HERGATZ/HERGENSWEILER – Im Degermoos im Landkreis Lindau wurden in den vergangenen Monaten umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt. Ziel ist es, die wertvollen Moorflächen zu erhalten, CO₂-Emissionen zu reduzieren und seltene Arten zu schützen.
Die Maßnahmen sind Teil eines länderübergreifenden Moorschutzprojekts von Bayern und Baden-Württemberg.
Wasser zurück ins Moor
Im Winter wurden im Moorwald und im Großseggenried insgesamt 51 Torfdämme errichtet. Diese verschließen alte Entwässerungsgräben und sorgen dafür, dass das Wasser wieder im Moor gehalten wird.
Ein hoher Wasserstand ist entscheidend für die Regeneration der Moorflächen. Nur so können typische Pflanzen zurückkehren und neue Torfschichten entstehen, die langfristig große Mengen CO₂ binden.
Durch die Maßnahmen wurden rund fünf Hektar Moorfläche wiedervernässt. Dadurch können jährlich mindestens 50 Tonnen klimaschädliches CO₂ eingespart werden.
Lebensräume für seltene Arten
Neben der Wiedervernässung wurde auch die Artenvielfalt gezielt gefördert. Sieben Kleingewässer wurden neu angelegt oder wiederhergestellt.
Diese bieten Lebensraum für Amphibien, Reptilien wie die seltene Kreuzotter sowie für gefährdete Libellenarten wie die Große Moosjungfer und die Kleine Binsenjungfer.
Das Degermoos zählt bereits heute zu den bedeutenden Naturräumen in der Region. Zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten sind hier heimisch.

Zusammenarbeit als Schlüssel
Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen dem Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu, Kommunen, Behörden, Landwirten und privaten Grundstückseigentümern.
Die Arbeiten wurden mit speziellen Maschinen und großer Rücksicht auf die sensiblen Böden durchgeführt.
Insgesamt wurden rund 82.000 Euro investiert. Weitere Maßnahmen sind bereits geplant: Auch im kommenden Winter sollen zusätzliche Flächen wiedervernässt werden, um das Moor langfristig zu stabilisieren.
(Quelle: Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V.)