Deutliche Warnung im Gemeinderat Nach Insolvenzen in Biberach: OB Zeidler schlägt Alarm
Nach mehreren Firmeninsolvenzen warnt Biberachs Oberbürgermeister Norbert Zeidler vor weiteren Problemen. Er fordert ein Umdenken in der Kommunalpolitik.

Autor
Die Insolvenz des Unternehmens Vollmer und weitere Firmenpleiten sorgen in Biberach für politische Diskussionen. Oberbürgermeister Norbert Zeidler fordert angesichts der Entwicklung eine wirtschaftsfreundlichere Kommunalpolitik.
In der jüngsten Gemeinderatssitzung fand Oberbürgermeister Norbert Zeidler deutliche Worte zur wirtschaftlichen Situation in Biberach. Die Insolvenz des Familienunternehmens Vollmer bezeichnete er als „schweren Schlag für den Wirtschaftsstandort Biberach“. Das Unternehmen sei wie kaum eine andere Firma Teil der Biberacher Identität.
Dabei verwies Zeidler auf weitere Unternehmen, die jüngst Insolvenz angemeldet haben: das Modehaus Warth, die Bäckerei Keim&Brecht und die Karosseriefabrik Biberach.
„Brüder und Schwestern, hört die Signale“, sagte das Stadtoberhaupt mit Blick auf die Entwicklung. Seine Warnung an die Verantwortlichen fiel deutlich aus: „Wenn wir nicht alle bald unsere Hausaufgaben machen, wird das so weitergehen.“
Zeidler fordert wirtschaftsfreundlichere Entscheidungen
Nach Ansicht des Oberbürgermeisters sind alle staatlichen Ebenen gefordert, auf die wirtschaftlichen Herausforderungen zu reagieren. Dabei sieht er auch die Kommunalpolitik in der Verantwortung.
Als wichtige Handlungsfelder nannte Zeidler die Hebesätze, die Verfügbarkeit von Betreuungsplätzen und Infrastrukturprojekte wie den Bahnhaltepunkt Nord und den B 30-Aufstieg.
Gerade der Neubau von Straßen sei häufig unpopulär und müsse mitunter gegen erhebliche Widerstände durchgesetzt werden. Zeidler machte damit deutlich, dass er auch bei umstrittenen Infrastrukturvorhaben Handlungsbedarf sieht.
„Es muss allen klar sein, dass es uns hier sehr gut geht. Das liegt an unseren starken und innovativen Unternehmen, mit denen wir eng verbunden sind, die hier wachsen wollen und die hier ihre Steuern zahlen.“
An den Gemeinderat richtete er deshalb den Appell: „Bleiben wir also miteinander wirtschaftsfreundlich.“ Die Unternehmen seien aus seiner Sicht die wirtschaftliche Grundlage, die der Stadt zahlreiche Möglichkeiten eröffne.
Landkreis Biberach erreicht Spitzenplatz in Studie
Neben den wirtschaftlichen Schwierigkeiten sprach Zeidler in derselben Sitzung auch eine positive Entwicklung an. Er verwies auf die im Oktober veröffentlichte Studie „Demographische Lage der Nation“ des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung und der Wüstenrot-Stiftung.
Die Untersuchung beschäftigt sich mit der Zukunftsfähigkeit deutscher Regionen angesichts des Strukturwandels. In die Bewertung flossen insgesamt 26 Indikatoren aus den Bereichen Demografie, Wirtschaft, Bildung und soziale Bedingungen ein.
Der Landkreis Biberach belegt in der Studie bundesweit den neunten Platz und erreicht damit zugleich die Spitzenposition in Baden-Württemberg.
Damit steht den von Zeidler angesprochenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten eine positive Bewertung der langfristigen Entwicklungsperspektiven des Landkreises gegenüber.
(Quelle: Stadt Biberach)
Schlagwörter
WOCHENBLATT bei Google bevorzugen
Was bedeutet das?Transparenz
- Erstmals veröffentlicht
- 06.11.2026, 14:19 Uhr





