Rutschgefahr: Immer mehr Unfälle im Südwesten

Rutschgefahr: Immer mehr Unfälle im Südwesten
Ein Auto fährt am Morgen über eine vereiste Straße. (Symbolbild: Monika Skolimowska/dpa)

Deutsche Presse-Agentur

Glatteis wird am Mittwoch zur Gefahr auf Gehwegen und Straßen – und der Verkehr wird zur Rutschpartie. Die Polizei berichtet bereits von zahlreichen Unfällen. Es dürften mehr werden.

Regen, Schnee und Eis führen in Baden-Württemberg zu immer mehr Unfällen. Wie ein Polizeisprecher in Konstanz am Morgen mitteilte, hat es dort allein etwa 30 Unfälle gegeben. Zwei Menschen wurden demnach leicht verletzt.

Auf der A5 sind laut Polizei am Mittwochmorgen rund um Rastatt etliche Fahrzeuglenker ins Schlingern geraten, hierbei gegen die Leitplanke oder andere Fahrzeuge gestoßen. Ob oder wie viele Menschen hierbei verletzt worden sind, lasse sich derzeit nicht sagen.

Vor allem die Landkreise Konstanz, Rottweil und Tuttlingen seien betroffen. Die Sprecher der Polizeipräsidien in Freiburg, Stuttgart, Offenburg, Ravensburg und Reutlingen sprachen ebenfalls von einzelnen Unfällen, dabei blieb es jedoch vor allem bei Sachschäden.

In Schorndorf im Rems-Murr-Kreis rutschte ein 19-Jähriger mit seinem Wagen von der Fahrbahn, weil er zu schnell unterwegs war. Er blieb unverletzt. Nur eine halbe Stunde vorher prallte eine Fahrerin ebenfalls in Schorndorf aufgrund der Glätte in die Leitplanke.

In Freiburg berichtete die Polizei von einer Vielzahl von Unfällen. Die Wetterbedingungen verursachten erhebliche Herausforderungen für den Verkehr. Glücklicherweise seien bisher überwiegend Blechschäden zu verzeichnen. «Einsatzkräfte sind verstärkt im Einsatz, um Unfallstellen zu sichern und Verletzten schnellstmöglich Hilfe zukommen zu lassen.»

Die Polizei in Freiburg appellierte an alle Verkehrsteilnehmer, ihre Fahrweise an die glatten Straßenverhältnisse anzupassen und langsam zu fahren.

Andernorts sollen größere Einsätze auf den glatten Straßen zunächst ausgeblieben sein, etwa in Mannheim, Heilbronn, Pforzheim, Karlsruhe sowie in Aalen und Ludwigsburg. Die Ulmer Polizei berichtete von mehreren Unfällen, es gebe aber bislang keine Hinweise auf größere Behinderungen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Morgen vor gefrierendem Regen mit «erheblichem Glatteis». Nach Angaben eines Meteorologen überquert ein Tiefausläufer das Land von Südwesten nach Osten. Zunächst fielen die Niederschläge noch als Schnee und gingen dann in Regen über, sagte er. Wegen des Frostes in der Nacht führe das zu gefährlichem Glatteisregen.

Wie die Rhein-Neckar-Verkehrs GmbH in Mannheim vorab mitteilte, können Schnee- und Eisglätte Verspätungen und Ausfälle auslösen. Der Heidelberger Zoo bleibt am Mittwoch geschlossen. «Wir möchten kein Risiko eingehen, daher schließen wir den Zoo morgen für den Besucherverkehr», teilte Direktor Klaus Wünnemann am Dienstag mit.

An den Flughäfen im Südwesten startete der Betrieb am Morgen weitgehend normal. Die Lufthansa habe ihre Zubringerflüge von Stuttgart nach Frankfurt und München vorsorglich gestrichen, teilte eine Sprecherin des Flughafens am Dienstag mit. Betroffen seien drei Flüge nach Frankfurt und drei zurück sowie ein Flug von und nach München.

Der Baden-Airpark – Flughafen Karlsruhe Baden-Baden hatte Passagieren empfohlen, genügend Zeit für eine sichere Anreise unter diesen Wetterbedingungen einzuplanen. Vom Euro-Airport Basel-Mulhouse-Freiburg starteten und landeten laut Online-Flugplan die meisten geplanten Flugzeuge.

Von Mittwochnachmittag an ist dann der Wetter-Prognose zufolge das Schlimmste überstanden. Die Temperaturen klettern erst im Rheintal und dann auch im Raum Stuttgart nach oben, das Eis taut. Die Gefahr von Glatteisregen lässt nach. Abends wird es dann sehr mild. Der Deutsche Wetterdienst erwartet Temperaturen deutlich im Plusbereich: im Rheintal bis zu 10 Grad, in Stuttgart 6 Grad.

Nur für den Norden Baden-Württembergs warnt der DWD bis Donnerstagfrüh vor extremem Glatteis. Hier können sich starke Eispanzer bilden.