Am Dienstag, 25. Juli, war ein großer Tag für die Wetterwarte Süd (WWS). Mit der Errichtung der Wetterbeobachtungsplattform / Höhenstudio der Wetterwarte, ging ein seit 10 Jahren gehegter Wunsch von Roland Roth in Erfüllung. Bei der anschließenden Pressekonferenz gab Roth einen Ausblick zur Zukunft der Wetterwarte.
Freunde, Bekannte und Zaungäste verfolgten am frühen Dienstagmittag gebannt, wie das auf einem Tieflader stehende Höhenstudio von einem Kran, auf das Dach der Wetterwarte gehoben wurde. Vom Dach aus wurde der Kran bedient, um die von der Zimmerei Markus Maier (Ebersbach) vorgefertigte Plattform, passgenau in die dazu geöffnete Dachöffnung einzusetzen. Die Zimmerleute hatten gut vorgearbeitet, das Wetterstudio war in kürzester Zeit aufgesetzt. Mit dem Richtspruch eines Zimmermanns endete dieser offizielle Akt.
Für wissbegierige Gäste bestand anschließend die einmalige Möglichkeit die Plattform zu besteigen und den Rundblick über Bad Schussenried zu genießen und einen Blick Richtung Allgäu und die Alpen zu werfen. Ist das Studio komplett eingerichtet, dient es als reiner Arbeitsraum, Besichtigungen sind dann, wegen des Betriebes der Wetterstation, nicht mehr möglich.
Dank an die Arbeiter, Helfer und den Architekten
In der Schussenrieder Brauerei Ott dankte Roth vornehmlich allen, die zum Gelingen des Vorhabens beigetragen hatten. In erster Linie erwähnte er den Markus Maier, der als Chef der Zimmerei, seine guten Beziehungen zu anderen Gewerken hatte spielen lassen, damit das Vorhaben passgenau und aufeinander abgestimmt vollendet werden konnte. Roth erwähnte, dass auf das Dach noch eine Windkraftanlage und Messgeräte installiert werden. Ein dickes Lob verteilte Roth auch an Klaus Schösser, seinen Architekten. Der Wetterexperte brachte abschließend nochmals seine Wertschätzung der Handwerkskunst gegenüber zum Ausdruck.
Plattform macht Sinn
Von der ersten Idee bis zur Aufstellung der Plattform sind, so Roth, 10 Jahre vergangen: „Der Grund für das Wetterstudio auf dem Dach ist, dass ich zu wenig Blick auf das Wettergeschehen habe. Ich sitze zwar vor fünf Bildschirmen, die mir alle Daten liefern, aber der Blick auf das Wettergeschehen fehlte bisher. Ziel ist es, die Wetterwarnungen zu verfeinern.“ Schmunzelnd fügte er noch an: „Besser wird das Wetter aber dadurch nicht.“
Spannende Pressekonferenz
Roth blickte in die Zukunft der Wetterwarte, die teils noch unbestimmt ist. „Nächstes Jahr werde ich 70 Jahre alt, ewig werde ich also die Wetterwarte nicht mehr leiten.“ Nach seinen Worten gehen ihm die Ideen nicht aus, aber er will die Leitung in andere Hände abgeben. „Unseren Bürgermeister und die Gemeinderäte habe ich informiert,“ teilte Roth mit, der die Wetterwarte Süd als Alleinstellungsmerkmal für die ehemalige Kurstadt sieht. Bleibt zu hoffen, dass die Verwaltung und das Ratsgremium alles dafür tun, um die Wetterwarte Süd an ihrem Geburtsort zu erhalten.
Roth, der die Wetterwarte vor 55 Jahren gründete, hat in dieser Zeit fast Unglaubliches geschafft. „Mittlerweile ist unsere Organisation auf mehr als 300 MitarbeiterInnen angewachsen und seit einiger Zeit auch in Vorarlberg und der Nordostschweiz ‚unterwegs‘ und damit nach dem Deutschen Wetterdienst (DWD), der personell größte Wetterdienstanbieter im deutschsprachigen Raum,“ teilte er in seiner Einladung zur Pressekonferenz im Vorfeld mit.
Bis 2027 bleibt der Sitz in Bad Schussenried, danach?
Roth garantiert, dass der Sitz der Wetterwarte noch für vier Jahre in Bad Schussenried verbleibt. Wie es danach weitergeht, ist noch offen, auch wenn der Wetterexperte schon jetzt die Notwendigkeit für eine neue Organisationsstruktur sieht. Bis 2027 will Roth auf jeden Fall einen Nachfolger präsentieren, der die erfolgreiche Wetterwarte in seinem Sinne weiterführt.