbrauchen jährlich rund 670 Terawattstunden Energie für Wärme und Strom. Dazu kommen weitere 1000 Terawattstunden Energieverbrauch pro Jahr bei Industrie, Gewerbe, Handel und im Dienstleistungsbereich. Eine Terawattstunde sind eine Milliarde Kilowattstunden heißt es vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).

Die meiste Energie im Privathaushalt verbrauchen wir für das Heizen (71 Prozent) und Warmwasser (15 Prozent). Folglich schlummern hier die größten Einsparpotenziale. Um beim Heizen Energie zu sparen, muss man nicht frieren. Bereits ein Grad weniger spart bis zu sechs Prozent Energie. Ein Heizkörper gluckert? Dann die Heizung mit einem Heizungsschlüssel entlüften. Entlüften dauert pro Heizkörper durchschnittlich fünf Minuten. Eine gut investierte Zeit, denn regelmäßiges Entlüften spart Heizkosten. Ein weiterer Tipp: Kein Sofa, kein Regal, Möbel oder schwere Vorhänge vor die Heizkörper stellen. Das spart bis zu zwölf Prozent Energie.

Kleine Energiespar-Tipps für den Alltag

Alltagsgegenstände wie Spülmaschine, Waschmaschine und Trockner verbrauchen viel Strom. Oft lässt sich mit einfachen Maßnahmen im Alltag viel sparen.

Hier ein paar Tipps:

  • Fleisch aus dem Gefrierschrank am Vorabend in den Kühlschrank legen Das schont den Auftauprozess und gibt die Kälte an den Kühlschrank weiter – der muss dann weniger arbeiten
  • Wasserkocher immer nur so weit befüllen, wie benötigt
  • Sparen mit LED-Lampen
  • Türen schließen und nur die Räume heizen, die man nutzt
  • Offene Bereiche (Flur/Treppenhaus) mit Türen oder Vorhängen verschließen – so kann man bis zu 30 % sparen
  • Beim Waschen reichen 40 statt 60 Grad (Baumwolle) oder 30 Grad (Kunstfasern). Zusätzlich Sparprogramme nutzen und die Maschine möglichst voll beladen. Die Wäsche dann auf dem Ständer trocknen
  • Spülmaschine toppt Händewäsche. Der Geschirrspüler reinigt besser als die Hände und verbraucht weniger Wasser als die Handwäsche. Noch effizienter spült das Ökoprogramm. Mehr Energiespartipps gibt`s auf www.energiewechsel.de/energiesparen

Heizungsgesetz 2024

Ab 1. Januar 2024 müssen Neubauten in Neubaugebieten mit Heizungen ausgestattet werden, die zu 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen. Reine Öl- und Gasheizung sind dort dann ausgeschlossen.

Wer außerhalb von Neubaugebieten, oder wer lediglich seine Heizung tauscht, bekommt laut Verbraucherzentrale (Energieberatung) mehr Zeit, bis die Pflicht mit erneuerbaren Energien zu heizen wirkt: In Großstädten über 100.000 Einwohnende bis zum 30. Juni 2026, in kleineren Gemeinden bis zum 30. Juni 2028. Aber: Ist in dem betreffenden Gebiet der Ausbau eines Wärme- oder Wasserstoffnetzes bereits beschlossen, beginnt die Pflicht, mit erneuerbaren Energien zu heizen, früher.

Welche Möglichkeiten, mit erneuerbarer Energie zu heizen, sind ausdrücklich im Gesetz benannt?

  • Elektrisch angetriebene Wärmepumpe und Biomasseheizung;
  • Fernwärme, wenn der Wärmenetzbetreiber garantiert, dass die Wärme aus erneuerbaren Energien stammt oder darauf umgestellt wird.
  • Gas- oder Ölheizungen, die mit mindestens 65 Prozent Biomethan oder Bio-Öl betrieben werden
  • Das ist eine Wärmepumpe oder solarthermische Anlage, die mit einer Gas-, Öl-, oder Biomasseheizung kombiniert wird.
  • Im Prinzip ist das eine Gasheizung. Aktuell sind Gasheizungen, die zu 65 Prozent mit Wasserstoff betrieben werden können, nicht im Angebot.

Achtung: Im Rahmen eines Heizungstausches eine reine Öl- oder Gasheizung einzubauen, ist 2024 noch zulässig. Wer das tut, muss spätestens ab 2029 dennoch einen Anteil der Heizwärme aus Biomasse oder Wasserstoff erzeugen.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale rät inzwischen von der Anschaffung reiner Öl- und Gasheizungen ab. Es bestehen heute erhebliche Zweifel daran, dass Wasserstoff, Biomethan oder Bio-Öl zum Heizen von Wohngebäuden flächendeckend verfügbar sein werden.

Neue Heizungsförderung der KfW

ADAC: „Wer seine alte Heizungsanlage vor 2028 gegen eine neue austauschen lässt, kann mehr Förderung erhalten. Seit 27. Februar 2024 können Privatpersonen, die Eigentümer eines Einfamilien­hauses sind, eine Heizungsförderung bei der staatlichen KfW-Bank beantragen. Diese belohnt den Umstieg auf eine klimafreundliche Heizung mit verschiedenen Zuschüssen und zinsvergünstigten Krediten. Die Zuschüsse für einen Heizungstausch sind bis zu einer Höchstförderung von 70 Prozent der Investitionskosten kombinierbar. Die KfW berücksichtigt dabei Ausgaben bis 30.000 Euro.“

Hände gründlich kalt waschen

Der „Internationale Energiespartag“ am 5. März soll zum Nachdenken und umsetzen im Kleinen anregen. Noch ein Tipp zum Schluss: Sehr effektiv ist es auch, kalt die Hände zu waschen. Wer den Hahn für 30 Sekunden voll aufdreht und das 10 Mal am Tag, verbraucht 60 Liter warmes Wasser – und einiges davon landet im Ausguss, weil es oft länger dauert, bis das Wasser warm aus dem Hahn kommt.

Energiespartipps gibt`s auch in einer Broschüre des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz, bei den Verbraucherzentralen und Energieberatungen im Land.

 (Quelle: BMWK/ADAC/Stadtwerke Kamp-Lintfort/Energieberatung der Verbraucherzentralen)