Gescheiterte Sanierung Die Rotkreuzklinik Lindenberg schließt

Die Rotkreuzklinik Lindenberg schließt
Der Landkreis Lindau wird gemeinsam mit allen Beteiligten nach Lösungen suchen, um die medizinische Versorgung im Westallgäu weiterhin bestmöglich sicherzustellen. (Bild: Rotkreuzklinik Lindenberg)

Es ist ein herber Schlag für die Region. Die Verantwortlichen hatten lange nach einer Lösung gesucht. Nun ist es traurige Tatsache: Die Rotkreuzklinik in Lindenberg schließt. Viele Menschen verlieren ihre Jobs.

Das aufgelaufene Millionendefizit wäre so groß, dass selbst die „Krankenhausmillion“ des Landkreises Lindau keinen Beitrag zum Fortbestand der Klinik hätte leisten können, so der Insolvenzverwalter in einer Pressemitteilung.

Neuaufnahme der Patienten ist zu beenden

Ein genauer Zeitpunkt für die Schließung steht noch nicht fest. Alle Leistungen an der Klinik sind einzustellen und die Neuaufnahme von Patienten in Kürze zu beenden. Ursprünglich waren an der Klinik 370 Menschen beschäftigt. 122 Angestellte erhielten bereits im November 2023 im Rahmen des Zukunftskonzeptes eine Kündigung. Nun verlieren auch die verblieben Beschäftigten ihre Jobs.

Im Mai erst hatte die Schwesternschaft ein angepasstes und laut eigenen Aussagen zukunftsfähiges Klinikkonzept mit eingeschränktem Leistungsangebot der Öffentlichkeit vorgestellt mit dem Ziel, die Klinik damit wieder in ruhigere Gewässer zu bringen. Dass die Klinik nun aber geschlossen werden soll, hat auch Landrat Elmar Stegmann erst am Montag erfahren: „Ich bin sehr enttäuscht und betroffen. Ich bedaure diese Entwicklung sehr. Wichtig ist nun, dass die Bürger weiterhin eine optimale medizinische Versorgung haben und die noch verbliebenen Mitarbeiter wieder gut unterkommen.“

Umliegende Kliniken haben Kapazitäten angepasst

Hinsichtlich der Patientenversorgung hatte der Krankenhausbeirat in den letzten Monaten schon verschiedenen Experten gehört: Die gute Nachricht ist, dass eine gute Versorgung der Patienten in jedem Fall gegeben ist und das nicht nur bei planbaren Eingriffen, sondern auch in der Notfallversorgung. Die umliegenden Kliniken hatten mehrfach betont, dass diese die Patienten aus dem Westallgäu aufnehmen können und haben dafür – nach der Einschränkung der Notaufnahme an der Rotkreuzklinik vor einigen Monaten – bereits Kapazitäten angepasst.

Der Landkreis Lindau wird gemeinsam mit allen Beteiligten nach Lösungen suchen, um die medizinische Versorgung im Westallgäu weiterhin bestmöglich sicherzustellen. „Dazu werde ich umgehend zu Gesprächen mit dem Klinikbetreiber, den umliegenden Krankenhäusern, dem Bürgermeister der Stadt Lindenberg Eric Ballerstedt, dem Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Allgäu sowie den Notärzten, niedergelassenen Ärzten und der Kassenärztlichen Vereinigung einladen“, so Landrat Elmar Stegmann in einem Schreiben.

„Das Ende einer Ära in Lindenberg“

„Die Bürger des oberen Landkreises, aber auch die Beschäftigten der Lindenberger Klinik, stehen nun vor einem Scherbenhaufen Die Schließung der Klinik bedeutet das Ende einer Ära für Lindenberg“, so Eric Ballerstedt. 

Die Ursachen der jetzigen Lage sind vielfältig und noch nicht vollständig zu überblicken. Nicht zuletzt dauerhaft niedrige Belegungszahlen im Haus in Lindenberg haben vermutlich dafür gesorgt, dass die nötigen Erträge nicht erwirtschaftet werden konnten. Die stark gestiegenen Kosten für Energie und Personal sowie inflationsbedingte Kostensteigerungen werden bis heute nicht entsprechend kompensiert und bleiben somit beim Träger der Einrichtung hängen“.

(Quelle: Landkreis Lindau/ Stadt Lindenberg)