Sobald im Frühjahr die Temperaturen steigen, laufen in vielen Wohngebieten wieder regelmäßig die Rasenmäher. Naturschützer empfehlen jedoch, den eigenen Garten seltener zu mähen und wilde Bereiche zuzulassen.
Ein kurz geschnittener Zierrasen sehe zwar ordentlich aus, biete Tieren und Insekten jedoch kaum Lebensraum. Wer dauerhaft weniger mäht, könne Artenvielfalt fördern, Zeit sparen und zugleich etwas für Klima und Boden tun.
Wilde Ecken statt grüne Wüste
Nach Einschätzung von Naturschutzexperten finden Bienen, Schmetterlinge, Heuschrecken und viele weitere Tiere auf häufig gemähten Flächen kaum Nahrung oder Rückzugsorte. In wilden Gartenbereichen wachsen dagegen zahlreiche Kräuter und Blumen wie Gänseblümchen, Löwenzahn, Klee, Schafgarbe oder Wiesensalbei.
Gerade diese Pflanzen liefern Nektar und Pollen für Insekten. Gleichzeitig bieten höhere Wiesenstücke Schutzräume für Tiere und Rückzugsorte für Jungtiere.
Empfohlen wird deshalb, nicht die gesamte Fläche regelmäßig zu mähen, sondern Teilbereiche stehen zu lassen. Möglich sind etwa Blumeninseln, Randstreifen oder kleinere Naturflächen im Garten.
Weniger Arbeit und mehr Nutzen
Ein naturnaher Garten bringt laut Experten mehrere Vorteile mit sich. Wer seltener mäht, spart Zeit, Energie und reduziert Lärm. Höherer Bewuchs schützt zudem den Boden vor Austrocknung und hält Feuchtigkeit länger im Erdreich.
Auch die Bodenqualität kann sich verbessern, wenn Wildkräuter wachsen dürfen. Mehr Insekten locken wiederum Vögel, Igel und andere Tiere an. Heimische Wildblumen gelten außerdem als pflegeleicht und kommen häufig ohne zusätzliches Gießen oder Düngen aus.
Zwei Schnitte im Jahr reichen oft aus
Für viele Flächen genügen nach Einschätzung von Fachleuten zwei größere Schnitte pro Jahr – einmal Ende Mai und ein weiteres Mal im Herbst. So haben Blumen genügend Zeit, zu blühen und Samen zu bilden.
Wichtig ist allerdings, abgestorbenes Gras im Frühjahr zu entfernen, damit junge Pflanzen wieder nachwachsen können. Wer nicht den gesamten Garten umstellen möchte, kann zunächst mit einzelnen wilden Ecken beginnen.
Der Trend zu weniger Rasenpflege ist nicht neu. Die Aktion „Mähfreier Mai“ stammt ursprünglich aus England und soll Menschen dazu motivieren, Gärten naturnäher zu gestalten – idealerweise nicht nur im Mai, sondern das ganze Jahr über.
(Quelle: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND))