Neuer Zeitplan für Straßenprojekt GV Blosenberg in Biberach: Baustart frühestens 2030

GV Blosenberg in Biberach: Baustart frühestens 2030
Die GV Blosenberg soll das Talfeld mit dem Gewerbegebiet Aspach verbinden. (Bild: GV Blosenberg)
WOCHENBLATT
WOCHENBLATT

Die geplante GV Blosenberg soll das Talfeld mit dem Gewerbegebiet Aspach verbinden. Doch der Bau könnte frühestens 2030 beginnen und bis Ende 2032 dauern.

Über den aktuellen Planungsstand der Gemeindeverbindungsstraße (GV) Blosenberg wurde der Biberacher Bauausschuss jüngst informiert. Das Straßenbauprojekt soll künftig die Verkehrsbelastung und den Lärm in der Bergerhauser Straße und der Ulmer Straße reduzieren. Bis zum möglichen Baubeginn sind allerdings noch zahlreiche Untersuchungen, Genehmigungen und weitere Planungsschritte erforderlich.

Bereits Ende 2024 hatte der Gemeinderat der Vorentwurfsplanung zugestimmt. Seitdem laufen Abstimmungen mit Planern und Behörden, insbesondere mit dem Regierungspräsidium.

Umweltprüfungen dauern voraussichtlich bis Ende 2027

Nach Einschätzung von Tiefbauamtsleiter Peter Münsch wird voraussichtlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig sein. Dabei muss auch der geplante B30-Aufstieg berücksichtigt werden. Die Prüfung soll bis Ende 2027 dauern.

Parallel bereitet die Verwaltung die Unterlagen für das sogenannte Scoping-Verfahren vor. Dabei werden Inhalt, Umfang und Detailtiefe der erforderlichen Umweltuntersuchungen festgelegt.

Die bereits 2021 erfassten Tierarten werden derzeit erneut untersucht, um die vorhandenen Daten zu aktualisieren. Diese Untersuchungen sollen noch bis März dauern. Das entsprechende Gutachten wird für Mitte 2027 erwartet. Anschließend muss die Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung erarbeitet werden.

Weitere Bestandteile der Planungen sind eine aktualisierte Verkehrsprognose des Landkreises, zusätzliche Untersuchungen zum Starkregenrisikomanagement sowie eine Flussgebietsuntersuchung des Mettenberger Bachs.

Bürgerbeteiligung für Frühjahr 2027 vorgesehen

Im ersten Quartal 2027 sollen weitere Planungsleistungen europaweit ausgeschrieben werden. Dazu gehören unter anderem Untersuchungen zu Immissionen und Emissionen sowie Planungen zur Renaturierung des Mettenberger Bachs und zum Hochwasserschutz.

Ab Mai 2027 sollen sämtliche erforderlichen Fachplaner zur Verfügung stehen. Die weiteren Planungen sind für das Jahr 2027 vorgesehen und fließen in das Planfeststellungsverfahren ein. Nach Einschätzung der Stadtverwaltung könnten die dafür notwendigen Unterlagen frühestens Ende 2027 vollständig vorliegen.

Auch die Bürger sollen frühzeitig eingebunden werden. Für das zweite Quartal 2027 sind zwei Informationsveranstaltungen geplant: eine für die Öffentlichkeit und eine weitere speziell für betroffene Grundstückseigentümer.

Förderbescheid frühestens im April 2029 erwartet

Das eigentliche Planfeststellungsverfahren könnte 2028 stattfinden. Sollte dieser Zeitplan eingehalten werden, wäre frühestens im September 2028 ein Antrag zur Aufnahme des Projekts in die Förderung nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz möglich.

Mit einem entsprechenden Bescheid rechnet die Verwaltung frühestens im April 2029. Bis dahin müssen auch die Ausschreibungsunterlagen weitgehend fertiggestellt sein, damit der eigentliche Förderantrag auf Grundlage aktueller Kosten eingereicht werden kann.

„Stand heute gehen wir davon aus, den Bau Ende des Jahres 2029 auszuschreiben“, erklärte Tiefbauamtsleiter Münsch.

Damit wäre ein Baubeginn frühestens 2030 möglich. Bei planmäßigem Verlauf könnte die neue Gemeindeverbindungsstraße Ende 2032 fertiggestellt sein.

Baukosten derzeit noch nicht abschätzbar

Wie viel das Straßenbauprojekt letztlich kosten wird, bleibt vorerst offen. Angesichts der zahlreichen noch ausstehenden Untersuchungen und Entscheidungen sei eine Fortschreibung der Kosten derzeit nicht möglich.

„Wir sind keine Hellseher im Tiefbauamt“, sagte Münsch mit Blick auf die bestehenden Unsicherheiten.

Die bisherige Planung bezeichnete er dennoch als belastbar. Grundlage seien die aktuellen Verkehrsdaten aus dem Jahr 2023.

Aufgrund der Komplexität des Verfahrens hat die Stadtverwaltung bereits eine Rechtsanwaltskanzlei mit der juristischen Begleitung beauftragt.

(Quelle: Stadt Biberach)

ANZEIGE