Im Malereckried in Langenargen wurden durch den Landschaftserhaltungsverband (LEV) Bodenseekreis im letzten Winter umfangreiche Entbuschungsmaßnahmen organisiert, um Kleinstgewässer freizustellen und damit den europäisch geschützten und gefährdeten Kammmolch zu fördern.
Im letzten Winter wurden im Malereckried im Naturschutzgebiete Argen nah des Langenargener Bodenseeufers viele Kriechweiden-Gebüsche entfernt. Die Zielsetzung dieser umfangreicheren Maßnahme war neben einer Vergrößerung der dort vorkommenden artenreichen Pfeifengras-Streuwiesen der Artenschutz für den Kammmolch.
Diese Amphibienart ist laut der Roten Liste der gefährdeten Amphiben- und Reptilienarten Baden-Württembergs gefährdet und nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) geschützt. Da die Umsetzung der FFH-Richtlinie zu den Schwerpunktaufgaben des LEV Bodenseekreis gehört, kümmert dieser sich auch um den Kammmolch.
Vor knapp zwanzig Jahren wurden im Malereckried auf Anregung des NABU Langenargen von der Unteren Naturschutzbehörde einige Kleinstgewässer angelegt. „Da diese aufgrund der Wasserstandsdynamik des Bodensees jeden Winter austrocknen, sind sie frei von Fischen und anderen Beutegreifern“, erläutert LEV-Geschäftsführer Daniel Doer.
Das Nicht-Vorkommen von sogenannten Prädatoren ist für den Kammmolch wichtig für eine erfolgreiche Fortpflanzung. Und so hat sich die seltene Art vor vielen Jahren in den Kleinstgewässern angesiedelt. Landschaftsökologe Doer führt weiter aus: „Tatsächlich haben die Bearbeiter des Artenschutzprogramms vor ein paar Jahren in jedem der kleinen Gewässer Eier vom Kammmolch nachweisen können“.

Da der Kammmolch besonnte Gewässer bevorzugt und sich die Larven im warmen Wasser schneller entwickeln können, wurden im Winter 2023/24 Gehölze am Rand von vier Kleingewässern im Auftrag des LEV entfernt. Edwin Strobel vom NABU Langenargen ist von diesen Maßnahmen angetan: „Ich freue mich, dass sich der LEV in den letzten Jahren so intensiv um dieses Gebiet und den Kammmolch kümmert“.
Herr Strobel betreut diese Flächen seit den 1980er Jahren und hat auch die Anlage der Kleinstgewässer im Jahr 2007 angeregt. „Daher ist es sehr gut, dass der LEV jetzt mit den Maßnahmen den Lebensraum vom Kammmolch verbessert hat“, ist der NABU-Vertreter über die weitere Entwicklung erfreut. Nach dem bodennahen Absägen der Gehölze wurden auch die Wurzelstöcke gefräst, damit es nicht zu Stockausschlägen kommt. So wird nachhaltig verhindert, dass die Gebüsche Schatten auf die Gewässer werfen oder sie durch Laubeintrag beeinträchtigen.

Hintergrundinformation zum Kammmolch
Der Kammmolch ist eine nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) besonders geschützte Amphibienart. Er benötigt besonnte Gewässer und hat den höchsten Fortpflanzungserfolg, wenn die Gewässer nur zeitweise Wasser führen. Denn bei Gewässern mit dauerhaft hohem Wasserstand kommen die Larven des Kammmolchs mit dem Fraßdruck der sich dann ansiedelnden Fische und großen Libellenlarven nicht zurecht.
Die Gewässer im Malereckried in Langenargen haben dagegen die optimale Situation, dass sie nur bei hohen Bodenseewasserständen ab etwa Pfingsten und im Sommer Wasser führen. Dann können sich bei ausreichender Besonnung die Kammmolch-Larven gut entwickeln und zu Alttieren werden. Diese verlassen das Gewässer zum Winter hin, bevor es ganz austrocknet, so dass sich dort eben keine Fische und andere Prädatoren (Beutegreifer) halten können. Der Kammmolch ist in der Roten Liste der gefährdeten Amphiben- und Reptilienarten als „gefährdet“ eingestuft.
(Pressemitteilung: Landratsamt Bodenseekreis)