In Biberach entstehen acht neue Sozialwohnungen in der Straße „Am Blosenberg“. Die Stadt investiert rund 2,5 Millionen Euro in den Neubau, der im Frühjahr 2028 bezugsfertig sein soll.
Mit dem Spatenstich haben die Bauarbeiten für das neue Mehrfamilienhaus im Röhrenöschle begonnen. Der städtische Eigenbetrieb Wohnungswirtschaft errichtet auf dem 1.341 Quadratmeter großen Grundstück „Am Blosenberg 9/1“ ein Gebäude mit drei Geschossen und insgesamt 594 Quadratmetern Wohnfläche.
Geplant sind zwei Zwei-Zimmer-, zwei Drei-Zimmer- und vier Vier-Zimmer-Wohnungen mit einer Größe zwischen 42 und 87 Quadratmetern. Im Kellergeschoss werden unter anderem die Technik und Abstellräume untergebracht. Die Bauzeit beträgt voraussichtlich eineinhalb Jahre.
Grundstück wird über Erbbaurecht zur Verfügung gestellt
Beim Spatenstich berichtete Ralf Miller, Erster Bürgermeister und Leiter des Eigenbetriebs Wohnungswirtschaft, von kleineren Verzögerungen bei der Vorbereitung des Bauprojekts. Grund dafür waren unter anderem die komplizierten Grundstücksverhältnisse.
Aus einem hospitälischen, einem städtischen und einem privaten Grundstück ist mittlerweile eine gemeinsame Fläche entstanden. Eigentümer ist der Hospital zum Heiligen Geist.
„Jetzt haben wir ein Grundstück in toller Innenstadtlage, das der Hospital über einen Erbbaurechtsvertrag mit einer Laufzeit von 50 Jahren dem Eigenbetrieb Wohnungswirtschaft überlässt.“
Sozialwohnungen mit 40 Jahren Mietpreisbindung
Das Bauvolumen liegt bei rund 2,5 Millionen Euro. Das Projekt wird durch das Landeswohnraumförderungsgesetz ermöglicht. Rund 51 Prozent der Baukosten werden öffentlich bezuschusst.
Im Gegenzug verpflichtet sich der Eigenbetrieb, die Wohnungen zu einer Miete anzubieten, die 33 Prozent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Diese Mietpreisbindung gilt für 40 Jahre. Zudem muss das Objekt 50 Jahre lang gehalten werden.
Weitere Förderbedingungen sind die Einhaltung des Neubaustandards plus sowie der vorgegebenen Wohnungsgrößen. Die durchschnittliche Kaltmiete wird voraussichtlich bei rund zehn Euro pro Quadratmeter liegen.
Miller betonte, dass neuer bezahlbarer Wohnraum ohne eine „großzügige öffentliche Förderung“ nicht entstehen könne.
Erfahrungen aus früheren Bauprojekten fließen ein
Der Neubau wurde vollständig vom Eigenbetrieb Wohnungswirtschaft geplant. Dabei flossen Erfahrungen aus den Mehrfamilienhäusern im Altmannweg und in der Schweidnitzallee ein, von denen sowohl die Mieter als auch der Eigenbetrieb profitieren sollen.
„Unsere Erfahrungen spiegeln sich in diesem Projekt wider“, sagte Miller, „dadurch sind wir kostengünstiger und schneller unterwegs“.
Neues Gebäudekonzept verbindet Heizen, Kühlen und Lüften
Bei der technischen Ausstattung setzt der Eigenbetrieb auf ein vollständig integriertes Gebäudekonzept der Ulmer Firma Envola.
Das digital vernetzte System vereint Heizen, Kühlen, Lüften und Warmwasserbereitung. Es basiert auf einem zentralen Energiespeicher im Außenbereich und soll die technische Komplexität sowie die Investitions- und Betriebskosten reduzieren. Gleichzeitig sollen Wohnkomfort und Energieeffizienz verbessert werden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der automatisierten Belüftung. Miller verwies darauf, dass das unterschiedliche Lüftungsverhalten der Bewohner in den Wohnungen des Eigenbetriebs häufig zu Problemen führe. „Jeder hat ein anderes Lüftungsverhalten.“
Das neue Gebäudekonzept soll diese Herausforderung durch eine automatisierte Lüftung über dezentrale Raumluftgeräte lösen.
„Hier entsteht bezahlbarer Wohnraum mit einem innovativen Technikkonzept, in guter Kooperation zwischen Hospital und Stadt – und das in einer sehr schönen Wohnlage“, fasste Ralf Miller zusammen.
Die acht neuen Wohnungen sollen im Frühjahr 2028 bezugsfertig sein.
(Quelle: Stadt Biberach)