Schiene fit für Zukunft Bodenseegürtelbahn wird elektrifiziert: Millionenvertrag unterzeichnet

Bodenseegürtelbahn wird elektrifiziert: Millionenvertrag unterzeichnet
Bodenseegürtelbahn bei Birnbach. (Symbolbild: DB AG / Dietmar Denger )

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Die Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn nimmt Fahrt auf. 42,9 Millionen Euro fließen in die Entwurfs- und Genehmigungsplanung des Großprojekts.

Die Weichen für den nächsten Meilenstein beim Ausbau und der Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn sind gestellt: Am Montag, 10. November 2025, unterzeichneten die Projektpartner im Überlinger Rathaus die Finanzierungsvereinbarung für die Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Vertragspartner sind das Land Baden-Württemberg, die Landkreise Konstanz und Bodenseekreis sowie die Deutsche Bahn.

Für die Entwurfs- und Genehmigungsplanung (Leistungsphasen 3 und 4 nach HOAI) stellen die Projektbeteiligten insgesamt 42,9 Millionen Euro bereit. Davon trägt das Land Baden-Württemberg 50 Prozent, der Bodenseekreis 30 Prozent und der Landkreis Konstanz 20 Prozent.

Zukunftsweisendes Bahnprojekt für die Region

Ziel des Projekts ist ein modernes, klimafreundliches und leistungsfähiges Nahverkehrsangebot rund um den Bodensee. Künftig sollen elektrische Triebwagen die bisherigen Dieselzüge ersetzen und so für mehr Verbindungen, höhere Zuverlässigkeit und besseren Komfort sorgen. Neben modernisierten, barrierefreien Stationen sind auch drei zusätzliche Haltepunkte geplant, um die Vernetzung weiter zu verbessern.

Für die Umsetzung ist ein umfassendes Maßnahmenpaket vorgesehen: die Elektrifizierung der gesamten Strecke, der zweigleisige Ausbau mehrerer Abschnitte sowie der Umbau bestehender Stationen.

Nächster Schritt: Detaillierte Planung mit BIM

Als nächster Projektschritt steht die detaillierte Planung mittels BIM-Methodik (Building Information Modeling) an. Auf dieser Grundlage wird die DB InfraGO die Genehmigungsunterlagen für die Planfeststellung beim Eisenbahn-Bundesamt einreichen.

Zunächst erfolgt die Ausschreibung eines Generalplaners, der die Entwurfs- und Genehmigungsplanung erstellt. Danach folgen Aufträge für gutachterliche Leistungen in den Bereichen Schall, Erschütterung und Baugrund. Die Kostenschätzung für das Gesamtprojekt liegt derzeit bei rund 650 Millionen Euro (Preisstand 2022) – eine Summe, die nach der Entwurfsplanung weiter fortgeschrieben wird.

Stimmen zum Projekt

Winfried Hermann MdL, Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg:
„Mit der heutigen Unterzeichnung bringen wir die Planung für den Ausbau der Bodenseegürtelbahn einen entscheidenden Schritt voran. Damit sind der Ausbau und die Elektrifizierung aufs Gleis gesetzt. Durch die Elektrifizierung der Strecke schließen wir die letzte Lücke zwischen Hochrhein, Bodensee und Oberschwaben. Damit schaffen wir die Grundlage, um den Fahrgästen zukünftig ein attraktiveres Angebot mit moderneren Zügen, mehr Halten und besseren Verbindungen zu bieten. Die Elektrifizierung leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Durch die verbesserte Kofinanzierung entlasten wir die Landkreise und Kommunen deutlich und sorgen dafür, dass es mit der Planung weiter vorangehen kann. Dass das Land die Hälfte der Planungskosten übernimmt, ist ein Zeichen dafür, wie wichtig dieser Lückenschluss am Bodensee ist.“

Luca Wilhelm Prayon, Landrat des Bodenseekreises, und Zeno Danner, Landrat des Landkreises Konstanz:
„Wir freuen uns sehr darüber, dass wir alle uns auf diese Finanzierungsvereinbarung verständigen konnten. Es ist eine gute Nachricht für die Region und darüber hinaus, dass diese heute von allen Partnern unterzeichnet wurde. Denn die Elektrifizierung und der Ausbau der Bodenseegürtelbahn ist für die westliche Bodenseeregion so etwas wie ein Jahrhundertprojekt – mit enormer verkehrlicher Bedeutung für den regionalen Nahverkehr und die überregionale Einbindung. Auch die Finanzierung wird die kommunale Seite auf Jahrzehnte hinaus fordern. Es ist für uns Landkreise und Gemeinden am See eine außerordentliche Kraftanstrengung, ohne die dieses Infrastrukturprojekt aber nicht ins Rollen gekommen wäre. Gelingen kann das Projekt am Ende nur, wenn sich die Finanzierung weiterhin am Grundsatz ausrichtet, dass die Elektrifizierung und der Ausbau einer überregionalen Bahnstrecke im Wesentlichen in der Verantwortung des Bundes und nicht einzelner Landkreise liegt.“

Dr. Clarissa Freundorfer, Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg:
„Ich freue mich, dass wir als DB jetzt mit den nächsten Planungsphasen beginnen können. Besonders wichtig ist uns dabei ein kontinuierlicher Dialog mit der Region und eine offene und konstruktive Kommunikation mit den Projektpartnern.“

Mehr Informationen zum Projekt gibt es unter www.die-bodenseeguertelbahn.de.

(Quelle: Deutsche Bahn)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.