Die Sonderausstellung „Der unbekannte Meister“ führt Besucher in das Biberach um 1500. Öffentliche Führungen und besondere Veranstaltungen begleiten die Ausstellung.
Vor mehr als 500 Jahren sah Biberach ganz anders aus als heute – und war doch bereits eine bedeutende Reichsstadt mitten in Oberschwaben. Um 1500 war der geschützte Platz am Zusammenfluss von Rotbach und Riß bereits mehr als 400 Jahre durchgehend besiedelt. Hinter Mauern, Türmen und Stadttoren lebten etwa 3.500 bis 4.000 Menschen. In dieser Welt lebte und arbeitete auch der Bildschnitzer Michael Zeynsler. Die Sonderausstellung „Der unbekannte Meister“ im Museum widmet sich seinem Schaffen.
Die Stadt erreichte bereits im 14. Jahrhundert eine ummauerte Fläche von mehr als 20 Hektar und gehörte damit zu den größeren Städten der Region. Zudem lag Biberach an wichtigen Handelswegen zwischen Süddeutschland und Italien. Der Handel mit Stoffen und Waren brachte Wohlstand und machte die Stadt zu einem lebendigen Zentrum des Handwerks und der Kunst.
Über den dicht gedrängten Fachwerkhäusern erhob sich der Turm der Stadtpfarrkirche St. Martin. Er war das höchste Gebäude der Stadt und ein sichtbares Zeichen von Glauben, Wohlstand und städtischem Selbstbewusstsein. Rund um den Marktplatz reihten sich Werkstätten, Gasthäuser und Verkaufsstände aneinander. Enge, oft ungepflasterte Gassen führten vorbei an Schmieden, Gerbern, Webern und Bäckern. Händler, Handwerker, Tiere und Fuhrwerke teilten sich den begrenzten Raum innerhalb der Stadtmauern.
Das Leben spielte sich größtenteils auf den Straßen ab: laut, geschäftig und dicht gedrängt. In den Straßen lagen Misthaufen, Tiere wurden mitten in der Stadt gehalten, Latrinen befanden sich in der Nähe der Häuser und Abfälle landeten häufig direkt auf den Wegen oder in offenen Gräben. Sauberes Wasser war kostbar, Brunnen verschmutzten oft und Krankheiten verbreiteten sich schnell. Besonders im Sommer müssen Gerüche, Schmutz und Seuchen allgegenwärtig gewesen sein.
Führungen und Veranstaltungen
Weitere spannende Informationen zur Ausstellung erhalten Besucher bei den öffentlichen Führungen und Begleitveranstaltungen im Museum. Die nächsten Termine sind:
- Sonntag um 11.15 Uhr: 14. Juni mit Edeltraud Garlin, 21. Juni mit Markus Pflug, 28. Juni mit Edeltraud Garlin
- Sonntag um 15 Uhr: 21. Juni mit Klaus Veeser
- Donnerstag um 18 Uhr: 25. Juni mit Claudia Manall
- Schauwerkstatt „Von der Skizze zur fertigen Skulptur“ mit dem Bildhauer Rupert Willburger am 13. und 27. Juni jeweils von 14 bis 17 Uhr
- „Wie kommt die Skulptur ins Museum“ mit den Restauratorinnen Katleen Otte und Heidi Haller am 20. Juni von 14 bis 17 Uhr
- Exklusive Führung mit der Restauratorin und „Kunstdetektivin“ Evamaria Popp am 18. Juni um 18 Uhr sowie am 14. und 28. Juni jeweils um 15 Uhr
(Quelle: Stadt Biberach)