Wasserwacht warnt vor Lebensgefahr: Eisflächen noch viel zu dünn

Wasserwacht warnt vor Lebensgefahr: Eisflächen noch viel zu dünn
Die BRK-Kreiswasserwacht Oberallgäu, warnt davor, solche Eisflächen zu betreten // Symbolbild. (Bild: picture alliance/dpa | Jörn Hüneke)

Die winterlichen Temperaturen der letzten Tage haben dazu geführt, dass sich auf einigen Seen und Teichen dünne Eisschichten gebildet haben. Wer einbricht, erleidet innerhalb weniger Minuten einen Kälteschock, der zum Ertrinken führen kann.

Birgit Ellmann, Vorsitzende der BRK-Kreiswasserwacht Oberallgäu, warnt davor, solche Eisflächen zu betreten. „Eine Eisfläche kann erst ab etwa fünfzehn Zentimetern Dicke mehrere erwachsene Personen tragen. Um diese Stärke zu erreichen, sind mehrere Wochen Minusgrade nötig. Wenn es zwischendurch wärmere Tage gibt, wird die Eisdecke rasant wieder dünner.“

Aufs Eis geworfene Steine sind keine zuverlässigen Hinweisgeber

Von außen sei es kaum abzuschätzen, ob Eisflächen tragfähig sind, sagt die erfahrene Wasserretterin. „Strömungen, Wasserpflanzen und andere Faktoren tragen zu einer ungleichmäßig dicken und damit unberechenbaren Eisdecke bei. Aufs Eis geworfene Steine sind keine zuverlässigen Hinweisgeber.“

Die Wasserwacht appelliert immer wieder an die Bevölkerung, Eisflächen auf natürlichen Gewässern besser zu meiden oder grundsätzlich nur an bewachten Gewässern und nie allein auf das Eis zu gehen. Eltern sollten ihre Kinder unbedingt über die Gefahren beim Betreten von natürlichen Eisflächen aufklären. Gesperrte Eisflächen dürfen auf keinen Fall betreten werden!

Stimmbänder verschließen sich und man bekommt keine Luft

Birgit Ellmann: „Bei Eiseinbruch besteht akute Lebensgefahr. Die eisigen Temperaturen führen innerhalb kürzester Zeit zu einer starken Unterkühlung und infolgedessen zu einer massiven Kreislaufbelastung, die im schlimmsten Fall tödlich sein kann. Taucht man mit dem Kopf unter Wasser und atmet dieses ein, kann es zu einem Stimmritzenkrampf kommen. Dabei verschließen sich die Stimmbänder und man bekommt keine Luft mehr.“

Ist eine Person ins Eis eingebrochen, sollten Augenzeugen sofort den Notruf 112 verständigen. Auch die Wasserwacht ist dann zur Stelle. Auf der Homepage des BRK gibt es eine Eisregel-Broschüre.

(Quelle: BRK)