Unterstützung für ältere Menschen und mehr Gemeinschaftsgefühl: Das soll in Aulendorf gang und gäbe werden. Für mehr Solidarität im gemeinsamen Miteinander setzt sich zukünftig der Verein „Solidarische Gemeinde e.V.“ ein.
Aulendorf wurde gemeinsam mit sechs anderen Kommunen ausgewählt, Teil des Projekts „Solidarische Gemeinde“ zu sein. Dadurch sollen ländliche Kommunen besonders unterstützt werden. Begleitet wird das Vorhaben durch die Caritas Bodensee-Oberschwaben.
Um für mehr und vor allem einfachere, gegenseitige Unterstützung im Alltag zu sorgen, wird nun der Verein „Solidarische Gemeinde e.V.“ gegründet. Zum Start des Vereins liegt der Fokus vor allem darauf, was es braucht, um in Aulendorf möglichst unbesorgt alt werden zu können.
“In zehn Jahren ist jeder Dritte über 60“
Im Vergleich zu anderen Gemeinden im Land hat Aulendorf derzeit noch viele junge Einwohner. Die Zahl der älteren Menschen wird jedoch in den nächsten Jahren stark zunehmen. „In zehn Jahren ist jeder dritte Aulendorfer über 60 Jahre“, so Josef Bühler, Mitverantwortlicher der „Solidarischen Gemeinde“. Umso wichtiger ist es, schon jetzt für mögliche Lösungen zu sorgen.
Maren Dronia von der Caritas Bodensee-Oberschwaben ergänzt: „Den Generationenvertrag wie vor 50 Jahren, den gibt es nicht mehr“. So kennen beispielsweise immer weniger Bürger ihre Nachbarn. Wen also um Hilfe bitten, wenn man im Alltag kurz welche benötigt? Hier soll der Verein „Solidarische Gemeinde e.V.“ ins Spiel kommen.
Miteinander anstatt Allein
Dreh- und Angelpunkt des Vereins soll ein nettes und zuvorkommende Miteinander, sowie Hilfe im Alltag sein. Hat Herr Müller von nebenan beispielsweise Probleme damit, seinen Wocheneinkauf zu verstauen, soll er ganz einfach um Hilfe bitten können.
Dafür ist auf lange Sicht eine App oder Online-Plattform geplant, wo sich Bürger vernetzen, Kontakte knüpfen und Hilfe finden können. Um möglichst im Sinne der Aulendorfer handeln zu können, hat der Verein bereits Bürgerbefragungen vorgenommen. Dabei wurden Jung und Alt danach gefragt, was sie sich am meisten wünschen.
Das Ergebnis: Die Befragten wünschen sich vor allem mehr Geselligkeit und Beisammensein.
Verein fußt auf drei Säulen
Der Verein möchte auf die Wünsche der Bürger eingehen und fußt deshalb auf drei Säulen, mit denen mehr Solidarität geschaffen werden soll:
- „Geselliges Aulendorf“: Der Verein möchte Orte schaffen, an denen sich Bürger begegnen, Geselligkeit leben und neue Kontakte knüpfen können. Besonders ältere Menschen sollen davon profitieren. Das bereits bestehende Bürgercafé zeigt, wie gut das Vernetzen in Aulendorf funktionieren kann. Künftig soll es noch mehr solcher Angebote geben.
- „Gesundes Aulendorf“: Der Verein plant konkrete Programme für Bewegung und Aktivitäten, außerdem sollen die Menschen mehr über Gesundheit und Ernährung lernen. Auch Unterstützung in Form von einfachen Hausbesuchen ist geplant.
- „Sorgendes Aulendorf“: Es werden verschiedene Arten von Hilfe angeboten, zum Beispiel Nachbarschaftstische in verschiedenen Teilen der Gemeinde, Besuchs- und Begleitdienste oder auch Reparaturtreffs.
Das übergeordnete Ziel des Vereins ist klar: Bürger in Aulendorf sollen zusammenrücken, mehr aufeinander achten und sich gegenseitig unterstützen.

Verein hofft auf viele Mitwirkende
Im Frühjahr soll eine 70 Prozent Stelle zur Koordinierung des Vereins geschaffen werden. Die wird gemeinsam von der Kommune und Caritas finanziert. Außerdem wird auf das Mitwirken von vielen engagierten Freiwilligen gehofft. Ziel ist es, viele aktive Ehrenamtler für den Verein zu gewinnen. In der „Solidarischen Gemeinde“ Aulendorf kann jeder etwas beitragen.
Die nächste wichtige Etappe ist die anstehende Gründungsversammlung am 18.12.2023. Interessierte Bürger sind dazu herzlich in den Musiksaal der Schule am Schlosspark eingeladen. Wer Lust hat sich ehrenamtlich für die „Solidarische Gemeinde“ zu engagieren, darf sich zudem jederzeit bei Frau Glaser melden: 07525 934 113 oder [email protected].