Sprache ist der Schlüssel zur Integration Deutsch- und Integrationskurse sind an der vhs weiterhin stark gefragt

Deutsch- und Integrationskurse sind an der vhs weiterhin stark gefragt
„Sprache ist ein wichtiger Baustein der Integration“: Die vhs baut ihr Kursangebot in diesem Bereich stetig aus. (Bild: BIKO)

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Die vhs baut ihr Kursangebot im Deutsch- und Integrationsbereich stetig aus, um der hohen Nachfrage gerecht zu werden. Kurse am Abend, online oder mit Kinderbetreuung – für jeden ist etwas dabei.

Die vhs ist ein Ort der Begegnung und der Bildung. Hier treffen sich die unterschiedlichsten Menschen, um gemeinsam zu lernen und sich auszutauschen. Jedem soll der Zugang zu den Kursen und dem vielfältigen Angebot möglich sein.

„Die Integration ist für die Volkshochschule Biberach ein großes Thema“, so vhs-Leiterin Effi Holland. Ein relevanter Teil des Kursangebots seien deshalb die Deutschkurse für Zuwanderer. Um der hohen Nachfrage gerecht zu werden und die verschiedenen Bedürfnisse der Interessenten zu berücksichtigen, erweitert und überprüft die vhs stets ihr Kursangebot.

Im Januar startete erstmals ein reiner Online-Integrationskurs für Teilnehmende, die abgelegener wohnen oder wegen der Kinderbetreuung ihre Zeit gut organisieren müssen. Ein Integrationskurs in Präsenz inklusive Kinderbetreuung ist ein weiteres Angebot, das die vhs ganz neu für Familien mit Kleinkindern in ihr Repertoire aufgenommen hat.  Personen, die am Abend einen Deutschkurs besuchen wollen oder müssen, werden bei der vhs ebenfalls fündig.

Zudem bietet die vhs Deutschkurse auch außerhalb Biberachs an. In Bad Buchau laufen derzeit zwei Integrationskurse. Ein Integrationskurs in Riedlingen ist in Kooperation mit der vhs Donau-Bussen geplant. Mehrere Flüchtlingskurse konnten in Schemmerhofen und in der Gemeinschaftsunterkunft Dietenbronn stattfinden, auch dank der Unterstützung durch das Biberacher Landratsamt.

Verschiedene Prüfungen bietet die vhs ebenfalls an. Diese werden beispielsweise für die Niederlassungserlaubnis oder die Einbürgerung benötigt.

„Sprache ist ein wichtiger Baustein der Integration“, sagt der städtische Integrationsbeauftragte Daniel Poßeckert. „Sie ist die Voraussetzung für berufliche und gesellschaftliche Teilhabe.“ Erst eine gemeinsame Sprachbasis ermögliche es, dass Zugewanderte und Einheimische miteinander in Kontakt kommen könnten, Vorurteile abgebaut würden und beide Seiten voneinander lernen könnten.

„Die Stimmung in den Integrationskursen ist meistens lebhaft, offen und fördert den Austausch zwischen verschiedenen Kulturen“, erklärt die zuständige Fachbereichsleiterin Doris Abt. Die Lehrkräfte trügen maßgeblich dazu bei. Aus persönlichen Gesprächen weiß Poßeckert, dass das hohe Engagement der Lehrkräfte für viele Zugewanderte sehr prägend ist und sie oft noch mehrere Jahre nach Beendigung des Integrationskurses gerne an die Zeit zurückdenken.

Erfolg mit Integrationsprojekt

Daran anknüpfend hat sich die vhs mit ihrem Projekt „Wegweiser in den Beruf – Vom Integrationskurs in den Job“ erfolgreich für das Förderprogramm „Innovationsimpulse“ des Kultusministeriums beworben. Unter Einbeziehung lokaler Arbeitgeber möchte die vhs Teilnehmende von Integrationskursen niederschwellig beim Einstieg in den Beruf unterstützen.

Mit dem Ziel, die Teilnahme an Weiterbildung zu erhöhen und die Ansprache von neuen Zielgruppen zu stärken, fördert das Kultusministerium in den Jahren 2023 und 2024 durch das Programm „Innovationsimpulse“ besonders innovative Projektvorhaben an den Volkshochschulen.

Eine Fachjury hat aus insgesamt 36 eingereichten Anträgen 20 Förderprojekte ausgewählt. Mit dem Projekt „Wegweiser in den Beruf – Vom Integrationskurs in den Job“ konnte die Biberacher vhs die Fachjury in Cluster 1 „Förderung von Vielfalt: Integration – Inklusion – Weiterbildung für benachteiligte Zielgruppen“ überzeugen.

Ziel ist es, Teilnehmende aus Integrationskursen in verschiedene Ausbildungsberufe zu vermitteln. Im Förderzeitraum bietet die vhs 20 entsprechende Integrationskurse mit jeweils 25 Plätzen an. „Die ursprüngliche Idee zu dem Projekt formte sich aus dem stetigen Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern“, erinnert sich Effi Holland. „Einerseits haben wir Menschen, die dringend einen Ausbildungsplatz suchen, andererseits beklagen sich viele Betriebe über einen Mangel an Arbeitskräften. Unser Projekt bietet damit eine klassische Win-Win-Situation.“

In den von der vhs Biberach angebotenen Integrationskursen zeigen Mitarbeitende der Agentur für Arbeit auf, wie der berufliche Einstieg in Deutschland gelingen kann. Die Kursteilnehmenden werden in allen Schritten des Bewerbungsverfahrens unterstützt – von der Vorstellung verschiedener Berufe durch Fachkräfte im Sozial-, Gastronomie- und handwerklichen Bereich über die Erstellung von Bewerbungsunterlagen bis hin zur Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch.

Praktika während oder nach Beendigung des Integrationskurses sollen zudem das Interesse an den verschiedenen Berufen wecken. Mithilfe des städtischen Amts für Bildung, Betreuung und Sport konnten bereits erste Praktikaplätze in städtischen Kindertagesstätten vermittelt werden. Ähnliche Aktionen sind mit dem Hospital zum Heiligen Geist und verschiedenen Handwerks- und Gastronomiebetrieben geplant.

Info

Die vhs freut sich über viele Projektinteressierte – ob als Teilnehmende am Integrationskurs, als kooperierender Betrieb oder als zukünftige Deutsch-Dozenten an der vhs. Für nähere Informationen ist der städtische Integrationsbeauftragte Daniel Poßeckert unter Telefon 07351/51-9199 oder per E-Mail an [email protected] erreichbar. Wer sich für einen Integrations- oder Deutschkurs interessiert, kann sich unter Telefon 07351/51-338 oder per Mail an [email protected] beraten lassen.

(Pressemitteilung: Stadt Biberach)