Mit einer symbolischen Schließung des Haupteingangs hat sich das Sana Klinikum Landkreis Biberach an einem landesweiten Aktionstag beteiligt. Die Klinik warnt vor den Folgen des geplanten Beitragssatzstabilisierungsgesetzes.
Unter dem Motto „Kein Geld. Keine Versorgung.“ beteiligte sich das Sana Klinikum Landkreis Biberach am Freitag am Aktionstag der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG). Mit einer symbolischen Schließung des Haupteingangs machte das Klinikum auf die wirtschaftlichen Herausforderungen der Krankenhäuser und die möglichen Auswirkungen des geplanten Beitragssatzstabilisierungsgesetzes aufmerksam.
„Krankenhäuser sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr für die Menschen da. Daher blieb die medizinische Versorgung natürlich auch heute von der symbolischen Schließung unberührt. Damit wir diese Aufgabe aber auch künftig in gewohnt hoher Qualität erfüllen können, brauchen wir stabile und verlässliche Rahmenbedingungen“, erklärte Geschäftsführerin Beate Jörißen.
Kliniken sehen sich zunehmend unter Druck
Nach Angaben des Klinikums stehen viele Krankenhäuser seit Jahren unter wirtschaftlichem Druck. Steigende Personal-, Sach- und Betriebskosten, Fachkräftemangel, hohe bürokratische Anforderungen sowie Investitionen in Digitalisierung und moderne Versorgungsstrukturen träfen auf eine strukturelle Unterfinanzierung.
„Die geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen werden die wirtschaftliche Situation vieler Krankenhäuser zusätzlich belasten. Es geht dabei nicht nur um wirtschaftliche Kennzahlen, sondern vor allem um die langfristige Sicherung einer verlässlichen Patientenversorgung“, so Jörißen.
„Reformen sind wichtig und notwendig. Statt kurzfristiger Sparmaßnahmen braucht es aus unserer Sicht aber nachhaltige Strukturreformen, weniger Bürokratie, mehr Gestaltungsspielraum vor Ort und eine Finanzierung, die den tatsächlichen Versorgungsauftrag der Krankenhäuser berücksichtigt.“
Appell an die Politik
Mit der Aktion möchte das Sana Klinikum auf die aktuellen Entwicklungen aufmerksam machen und an die Politik appellieren, den Gesetzesentwurf im Sinne der Patienten sowie der Mitarbeitenden im Gesundheitswesen nachzubessern. Nach Angaben des Klinikums könnten längere Wartezeiten, weitere Wege bis zum nächsten Krankenhaus, weniger Zeit für Patienten sowie mögliche Einschränkungen im Leistungsangebot vor Ort die Folge sein, wenn die finanzielle Basis der Krankenhäuser weiter geschwächt wird.
Gleichzeitig richtet die Klinikleitung den Blick nach vorne. „Mit unserer Konzernstrategie „Auf Kurs 2030“ verfolgen wir klare Ziele für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung. Dazu gehört die Weiterentwicklung medizinischer Angebote ebenso wie die Optimierung von Prozessen. Wir arbeiten konsequent daran, unser Klinikum für die Zukunft aufzustellen. Als größter Gesundheitsanbieter sowie wichtiger Arbeitgeber in der Region übernehmen wir Verantwortung – für unsere Patientinnen und Patienten ebenso wie für unsere Mitarbeitenden“, betont Jörißen.
„Nur so können wir die aktuellen Herausforderungen meistern. Dafür haben wir bereits frühzeitig die richtigen Weichen gestellt, notwendige Strukturanpassungen im Landkreis vollzogen und die stationäre Versorgung im Neubau unseres Biberacher Zentralkrankenhauses auf dem Gesundheitscampus am Hauderboschen gebündelt.“
Das Sana Klinikum unterstützt die Forderung der BWKG nach einer auskömmlichen Krankenhausfinanzierung und verlässlichen politischen Rahmenbedingungen. „Wir appellieren an die Bundestagsabgeordneten unseres Wahlkreises, sich auf Bundesebene für eine nachhaltige Finanzierung der Krankenhausversorgung einzusetzen. Die Sicherung einer wohnortnahen und qualitativ hochwertigen Versorgung muss auch künftig oberste Priorität haben“, sagte Jörißen abschließend.
(Quelle: Sana Kliniken Landkreis Biberach GmbH)