Millionenprojekt Stadion Biberacher Gemeinderat beschließt 3,1-Millionen-Sanierung für Stadion

Biberacher Gemeinderat beschließt 3,1-Millionen-Sanierung für Stadion
Das Biberacher Stadion wird grundlegend saniert – darunter die Laufbahn, die in Zukunft blau sein wird. (Foto: Foto: Florian Achberger)

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Das Biberacher Stadion ist in die Jahre gekommen. Sowohl das Rasenspielfeld als auch die Leichtathletikanlagen müssen saniert werden. Allein diese Modernisierungen sollen knapp 2,2 Millionen Euro kosten. Mit weiteren Bausteinen, darunter die Sanierung des Umgehungswegs und die Umrüstung des Flutlichts auf LED, veranschlagt die Stadt insgesamt ein Investitionsvolumen von 3,1 Millionen Euro. Der Gemeinderat stellte sich diese Woche einstimmig hinter das Großprojekt, dessen Zeitschiene von einer möglichen Förderung des Bundes abhängig ist.

Sanierung von Rasen und Leichtathletikflächen geplant

Bereits 2022 hatte ein Gutachten empfohlen, das Rasenspielfeld im Stadion samt Beregnungsanlage und Drainage zu sanieren. Der zuletzt in den Jahren 1999 und 2000 sanierte Rasen hat seine Regelnutzungsdauer deutlich überschritten, was auch auf die 1982 errichteten Leichtathletikanlagen zutrifft. Ebenso klar ist die Empfehlung des Büros Fischer + Partner, den Rasen und die Leichtathletik-Kunststoffflächen gleichzeitig anzugehen. So wird eine spätere Belastung der frisch sanierten Laufbahn mit schwerem Gerät vermieden. Außerdem erleichtert eine gleichzeitige Sanierung die Abstimmung der Arbeiten und das Stadion muss nur einmal gesperrt werden. „Wir wollen Biberach als Sportstadt weiter stärken“, betonte Julian Adler, Amtsleiter Bildung, Betreuung und Sport, bei der Vorberatung im Bauausschuss.

Adler stellte die einzelnen Module der Stadionsanierung samt Kosten vor. So entfallen 580.000 Euro auf die Sanierung des Rasenspielfelds, das insbesondere bei der Wasserdurchlässigkeit und Rasentragschicht Defizite hat. Auch die Bewässerung bereitet Probleme. Adler unterstrich, dass eine Koppelung mit der Sanierung der Leichtathletikanlagen sinnvoll sei. „Wir wollen von innen nach außen arbeiten.“

Mehr Sicherheit und ein neues Erscheinungsbild

Die Leichtathletikanlagen sollen auch künftig als „Typ B“ klassifiziert und somit als Austragungsort überregionaler Wettkämpfe zugelassen sein. Die Anzahl der Weitsprung- und Kugelstoßanlagen bleibt unverändert. Entfernt werden soll die „Stolperfalle“ zwischen dem Anlaufbereich der Weitsprunganlagen vor der Haupttribüne und der Laufbahn. Die Beseitigung dieses Höhenversatzes schlägt zwar mit rund 120.000 Euro zu Buche. Adler erklärte aber, dass diese Kosten allein aus Sicherheitsgründen gerechtfertigt seien.

Insgesamt wird für die Leichtathletikanlagen mit knapp 1,6 Millionen Euro kalkuliert – inklusive einer Laufbahn in blauem Farbton, dessen Aufpreis bei rund 39.000 Euro liegt.

Weitere Module: Wege, Stellflächen, LED-Flutlicht

Weitere rund 600.000 Euro sind für das dritte Modul eingeplant: die Sanierung des Umgehungswegs. Dieser muss samt angrenzender Sportplatz-Barriere erneuert und an die neuen Kunststoffflächen angepasst werden. Im südlichen Bereich Richtung Realschule soll der Weg außerdem an die Laufbahn heranrücken. Der pflegeintensive Rasenstreifen zwischen Laufbahn und Weg fällt dadurch weg. Der Weg wird etwas verbreitert und kann dadurch künftig für Wartungsarbeiten befahren werden.

Vierter Baustein sind neue Stellflächen für die Vereine. Bei größeren Veranstaltungen stehen Verpflegungsstände bislang auf den Kunststoffflächen vor den Weitsprunganlagen. Beim neuen Belag ist dies nicht mehr möglich. Deshalb ist im Bereich der nordwestlichen Weitsprunganlage eine neue, 75 Quadratmeter große Stellfläche vorgesehen. Diese kostet 143.000 Euro. Abgerundet wird die Sanierung durch neues LED-Flutlicht und eine digitale Anzeigetafel.

Darüber hinaus plant die Verwaltung, in diesem Zug auch die Tribüne sowie die Umkleide- und Duschräume zu sanieren. Die Tribüne hat altersbedingte Mängel, das Dach ist stellenweise undicht. Geprüft wird die Installation einer Photovoltaikanlage. Über diese Punkte soll der Gemeinderat Anfang 2026 beraten. Ziel ist, diese Maßnahmen parallel zur Sportflächensanierung durchzuführen, wenn das Stadion ohnehin geschlossen ist.

Sanierungsstart realistisch ab 2027

Adler wies abschließend auf das neue Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ hin. Bis zu 45 Prozent der Baukosten könnten über das Programm gefördert werden. Die Stadt müsse im ersten Schritt eine Interessenbekundung abgeben. Die Auswahl der Projekte durch den Bund erfolge allerdings erst ab Februar 2026. „Deshalb halten wir eine Verschiebung der Stadionsanierung auf 2027 für realistisch.“ Ursprünglich hätten die Arbeiten eigentlich im Frühjahr starten und bis Sommer 2027 abgeschlossen sein sollen.

Ausweichflächen für Vereine gefunden

Der Hoffnung, dass nur eine Freiluftsaison ausfällt, erteilte Baubürgermeister Simon Menth unterstützt von Harald Fischer vom Büro Fischer + Partner allerdings eine Absage. Der neue Rasen brauche Zeit, um richtig anzuwachsen. „Das wird aller Voraussicht nach dazu führen, dass zwei Spielzeiten ausfallen“, so Menth. Julian Adler ergänzte, dass mit den betroffenen Vereinen bereits Gespräche geführt worden seien. Der FV Biberach kann auf die Sportplätze am Erlenweg ausweichen. Für die TG-Footballer, bei denen der Spielort aufgrund der Spielklasse gewisse Voraussetzungen erfüllen muss, zeichne sich ebenfalls eine Lösung ab.

(Quelle: Stadt Biberach)