Investitionsprogramm bis 2031 Biberach plant 60 Millionen Euro für Bauprojekte

Biberach plant 60 Millionen Euro für Bauprojekte
Die Sanierung der Mali-Gemeinschaftsschule gehört zu den großen Projekten im Bereich Hochbau. (Bild: Stadt Biberach)
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Der Biberacher Gemeinderat hat das Investitionsprogramm bis 2031 einstimmig beschlossen. Allein für 2027 sind Bauinvestitionen von rund 60 Millionen Euro vorgesehen.

Die Stadt Biberach will ihre Investitionen in den kommenden Jahren stärker priorisieren und zeitlich realistischer planen. Bei der Fortschreibung des Investitionsprogramms stand deshalb im Mittelpunkt, das Gesamtvolumen zu reduzieren und laufende sowie geplante Maßnahmen besser auf die verfügbaren Mittel und Kapazitäten abzustimmen.

Baubürgermeister Simon Menth erklärte in der Gemeinderatssitzung, dass zwischen Verwaltung und Gemeinderat Einigkeit über die notwendige Verschlankung des Programms bestehe. Ziel sei es, das Investitionsvolumen „signifikant“ zu senken und eine „defensive Anmeldepraxis“ zu verfolgen. „Wir haben einen entscheidenden Schritt in diese Richtung gemacht.“

Allerdings werde dieser Prozess noch mehrere Jahre dauern. Menth sprach von einem „gewissen Bremsweg“, da bereits laufende Maßnahmen eine „große Bugwelle“ verursachten. Neben der finanziellen Leistungsfähigkeit begrenzen auch die personellen Kapazitäten die Umsetzung. Hinzu kommen langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren, etwa beim Hochwasserschutz. Auch die Erfahrungen der vergangenen Jahre wurden bei der Fortschreibung berücksichtigt.

Schulen und Kindergärten bleiben Investitionsschwerpunkt

Von den für 2027 vorgesehenen rund 60 Millionen Euro entfallen 33,4 Millionen Euro auf den Hochbau. Weitere 26,6 Millionen Euro sind für Tiefbau, Freiraumgestaltung und Hochwasserschutz eingeplant.

Im Hochbau liegt der Schwerpunkt weiterhin auf Bildung und Betreuung. Allein für die Sanierung des Pestalozzi-Gymnasiums sind 2027 rund 15 Millionen Euro vorgesehen. Insgesamt kostet das Projekt 47 Millionen Euro.

Weitere bereits laufende Maßnahmen sind die Sanierung und Erweiterung der Mittelberg-Grundschule mit Gesamtkosten von 25 Millionen Euro, die Erweiterung der Gaisental-Grundschule für acht bis neun Millionen Euro sowie die Sanierung der Mali-Gemeinschaftsschule für elf bis zwölf Millionen Euro.

Bei der Grundschule Stafflangen soll 2027 die Planung erfolgen, der Baubeginn ist für 2028 vorgesehen. „Wir haben die Maßnahme mit vereinten Kräften vorangetrieben, die vorbereitenden Untersuchungen laufen“, erklärte Menth. Ortsvorsteher Helmut Müller zeigte sich erleichtert darüber, dass die Sanierung nun vorankommt.

Anders sieht es bei der Birkendorf-Grundschule aus. Die geplante Erweiterung und Sanierung wird verschoben, weil im Amt für Bildung, Betreuung und Sport derzeit die personellen Kapazitäten fehlen. Die Planung ist nun für 2028 vorgesehen, der Baubeginn für 2029.

Derselbe Zeitplan gilt für den Neubau der Kindertagesstätte an der Rindenmooser Straße. Dafür sind neun Millionen Euro eingeplant. Die Erweiterung des Ringschnaiter Kindergartens wurde dagegen aus dem Investitionsprogramm gestrichen, weil eine Umsetzung zeitlich nicht absehbar ist.

Ulmer Tor, Stadion und Feuerwehr stehen auf der Agenda

Weitere größere Vorhaben betreffen die Sanierung des Ulmer Tors, der Volkshochschule und des Stadions. Für den Neubau der Feuerwehr Ringschnait laufen bereits vorbereitende Untersuchungen.

Zudem muss die Stadt Lösungen für die Unterbringung obdachloser und geflüchteter Menschen finden.

Im Bereich Städtebau und Tiefbau spielt die Riedlinger Straße 2027 eine wichtige Rolle. Parallel dazu sollen die Planungen für den Umbau und die Neugestaltung der Steigmühlstraße sowie des Laurenbühlwegs erarbeitet werden.

Mit dem letzten Bauabschnitt der Riedlinger Straße im Jahr 2028 soll auch der Kreisverkehr an der Kreuzung zur Steigmühlstraße entstehen.

Weitere Maßnahmen sind der bereits laufende Vollausbau der Weingartenbergstraße, das Röhrenöschle einschließlich Hochwasserschutz sowie die weitere Planung der Gemeindeverbindungsstraße Blosenberg. Gestrichen wurden hingegen die endgültige Herstellung der Hardtsteige und des Grünen Wegs.

Wohngebiet Taubenplätzle III wird vorgezogen

Auch bei der Entwicklung neuer Wohngebiete verändert die Stadt ihre Prioritäten. Weil sich das geplante Baugebiet auf dem Hirschberg mit rund 350 Wohneinheiten verzögert, wird das Baugebiet „Taubenplätzle III“ mit etwa 150 Wohneinheiten um ein Jahr vorgezogen. Die Erschließung soll 2027 beginnen.

Neu in das Investitionsprogramm aufgenommen wurde das Wohngebiet „Gletscherweg“.

Weitere Wohngebiete sind bis 2031 nicht vorgesehen, da ihre Umsetzung derzeit nicht verlässlich planbar ist. Das betrifft beispielsweise die Erweiterung des Baugebiets Talfeld, bei der noch Grundstücke erworben werden müssen.

Verschiebungen gibt es außerdem beim Gartendenkmal Gigelberg. Die noch ausstehenden Bauabschnitte sollen jeweils ein Jahr später umgesetzt werden.

Bahnhof und ZOB werden später umgestaltet

Die geplante Umgestaltung des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB), des Bahnhofs und des umliegenden Bereichs bleibt Bestandteil des Investitionsprogramms. Wegen umfangreicher Abstimmungen mit der Deutschen Bahn verschiebt sich das Vorhaben jedoch um ein Jahr.

Erstmals aufgenommen wurde der Bahnhaltepunkt Nord. Hier müssen zunächst die Projektstruktur und die Zuständigkeiten geklärt werden.

Der weitere Ausbau des Nahwärmenetzes richtet sich nach der vom Gemeinderat beschlossenen Masterplanung. Als nächster Schritt ist die Suche nach einem strategischen Partner vorgesehen.

Hochwasserschutz: Millionenprojekte brauchen mehr Zeit

Beim Hochwasser- und Starkregenschutz wurden vor allem die Zeitpläne angepasst. Grund dafür sind die aufwendigen Planungs- und Genehmigungsverfahren.

„Wir halten den Druck aber weiter hoch“, betonte Baubürgermeister Menth.

Mehrere millionenschwere Maßnahmen bleiben Bestandteil des Investitionsprogramms. Für 2027 ist der Bau des Hochwasserrückhaltebeckens Rindenmoos vorgesehen. Die Kosten liegen bei 6,7 Millionen Euro.

Weitere 7,75 Millionen Euro sind für Hochwasserschutzmaßnahmen in Ringschnait und entlang der Dürnach veranschlagt.

(Quelle: Stadt Biberach)

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