Milchbauern unter Druck Preisdruck gefährdet die Zukunft der Milchviehhaltung in Baden-Württemberg

Preisdruck gefährdet die Zukunft der Milchviehhaltung in Baden-Württemberg
Milchviehbetriebe in Baden-Württemberg sehen sich mit steigenden Kosten, hohen Anforderungen und zunehmendem Preisdruck konfrontiert. (Symbolbild: Smederevac // iStock / Getty Images Plus)
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Steigende Kosten und hoher Preisdruck setzen Milchviehbetriebe zunehmend unter Druck. Der Landesbauernverband fordert deshalb verlässlichere Rahmenbedingungen für die Zukunft der heimischen Milchproduktion.

Anlässlich des Tags der Milch am 1. Juni hat der Landesbauernverband Baden-Württemberg (LBV) gemeinsam mit dem Bauernverband Biberach-Sigmaringen auf dem Betrieb der Familie Keller in Gutenzell-Hürbel über die aktuelle Lage der Milchviehhaltung informiert. Im Mittelpunkt standen die Milchpreisentwicklung, der Strukturwandel sowie die wirtschaftliche Situation der Betriebe.

Milchviehbetriebe geraten zunehmend unter Druck

„Unsere Milchviehhalterinnen und Milchviehhalter investieren massiv in Tierwohl, Klimaschutz und moderne Technik. Gleichzeitig erleben wir einen ruinösen Preiswettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel, der diese Leistungen immer weniger honoriert“, erklärte Roswitha Geyer-Fäßler, Vizepräsidentin des LBV und Vorsitzende des LBV-Milchausschusses.

„Wenn hochwertige regionale Lebensmittel dauerhaft unter Wert vermarktet werden, gefährdet das die Zukunft unserer heimischen Milchproduktion.“

Nach Angaben des Verbands hat sich die Zahl der Milchviehbetriebe in Baden-Württemberg seit 2010 mehr als halbiert. Ende 2025 gab es im Land noch 4.890 Milchviehbetriebe mit rund 301.100 Milchkühen. Gleichzeitig liegt der Selbstversorgungsgrad bei Milchprodukten inzwischen unter 60 Prozent.

„Unser Ziel muss deshalb sein, dass diese Nachfrage mit regional erzeugten Produkten aus Baden-Württemberg gedeckt wird“, so Geyer-Fäßler.

„Die Gesellschaft erwartet regionale Lebensmittel, Tierwohl und Klimaschutz. Dafür braucht es aber auch die Bereitschaft, heimische Erzeugung wirtschaftlich zu ermöglichen“, betonte Geyer-Fäßler. „Wer regionale Versorgungssicherheit will, darf unsere Betriebe nicht alleinlassen.“

Moderne Tierhaltung braucht Planungssicherheit

Wie moderne Milchviehhaltung aussehen kann, zeigt nach Angaben des Verbands der Betrieb der Familie Keller in Gutenzell-Hürbel. Ein Teil des Milchviehstalls wurde erst 2025 neu gebaut. Auf dem Hof werden 340 Milchkühe mit fünf Melkrobotern gemolken. Die Tiere leben in einem Frischluftstall der Haltungsstufe 3. Zudem verfügt der Betrieb über einen Stroh- und Abkalbestall sowie eine Energieversorgung durch eine Biogas- und Photovoltaikanlage.

„Wir investieren als Familie bewusst in moderne Tierhaltung und in die Zukunft unseres Betriebs“, erklärte Betriebsleiter Alexander Keller.

„Aber solche Investitionen sind nur möglich, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen und wir auch langfristig Planungssicherheit haben. Viele Betriebe würden gerne investieren, können es sich aber schlicht nicht mehr leisten.“

Milchviehhaltung prägt die Kulturlandschaft

Der Verband verweist darauf, dass die Milchviehhaltung weit über die Lebensmittelproduktion hinaus Bedeutung habe. Rund 40 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Baden-Württemberg bestehen aus Dauergrünland und können vor allem durch Wiederkäuer genutzt werden.

„Unsere Kühe verwerten Grasflächen, die für den Ackerbau ungeeignet sind, und erzeugen daraus hochwertige Lebensmittel“, erklärte Geyer-Fäßler.

„Ohne die Milchviehhaltung würden viele dieser Flächen verbuschen und wertvolle Kulturlandschaften verloren gehen.“

Appell an Politik und Handel

Der Landesbauernverband fordert von Politik und Lebensmitteleinzelhandel faire Erzeugerpreise, verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und eine stärkere Beteiligung der landwirtschaftlichen Betriebe an der Wertschöpfung.

„Unsere Milchviehhalter stehen bereit, den Weg in eine moderne und nachhaltige Tierhaltung weiterzugehen“, sagte Geyer-Fäßler.

„Dafür brauchen sie aber Rückhalt statt zusätzlicher Belastungen. Wenn wir wollen, dass regionale Milch auch künftig aus Baden-Württemberg kommt, müssen jetzt die richtigen Weichen gestellt werden.“

(Quelle: Landesbauernverband in Baden-Württemberg e.V.)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.