Blumige Liebeserklärung ans Allgäu 3. Blumenschau auf der Landesgartenschau in Wangen eröffnet

3. Blumenschau auf der Landesgartenschau in Wangen eröffnet
Durch die Blume werden die Besonderheiten des Allgäus erzählt. (Bild: Tarja Prüss)

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Hartnäckig, wortkarg und bodenständig – so werden die Allgäuer Eigenarten häufig beschrieben. Genau dieser Einzigartigkeit widmet sich die dritte Blumenschau auf der Landesgartenschau Wangen – mit viel Kreativität, künstlerischer Poesie und einem Schuss Humor.

Sanfte Hügel, weite Täler und wilde Gebirgsflüsse vor alpiner Kulisse – das Allgäu ist nicht nur Heimat und beliebter Urlaubsort, sondern auch ein Gefühl. Durch die Blume werden die Besonderheiten des Allgäus erzählt.

Landwirtschaft, Wald, Forst und Handwerkskunst, die anderswo längst ausgestorben ist, gibt es im Allgäu. Brauchtum, Traditionen und jede Menge Dialektfarben prägen die Region. Sei´s wias will – lautet denn auch das Motto und fasst die Allgäuer Mentalität bestmöglich zusammen.

Konzipiert und gestaltet wurde die dritte Schau zu den Allgäuer Eigenheiten von der Kuratorin Gabriele Haufe zusammen mit Floristinnen aus Wangen und der Umgebung. „Mehr als ein Allgäuer kann der Mensch nicht werden“, sagte Haufe bei der Eröffnung und mit diesem Bewusstsein oder zumindest Gedanken im Kopf sollte man die Ausstellung betrachten. Denn in dem Satz spiegelt sich auch der Stolz über das Erreichte wider.

Thematisch geht es um Allgäuer Redensarten, um die Landschaft und traditionelle Handwerkskünste wie Kerzenziehen, Filzen, Korbflechten oder auch die Kräuterfrauen. Unter dem Motto „oifach sche“ ist ein weiterer Schwerpunkt die Stadt Wangen mit ihrem besonderen Altstadtflair. Und da sich die Blumenschau auf dem ERBA-Gelände im ehemaligen Baumwolllager befindet, wird auch die Geschichte der ehemaligen Weberei und Spinnerei floristisch aufgearbeitet. Es werden Blumen-Fäden gesponnen und Spindeln zu Vasen und neuen Kunstwerken zusammengefügt. All das wird ergänzt durch historische Aufnahmen, die der Förderverein ERBA-Museum Wangen zur Verfügung gestellt hat.

Über 36.000 Fäden, die von der Decke des ehemaligen Baumwolllagers hängen, geben der Ausstellung die besondere Gliederung und Atmosphäre. Die floristischen Meisterwerke drehen sich um Brauchtum und Lebensart im Allgäu. Man sieht zwischen all der Blumenpracht Kuhglocken, Heu, Hopfen, Trachten und Maßkrüge. Vervollständigt wird die Blumenpracht durch besondere Trachten-Fotos und Kuh-Porträts von Sebastian Wehrle.

„Die Blumenschauen machen mich besonders stolz und glücklich, weil sie auch Qualitätsmerkmale von Landesgartenschauen sind“, sagte Oberbürgermeister Michael Lang bei der Vernissage am Dienstagnachmittag. Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung vom Tanz- und Trachtenverein Oberlaiblachtaler aus Opfenbach.

Allgäuer Mundart hat einen besonderen Platz in der Schau. „Losemol“, „mir ganget hoiba“ oder „bleede Grind“ versteht auf Anhieb nicht jeder, der nicht schon mal im Allgäu war. Wer seine Allgäuer Sprachkenntnisse auffrischen will, kann sich an der Memorywand versuchen, bei der zusammengehörende Begriffe gefunden werden müssen. Oder durch den blauen Himmel mit Zetteln wandeln, liebevoll „Allgäuer Wortehimmel“ genannt. Der Einheimische wird über manches Wort schmunzeln, der Gast wohl sprachlich rätseln. Denn: Mehr wia a Allgaier ka a Mensch it wera.

Die Blumenschau „Sei´s wias will“ ist eine ganz besondere Hommage ans Allgäu.

Die Blumenschau im Baumwolllager dauert bis zum 9. Juni und ist täglich von 9 Uhr bis 19 Uhr geöffnet.

Gestalterinnen und Gestalter: Gabriele Haufe, Claudis Blumenlädele, Gärtnerei Weißhaupt, Gärtnerei und Floristik Grad, Floristik Kaspar, Gärtner Kuhn, Blume & Handwerk Jürgen Strohmeier, Floristmeisterin Sarah Hasenhundt, Mundart Allgäu, Sebastian Wehrle, FDF Landesverband Baden-Württemberg e.V.

Ausblick: 11. bis 16. Juni Rosenschau

(Pressemitteilung: Landesgartenschau Wangen)