Traditionshaus in der Krise Modehaus WARTH in Biberach stellt Insolvenzantrag

Modehaus WARTH in Biberach stellt Insolvenzantrag
Geschäftsführer Günter Warth vor dem Modehaus Keller-Warth in Biberach. Das Familienunternehmen hat einen Insolvenzantrag gestellt. (Bild: Modehaus Keller-Warth GmbH)

Das Modehaus Keller-Warth in Biberach hat Insolvenz angemeldet. Der Geschäftsbetrieb läuft weiter, alle 14 Filialen bleiben zunächst geöffnet.

Die Modehaus Keller-Warth GmbH hat beim Amtsgericht Ravensburg einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das eigene Vermögen gestellt. Das Gericht ordnete am 29. September 2026 Sicherungsmaßnahmen an und bestellte Rechtsanwalt Michael Winterhoff aus Ulm zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Das Familienunternehmen beschäftigt knapp 90 Mitarbeiter und betreibt unter der Marke WARTH insgesamt 14 Stores an sieben Standorten in Süddeutschland. Diese befinden sich in Biberach, Ravensburg, Laupheim, Riedlingen, Oberjoch, Überlingen und Freiburg.

Alle 14 Stores bleiben geöffnet

Trotz des Insolvenzantrags wird der Geschäftsbetrieb fortgeführt. Alle Stores bleiben weiterhin geöffnet. Ziel des Verfahrens ist es, das Unternehmen wirtschaftlich neu aufzustellen und eine tragfähige Zukunftsperspektive zu entwickeln.

Als Gründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt das Unternehmen mehrere Entwicklungen im stationären Modehandel. Dazu zählen die Folgen der Corona-Schließungen, rückläufige Besucherfrequenzen in den Innenstädten, eine anhaltende Konsumzurückhaltung und deutlich gestiegene Kosten.

„Ein Unternehmen mit einer so langen Geschichte zu führen, ist für mich mit großer Verantwortung verbunden. Umso schwerer ist es, einen Schritt wie diesen gehen zu müssen. Die Marktbedingungen im stationären Modehandel haben sich grundlegend verändert – und darauf müssen auch wir reagieren: Unsere über viele Jahre gewachsenen Strukturen sind unter den heutigen Bedingungen nicht mehr überall tragfähig. Für mich war immer klar, dass wir alles daransetzen werden, WARTH weiterzuführen und diese Tradition zu bewahren. Das Verfahren gibt uns nun den Rahmen, WARTH wirtschaftlich neu aufzustellen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass diese Geschichte weitergeht“, sagt Geschäftsführer Günter Warth.

Filialnetz von WARTH wird überprüft

Im Zuge des Insolvenzverfahrens sollen die wirtschaftlichen Strukturen und das Filialnetz überprüft und an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden. Ziel sind die Sanierung und Fortführung des Unternehmens sowie der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze.

Welche konkreten Veränderungen notwendig sein werden, steht derzeit noch nicht fest. Damit ist auch noch offen, welche Auswirkungen das Verfahren auf die knapp 90 Mitarbeiter und die einzelnen Standorte haben wird.

Das 1864 in Biberach gegründete Familienunternehmen blickt auf eine 162-jährige Geschichte zurück. Günter Warth betont die Bedeutung der Beschäftigten für das Unternehmen: „Unser größtes Kapital sind dabei unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Sie beraten mit Leidenschaft, sind nah bei den Menschen und kennen viele ihrer Kundinnen und Kunden seit Jahren. Sie machen WARTH zu dem, was es ist.“

Der vorläufige Insolvenzverwalter hat nun unter anderem zu prüfen, ob das Vermögen der Gesellschaft die Kosten des Verfahrens deckt und welche Aussichten für eine Fortführung des Unternehmens bestehen.

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