Graffiti-Workshop in Heggbach: Mit der Spraydose gegen Schubladendenken

Graffiti-Workshop in Heggbach: Mit der Spraydose gegen Schubladendenken
„Nobody fits in a Box“ - Niemand passt in eine Schublade. Diese Botschaft prangt seit Neuestem an der Außenwand des Begegnungszentrums in Heggbach. (Bild: Uli Landthaler/St. Elisabeth-Stiftung)

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Ein markantes Wandbild ziert jetzt die Außenwand des Begegnungszentrums in Heggbach: Resultat eines Graffiti-Workshops, bei Teilnehmende des Bereichs Teilhabe und Inklusion der St. Elisabeth-Stiftung unter fachlicher Anleitung zur Sprühdose gegriffen haben.

„Nobody fits in a Box“ – Niemand passt in eine Schublade. Diese Botschaft prangt seit Neuestem an der Außenwand des Begegnungszentrums in Heggbach. Das Graffiti-Bild ist die gesprayte Aufforderung, jeden Menschen als eigenständige Persönlichkeit zu betrachten – und den Bewohnerinnen, Bewohnern und Mitarbeitenden des Bereichs Teilhabe und Inklusion der St. Elisabeth-Stiftung ein Anliegen.

Das Motiv ist Teil des Graffiti-Workshops, das Heilpädagoge Max Klein für sie organisiert hat. Unter Anleitung von Daschu, einem Urban Artist aus der Region mit internationalen Aufträgen, konnten die sechs Teilnehmenden ihr Talent an der Sprühdose ausprobieren.

Die wichtigste Regel: Ein gutes Graffiti-Wandbild will sorgsam geplant sein, schließlich hat man nur einen Versuch. Dazu entwarf der Künstler eine Vorlage, deren Umrisse er auf die Wand übertrug. Die Teilnehmenden übten den Umgang mit der Lacksprühdose zunächst auf Folien und Holztafeln: Beim Graffiti kommt es auf den richtigen Abstand zum Objekt und die Dosierung der Farbe an, erläutert Daschu. Man sollte grundsätzlich sparsam sein – nachsprayen kann man immer. „Es geht auch um eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Medium Sprühdose, das ja für alle neu war“, sagt er. 

Schon die ersten Versuche des Heggbacher Graffiti-Teams konnten sich sehen lassen – Sven Obermeier, Stefan Orlow, Cem Beier, Michael Michalke, Markus Nachbaur und Anita Barth zauberten farbenfrohe Motive zur Fußball-EM, etwa Ball und Pokal, auf die Holzbretter, die jetzt als Deko an der Bushaltestelle die Heggbach-Besucher begrüßen.

Mit diesem Training wurden dann die beiden Wandbilder an der Außenwand vom Haus St. Elisabeth unter Daschus Anleitung Abschnitt für Abschnitt koloriert. Vorsichtig setzten die Teilnehmenden die Spraydose an, um die schwarz umrandeten Flächen mit leuchtendem Rot, Blau, Gelb oder Silbergrau auszufüllen.   

Unterstützt wurde das Projekt von der Aktion Mensch und Diane Herzogin von Württemberg, Prinzessin von Frankreich-Stiftung. Die Workshop-Teilnehmenden arbeiten in Werkstätten der St. Elisabeth-Stiftung – und freuten sich über die Abwechslung. „Es macht riesig Spaß“, bestätigt Sven Obermeier.  „Die Leute hier sind unvoreingenommen, sehr motiviert und machen mutig drauf los“, sagt Daschu.

(Pressemitteilung: St. Elisabeth-Stiftung)