Bei Alttann ist laut BUND während der Brutzeit ein besetzter Horstbaum eines Habichts gefällt worden. BUND und NABU haben die Naturschutzbehörde eingeschaltet.
Auf Bildern sei zu erkennen, dass der Baum im Juli 2026 gezielt als Einzelbaum aus dem Wald herausgesägt worden sei. Nach Angaben des BUND wurde das Habichtweibchen noch am Sonntag, 26. Juli, im Bereich des ehemaligen Horststandortes beobachtet. Auch Kot- und Rupfspuren seien dort von staatlich zertifizierten, international anerkannten Experten nachgewiesen worden.
Die Fläche befindet sich unweit der bereits genehmigten Windenergieanlagen in Alttann. Ob zwischen dem geplanten Windpark und der Fällung ein Zusammenhang besteht, ist allerdings nicht geklärt. Der BUND bezeichnet einen möglichen Zusammenhang ausdrücklich als Mutmaßung und fordert eine Aufklärung.
Naturschutzbehörde wurde informiert
BUND und NABU wurden nach eigenen Angaben auf die Fällung aufmerksam gemacht und informierten daraufhin die untere Naturschutzbehörde. Diese werde nach einem Ortstermin Anzeige erstatten. Der BUND fordert zudem eine Aufarbeitung des Falls durch Polizei und Behörden sowie Konsequenzen für den Flächeneigentümer und -bewirtschafter.
Gerhard Maluck vom BUND Bodensee-Oberschwaben kritisiert insbesondere, dass der Baum ohne Ausnahmegenehmigung und Absprache mit Behörden und Verbänden während der Brutzeit entfernt worden sei.
„Ein wertvoller „Konfliktbaum“, der erst seit kurzem bekannt ist, wurde im Wald von Alttann ohne Ausnahmegenehmigung und Absprache mit Behörden und Verbänden mitten in der Brutzeit entfernt. Dies schmälert das weitere Vertrauen in eine gute und ehrliche Zusammenarbeit vor Ort und das Ziel einer möglichst naturverträglichen Energiewende, für die sich der BUND seit langem gemeinsam mit dem NABU einsetzt“, so Maluck.
BUND verweist auf Rückgang des Habichts
Nach Angaben des BUND sind die Habichtbestände in Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Die bisherige Einstufung auf der Roten Liste Baden-Württemberg als „ungefährdet“ sei nach neueren Erkenntnissen nicht mehr aktuell. Der Verband verweist auf Forschung, nach der der Habicht als „stark gefährdet“ einzustufen sei.
Als Gründe für den Rückgang nennt der BUND unter anderem den Verlust geeigneter Lebensräume durch die Forstwirtschaft sowie illegale Bejagung und Fallen in der Freilandhaltung von Hühnern. Der Habicht gehört laut Pressemitteilung nicht zu den windenergiesensiblen Vogelarten nach dem Bundesnaturschutzgesetz, reagiert jedoch sehr empfindlich auf Eingriffe in seinen Lebensraum.
(Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND))