Welche Bedeutung der Schutz vor Starkregen und Hochwasser hat, ist jüngst wieder deutlich geworden. Nachdem der neue Hochwasserdamm im Wolfental zu Beginn dieses Monats seine erste Bewährungsprobe bestanden hat, ist das nächste bedeutende Projekt der Stadt Biberach zum Schutz vor solchen extremen Ereignissen kurz vor der Fertigstellung: der Hochwasserschutz Hagenbucher Graben. Vor Kurzem wurde das Rechenbauwerk für den Damm eingehoben, bis Ende Juli soll die gesamte Maßnahme abgeschlossen sein.
Im Oktober 2023 fiel der Startschuss für den Bau von vier Rückhaltebecken, um den Stadtteil Bachlangen im Bereich der Theodor-Heuss-Straße künftig besser vor extremem Hochwasser des Hagenbucher Grabens zu schützen. Die aus dem 3,5 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet resultierenden Wassermassen konnte die Verdolung, die über die Theodor-Heuss- Straße und den Sebastian-Kneipp-Weg bis zur Memminger Straße verläuft, bei den Starkregenereignissen 2016 und 2021 nicht mehr aufnehmen.
Die Stadt beauftragte deshalb die Planung geeigneter Hochwasserschutzmaßnahmen – fünf davon wurden im vergangenen Jahr in Angriff genommen. Dazu gehört ein erstes Rückhaltebecken vor dem B30-Straßendamm mit einem Stauvolumen von rund 5.000 Kubikmetern sowie ein zweites am Straßendamm der K 7503 zwischen Bergerhausen und Winterreute mit einem Stauvolumen von 1.800 Kubikmetern. Zentraler Punkt des Projekts ist das dritte Hochwasserrückhaltebecken im Bereich Wasenäcker.
Ein 120 Meter langer und vier Meter hoher Erddamm wird es künftig ermöglichen, 19.300 Kubikmeter Wasser einzustauen. Im Bereich des 2017 erneuerten Einlauf- und Drosselbauwerks in der Theodor-Heuss-Straße wird außerdem der Stauraum erweitert und dafür gesorgt, dass der Notüberlauf künftig kontrolliert über die Theodor-Heuss-Straße geleitet wird. Im Bereich des Spielplatzes „Ginsterhalde“ wird ein neuer Geröllfang mit Grobrechen angebracht.
Obwohl die Witterung in diesem Frühjahr oftmals nass war und die Erdarbeiten deshalb unterbrochen werden musste, liegt die Baustelle voll im Zeitplan, ist sogar aufgrund guter Arbeit der ausführenden Firma Grüner und Mühlschlegel und dem Büro Wasser-Müller, dem Planung und Bauleitung obliegen, etwas vor dem Plan. Der Geröllfang und zwei Hochwasserrückhaltebecken sind bereits fertiggestellt. Die Arbeiten für die beiden Becken oberhalb und unterhalb der B 30 sollen bis Ende Juli abgeschlossen sein.
Die Finanzierung erfolgt durch das Land und ist kofinanziert durch den Bund. Der Fördersatz liegt insgesamt bei 70 Prozent. So sind beim Hochwasserschutz Hagenbucher Graben 1,54 Millionen Euro der 2,2 Millionen Euro Gesamtkosten durch Zuschüsse gedeckt. Stand jetzt kann dieser Kostenrahmen auch eingehalten werden.
(Pressemitteilung: Stadt Biberach)