Natur und Hochwasserschutz Aufwertung des Wolfentals in Biberach beginnt 2027
Das Wolfental in Biberach wird ab 2027 naturnäher gestaltet. Der Gemeinderat hat erste Maßnahmen für rund 560.000 Euro beschlossen, weitere Bauabschnitte sollen folgen.

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Rund 560.000 Euro sind für die ersten drei Bauabschnitte zur Aufwertung des Wolfentals in Biberach veranschlagt. Der Gemeinderat hat den Baubeschluss dafür einstimmig gefasst. Die Arbeiten sollen zwischen Mai und September 2027 stattfinden. Ziel ist es, die Gewässer naturnäher zu gestalten, neue Lebensräume zu schaffen und den Hochwasser- und Klimaschutz zu verbessern.
Bereits vor rund drei Jahren begann die Erarbeitung eines Entwicklungskonzepts für das Wolfental. Bei der Vorberatung im Bauausschuss stellte Christian Seng vom Planungsbüro „365 Grad“ aus Überlingen die aktualisierten Pläne vor. Das Bundesprogramm „Natürlicher Klimaschutz in kommunalen Gebieten im ländlichen Raum“ ermöglicht nun die Umsetzung größerer Teile des Konzepts. Der Bund übernimmt bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten.
Drei Bauabschnitte zum Auftakt
Den Anfang macht die Revitalisierung des Bachabschnitts zwischen Felsengartenstraße und Kolpingstraße. Dort soll das bislang vollständig betonierte Bachbett teilweise naturnah umgestaltet werden. Die sanierungsbedürftige Ufermauer im südlichen Bereich, die an das ehemalige Kundrath-Areal grenzt, wird entfernt.
Durch neue Lebensräume für Amphibien und Pflanzen erhofft sich die Stadt eine ökologische Aufwertung. Gleichzeitig soll die Umgestaltung die Wohn- und Aufenthaltsqualität im Umfeld verbessern.
Ein weiterer Baustein ist der Abschluss der Arbeiten am Ratzengraben. Dort werden einzelne Trittsteine angehoben, Pflanzen gesetzt und der Bereich am Parkdeck Stadthalle moderat aufgewertet. Die Verbindung zum Ratzengraben soll dadurch verbessert werden. Ziel ist außerdem eine bessere Zugänglichkeit und ein kühler Rückzugsort in Innenstadtnähe.
Als dritter Abschnitt ist die Renaturierung eines Bereichs im südlichen Wolfental zwischen der Gemarkungsgrenze Reute und dem Gelände der ehemaligen Mühle vorgesehen.
Bach soll künftig mehr Platz bekommen
Für das äußere Wolfental sieht das Entwicklungskonzept vor, die bereits begonnene Renaturierung nach Süden fortzusetzen. Der Bach soll mehr Raum erhalten, damit zusätzliches Rückhaltevolumen für Hochwasser und Starkregen entsteht.
Nach der Untersuchung verschiedener möglicher Gewässerverläufe entschieden sich die Planer anhand historischer Karten für eine Variante westlich des bisherigen Wegs. Dort soll der Bach künftig in einem geschwungenen Verlauf durch das Tal fließen.
Auch der von Fußgängern und Radfahrern genutzte Wirtschaftsweg wird nach Westen verlegt und soll entlang des Wolfentalkanals verlaufen. Eine Beibehaltung der bisherigen Wegeführung hätte den Bau von Brücken erforderlich gemacht. Die Verwaltung bewertete diese Variante auch wegen der Folgekosten als unwirtschaftlichste Lösung.
Da der Erwerb privater Grundstücke südlich des Wegs derzeit nicht absehbar ist, beschränkt sich die Umsetzung auf städtische Flächen. Stadtplanungsamtsleiter Roman Adler erklärte, dass die Gespräche zwar weiterliefen, die Erfolgsaussichten jedoch gering seien. „Uns läuft im Zweifel die Zeit für den Zuschuss davon.“
Naturerlebnis und Hochwasserschutz verbinden
Neben der ökologischen Aufwertung soll das Wolfental auch als Naherholungsgebiet attraktiver werden. Ein kleiner Trampelpfad könnte künftig die Auenlandschaft erschließen und möglicherweise als essbarer Wildpflanzen-Park gestaltet werden.
Durch eine gezielte Vernässung angrenzender Grünflächen wäre zudem eine Beweidung mit Wasserbüffeln denkbar.
Auch im inneren Wolfental hinter dem Damm sind Veränderungen geplant. Zwischen Gewerbegebiet und Schlierholzweg soll der bislang unscheinbare Bach künftig in weitläufigen Schlingen verlaufen. Flache Ufer sollen den Zugang zum Wasser erleichtern und neue Möglichkeiten zur Naherholung schaffen.
Im Sommer könne dadurch ein kühler Rückzugsort entstehen, erläuterte Planer Christian Seng. „Ein großer Gewinn für die umliegenden Wohngebiete.“ Gleichzeitig soll das umgestaltete Gewässer mehr Wasser zurückhalten und damit den Schutz vor Hochwasser und Starkregen verbessern.
Gesamtprojekt soll bis März 2030 abgeschlossen sein
Die Ausschreibung für die ersten drei Bauabschnitte ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen. Zwischen Mai und September sollen die Arbeiten umgesetzt werden.
Parallel dazu werden die Entwürfe für das äußere und innere Wolfental fertiggestellt und dem Gemeinderat erneut zur Beratung vorgelegt. Die weiteren Maßnahmen sollen ab 2028 in mehreren Abschnitten folgen.
Für das gesamte Projekt sind Kosten von bis zu drei Millionen Euro kalkuliert. Der Förderzeitraum endet im März 2030. Bis dahin müssen sämtliche Maßnahmen abgeschlossen sein.
(Quelle: Stadt Biberach)
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- Erstmals veröffentlicht
- 06.11.2026, 09:27 Uhr





