Interview mit Förster Förster Benjamin Lapp spricht über die Zukunft des Isnyer Waldes

Förster Benjamin Lapp spricht über die Zukunft des Isnyer Waldes
Förster Benjamin Lapp im Isnyer Stadtwald (Bild: Stadt Isny/Michael Panzram)
WOCHENBLATT
WOCHENBLATT

Der Isnyer Stadtwald steht vor den Herausforderungen des Klimawandels. Förster Benjamin Lapp erklärt im Interview, welche Entwicklungen er beobachtet und wie der Wald bis 2035 fit für die Zukunft werden soll.

Seit zwei Jahren ist Benjamin Lapp als Nachfolger von Johannes Merta für den Isnyer Stadtwald verantwortlich. Im Gespräch gibt der 41-jährige Diplom-Forstingenieur (FH) Einblicke in den Zustand der Wälder, die Folgen des Klimawandels und die Ziele der Forsteinrichtung für die kommenden Jahre.

Trockenheit und Borkenkäfer bereiten Sorgen

Nach Einschätzung Lapps ging es dem Isnyer Wald in den vergangenen Jahren insgesamt gut. Ausreichende Niederschläge im Sommer hätten den Bäumen geholfen. Aktuell setzten ihnen jedoch Hitze und Trockenheit zunehmend zu. An südexponierten Hängen seien bereits Laubbäume mit gelb verfärbten Blättern zu beobachten.

Zudem befürchtet der Förster, dass der Borkenkäfer in den kommenden Monaten verstärkt geschwächte Fichten befällt. Durch die Trockenheit produzierten die Bäume weniger Harz, das normalerweise das Eindringen der Schädlinge erschweren soll.

Klimawandel verändert die Bedingungen im Wald

Auch die Winter hätten sich deutlich verändert. Nach Angaben Lapps fällt inzwischen deutlich weniger Schnee, sodass die Böden zum Beginn der Vegetationsperiode nicht mehr vollständig mit Wasser gesättigt seien. Trockene Frühjahre und kalte Nord- oder Nordostwinde verschärften die Situation zusätzlich.

Vor allem junge Bäume mit kleinen Wurzeln sowie flachwurzelnde Baumarten litten unter diesen Bedingungen.

Mischwälder sollen den Stadtwald widerstandsfähiger machen

Für den rund 1.500 Hektar großen Waldbestand in Isny, von dem etwa 800 Hektar Privatwald sind, sieht Lapp die weitere Entwicklung hin zu artenreichen Mischwäldern als zentrale Aufgabe. Die Wälder seien nach wie vor stark von der Fichte geprägt.

Regelmäßige Durchforstungen sorgten dafür, dass genügend Licht auf den Waldboden falle und sich verschiedene Baumarten natürlich ansamen könnten. Gleichzeitig spiele die Jagd eine wichtige Rolle. Die Bestände von Reh-, Rot- und Gamswild müssten so angepasst werden, dass junge Bäume ungestört heranwachsen können. Wo erforderlich, sollten außerdem Baumarten gepflanzt werden, die besser mit den Folgen des Klimawandels zurechtkommen.

Förster denkt in Generationen

Laut Lapp müsse die Forstwirtschaft immer langfristig planen. Entwicklungen in 80 oder 100 Jahren ließen sich zwar kaum vorhersagen, dennoch sei ein vielfältig aufgebauter Wald aus unterschiedlichen Baumarten sowie jungen, mittelalten und alten Bäumen die beste Grundlage für die Zukunft.

Ein solcher Wald könne weiterhin wichtige Aufgaben wie Wasserspeicherung, Hochwasserschutz, Sauerstoffproduktion, Erholung und Holzproduktion erfüllen.

Stadtwald soll weiter als Dauerwald entwickelt werden

Nach der jüngsten Waldbegehung mit Vertretern des Regierungspräsidiums Freiburg, des Kreisforstamts und des Gemeinderats sieht Lapp den Isnyer Stadtwald gut aufgestellt. Das städtische Forstteam leiste wertvolle Arbeit und bilde zudem Nachwuchs im Beruf des Forstwirts aus.

Den bereits in den 1960er-Jahren eingeschlagenen Weg hin zu einem baumartenreichen Dauerwald wolle er konsequent fortsetzen. Gleichzeitig betont Lapp, dass sich Veränderungen im Wald nur über sehr lange Zeiträume bemerkbar machten.

Forsteinrichtung legt Ziele bis 2035 fest

Mit der vom Gemeinderat beschlossenen Forsteinrichtungserneuerung für die Jahre 2026 bis 2035 werden die Maßnahmen für das kommende Jahrzehnt festgelegt. Gemeinsam mit Forsteinrichter Klaus Schuler wurde geplant, wo Holz geerntet, welche Baumarten gepflanzt und wie junge Waldbestände gepflegt werden.

Vorgesehen ist, jährlich rund 6.000 Kubikmeter Holz einzuschlagen und zusätzlich zur natürlichen Verjüngung etwa 4.500 junge Bäume zu pflanzen. Gleichzeitig wird überprüft, ob die Maßnahmen der vergangenen zehn Jahre die gewünschten Ergebnisse erzielt haben.

Wunsch für den Isnyer Wald

Für das Jahr 2035 hat Benjamin Lapp einen klaren Wunsch: ausreichend Niederschläge im Sommer, damit sich die verschiedenen Baumarten natürlich verjüngen können. Ebenso wichtig sei ein motiviertes Team, das sich langfristig um den Stadtwald kümmert.

(Quelle: Stadt Isny i. A.)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.