Die Rückkehr des Zeppelins: größtes Luftschiff der Welt enthüllt

Pathfinder 1 während der Tests des Flugbetriebs im Freien auf dem Moffett Field, Mountain View, Kalifornien, 8. November 2023.
Pathfinder 1 während der Tests des Flugbetriebs im Freien auf dem Moffett Field, Mountain View, Kalifornien, 8. November 2023. (Bild: LTA Research)

Mit 124,5 Metern ist der „Pathfinder1“ der größte Zeppelin der Welt. Gebaut wurde er von einer Firma des Google-Mitgründer Sergey Brin. Sein Ziel: die Luftfahrt revolutionieren. Die ersten Testflüge stehen nun kurz bevor. Die Kabine des Zeppelins kommt vom Bodensee.

Sergey Brin gründete 2015 das Unternehmen LTA Research, das seitdem an dem riesigen Luftschiff arbeitete. Nun wird der Zeppelin auf seinen Jungfernflug vorbereitet. Die Firma hat Großes mit den Luftgiganten vor.

Neuanfang nach der ‚Hindenburg‘?

Der „Pathfinder 1“ ist 124,5 Meter lang und damit etwa halb so groß wie die berühmte „Hindenburg“. Diese war mit einer Länge von 245 Metern eines der zwei größten jemals gebauten Luftfahrzeuge. Nach ihrem Absturz 1937 fanden die Passagierflüge mit den Luftgiganten jedoch ein jähes Ende. Zu einem größeren Comeback von Zeppelinen für Langstreckenflüge kam es bisher nicht.

Das Unternehmen LTA Research von Google-Mitbegründer Sergey Brin könnte das nun ändern: Das riesige Luftschiff der Firma ist bis zur Flugbereitschaft fertiggestellt. Es ist mit einem gigantischen Gerüst ausgestattet und entspricht damit einem echten Luftschiff nach Zeppelin-Bauart.

Humanitäre Hilfe per Luftschiff

Laut LTA Research sollen die unternehmenseigenen Luftschiffe normale Flugzeuge aber nicht ablösen, sondern die Luftfahrt sinnvoll ergänzen. Firmen-Chef Alan Weston sagte dem Online-Magazin „TechCrunch“ : „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Luftschiffe Flugzeuge ersetzen. Aber ich sehe eine Nische für Luftschiffe, die den Kohlenstoff-Fußabdruck des Flugverkehrs reduziert.“

Der Haupteinsatzzweck der Luftschiffe soll jedoch humanitäre Hilfe sein. Denn die Luftgiganten können auch dann noch eingesetzt werden und große Frachtmengen in Gebiet bringen, wenn Infrastrukturen wie Straßen und Flughäfen zerstört wurden.

Neue Technologien als Schutz

Die Gefahr, dass es zu einer Katastrophe wie bei der „Hindenburg“ kommt, will LTA Research durch eine andere Füllung und neue Materialien minimieren. Der „Pathfinder 1“ ist mit einem stabilen Helium-Isotop gefüllt. Der hochentflammbare Wasserstoff, der als Füllung für die „Hindenburg“ genutzt wurde, kommt also nicht zum Einsatz.

Kabine aus Deutschland vom Bodensee

In dem weißen Giganten ist auch eine deutsche Komponente verbaut: Die Kabine mit Platz für bis zu 14 Personen stammt von Zeppelin-NT aus Friedrichshafen. Zeppelin NT (Zeppelin Neue Technologie) ist eine Luftschiff-Baureihe, die seit den 1990er Jahren in Friedrichshafen gefertigt und seit den 2000er Jahren vornehmlich für Tourismuszwecke sowie Forschungs- und Überwachungsaufgaben eingesetzt wird.

Flugerlaubnis liegt vor – Testflüge starten

Mehreren Medienberichten zufolge hat die US-Behörde FAA (Federal Aviation Administration) dem „Pathfinder 1“ nun offiziell die Genehmigung für einen ersten Flug erteilt. Dabei darf das Luftschiff laut dem „Aerokurier“ allerdings nur eine Höhe von maximal 460 Metern erreichen.

Die ersten Testflüge sollen vorerst nur knapp über dem Boden und dann in der kalifornischen Bay Area stattfinden. Der Hangar befindet sich im Herzen des Silicon Valley in Kalifornien.

Größeres Luftschiff bereits in Planung

Läuft bei den ersten Testflügen alles nach Plan, soll das Luftschiff später nach Ohio verlegt werden. Dort will LTA Research dann einen noch größeren Zeppelin bauen. Da der „Pathfinder 1“ nur rund vier Tonnen Lasten tragen kann, was für Einsätze in humanitären Krisengebieten zu knapp sei, soll das neue Luftschiff „Pathfinder 3“ deshalb 183 Meter lang werden.

(Quellen: ltaresearch.com, Googlewatchblog.de, aerokurier.de, trendsderzukunft.de)