In Biberach sollen acht Ampelanlagen modernisiert werden, damit Stadtbusse weniger Zeit verlieren. Der Gemeinderat hat die rund 530.000 Euro teure Maßnahme beschlossen.
Besonders auf den Buslinien 1 und 2 kommt es weiterhin zu Verspätungen. Obwohl die Fahrplananpassung im Jahr 2025 bereits Verbesserungen gebracht hat, erreicht der Biberacher Stadtlinienverkehr noch nicht die Pünktlichkeitswerte früherer Jahre. Im Februar 2026 lag die Quote bei 83,5 Prozent, während sie in den Vorjahren zwischen 87 und 90 Prozent betrug.
Die beiden besonders betroffenen Linien 1 und 2 werden von 43 Prozent der Fahrgäste genutzt. Um die Fahrzeiten zu stabilisieren, sollen künftig weitere Ampelanlagen mit einer sogenannten Busbeschleunigung ausgestattet werden. Dabei können Busse während der Fahrt per Funk Grün anfordern und so Wartezeiten an Kreuzungen reduzieren.
Diese acht Kreuzungen in Biberach sind betroffen
Geplant ist die Modernisierung von insgesamt acht Ampelanlagen. Drei davon befinden sich an der Memminger Straße, jeweils an den Kreuzungen mit der Theodor-Heuss-Straße, der Hans-Liebherr-Straße und der Königsbergallee.
Weitere fünf Ampelanlagen sollen im Industriegebiet Aspach ab der Ernst-Boehringer-Straße erneuert werden.
Ein Teil der bestehenden Anlagen ist bereits bis zu 46 Jahre alt. Ersatzteile sind teilweise nicht mehr erhältlich. Mit der Modernisierung soll deshalb nicht nur die Busbeschleunigung verbessert, sondern auch die Technik auf Digitalfunk umgestellt werden. Dieser gilt als präziser und flexibler als der bisherige Analogfunk, dessen Frequenzen voraussichtlich in absehbarer Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen.
Warum die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen
Die zunehmende Verkehrsbelastung, zusätzliche Geschwindigkeitsbegrenzungen und wiederkehrende Baustellen erschweren es den Stadtbussen, ihre Fahrpläne einzuhalten. Weitere Anpassungen der Fahrzeiten allein reichen nach Einschätzung der Verantwortlichen nicht mehr aus.
Tiefbauamtsleiter Peter Münsch und Helmut Schilling, der bei den Stadtwerken für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verantwortlich ist, erläuterten die Situation bereits bei der Vorberatung im Bauausschuss.
Die Busbeschleunigung sei ein wichtiger Baustein, um den Betrieb langfristig zu stabilisieren. Sie setze direkt an den Engpässen an, könne vergleichsweise schnell umgesetzt werden und führe in der Regel zu keinen oder nur geringen Einschränkungen für den übrigen Verkehr. Ohne zusätzliche Maßnahmen drohten dagegen weitere Verspätungen.
Rund 530.000 Euro für die Modernisierung
Die Gesamtkosten der von Stadt und Stadtwerken getragenen Maßnahme werden auf rund 530.000 Euro netto geschätzt. Davon entfallen etwa 449.000 Euro auf die Erneuerung der Ampelanlagen und weitere 81.000 Euro auf die technische Ausstattung der Busse.
Verwaltung und Stadtwerke rechnen mit Fördermitteln von bis zu 187.000 Euro. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Stadt den Klimamobilitätsplan beschließt. In diesem Fall könnte der Fördersatz bei 75 Prozent der förderfähigen Kosten von 250.000 Euro liegen. Ohne diesen Beschluss wäre lediglich eine Förderung von 50 Prozent möglich.
Die Kosten für die Ampelanlagen verbleiben bei der Stadt. Nach Abzug des Zuschusses und einschließlich Umsatzsteuer wird mit einem städtischen Kostenanteil von rund 365.000 Euro gerechnet.
Die Investitionen in die Busse fließen in die Spartenrechnung des öffentlichen Nahverkehrs ein und werden anteilig von Stadt und Landkreis getragen.
Umsetzung für 2027 geplant
Nachdem der Aufsichtsrat der Stadtwerke dem Vorhaben bereits im Juli zugestimmt hatte, fiel auch die Beschlussempfehlung des Bauausschusses einstimmig aus. Der Gemeinderat folgte dieser Empfehlung und beschloss die Erneuerung der acht Ampelanlagen ebenfalls einstimmig.
Die Umsetzung ist für das Jahr 2027 vorgesehen.
(Quelle: Stadt Biberach)