Wetter-Spezial: Nach wechselhaften Tagen folgt Hochsommer am Wochenende – fast 30 Grad!

Wetter-Spezial: Nach wechselhaften Tagen folgt Hochsommer am Wochenende – fast 30 Grad!
Nach der turbulenten Wetterwoche mit Wind und Regen wird’s ab dem Wochenende sommerlich warm. (Bild: Pixabay)

Lindau/Bodensee (nk) – Turbulente Tage stehen uns in dieser Woche bevor. Besonders ab der Wochenmitte fällt immer wieder Regen. Zudem optimiert Sturmtief „Eugen“ die ungemütliche Wetterphase. Am Wochenende nimmt das Wetter eine starke Wendung: Der Hochsommer streckt seine Fühler aus dem Südwesten zu uns aus – fast 30 Grad sind möglich.

Zunächst mal ein kurzer Ausblick auf die kommenden Tage. Uns erwartet bis einschließlich Freitag ungemütliches Wetter mit Wind und Regen.

Der Tagesbeginn am Mittwoch fällt rundum nass aus. Vielfach fällt Regen, der sich entlang des Alpenrades mitunter stark intensiviert. Über den ganzen Tag hinweg regnet es immer wieder, sodass die trockenen Phasen immer kürzer ausfallen. Die Höchstwerte erreichen dabei bis zum Mittwochnachmittag sehr kühle 8 bis 11 Grad. Im kräftigen Regen oder in einem durchziehenden Schauer sinken die Temperaturen gar weiter ab.

Am Mittwoch stellt sich ungemütliches Wetter ein: Wind und Regen beschäftigen uns häufig. (Bild: Martin Böhler)

Der Wind spielt am Mittwoch weiterhin eine größere Rolle beim Wettergeschehen am Bodensee. Schuld daran ist das SturmtiefEugen“. Ganztägig muss mit Wind- und Sturmböen gerechnet werden, die Windgeschwindigkeiten von 40 bis 60km/h erreichen können. Direkt auf dem See (große Fläche) sind entsprechend auch stärkere Böen drin. Die Sturmwarnung am See wird vermutlich aktiv sein.

Nun machen wir mal einen größeren Sprung und blicken genauer auf das kommende Wochenende. Denn: Das Wetter scheint eine 180-Grad-Wende einlegen zu wollen. Nach den wechselhaften Tagen mit Wind und Regen erreichen uns sehr warme Temperaturen.

Das zeigt diese Wetterkarte des GFS-Modells mit den Luftmassentemperaturen in 1.500m Höhe (850hPa) für die Nacht auf nächsten Montag sehr anschaulich.

Aus Nordafrika und über den Mittelmeerraum werden warme Luftmassen nach Deutschland einströmen. (Bild: wxcharts.com)

Die Höhenwärme strömt von Nordafrika über das Mittelmeer und über Westfrankreich zu uns nach Mitteleuropa. Über der Südhälfte Deutschlands erkennen wir die 15-Grad-Isotherme (Luftmassentemperatur) in 1.500m Höhe (850hPa).

Diese Höhenwärme beeinträchtigt natürlich auch die Temperaturen am Erboden. Mit viel Sonnenschein kann man zur aktuellen Jahreszeit etwa 15 bis 18 Grad hinzuaddieren. Das wären am Erboden demnach 30 bis 33 Grad im Süden. Auch im Norden, Osten und Westen des Landes wäre es sommerlich warm.

Komplett makellos wird das Wochenende nach derzeitigem Stand allerdings nicht werden: Trotz freundlichen Bedingungen bilden sich voraussichtlich häufiger kurze Schauer und Gewitter in der Atmosphäre, die uns besonders am Alpenrand und dem Bodensee ab und zu erreichen können. Mit Höchstwerten von 24 bis 28 Grad können wir das Sommerwetter in den Gebieten am Bodensee durchaus genießen.

Zum Schluss werfen wir noch einen Blick in die erweiterte Mittelfrist, die wir anhand der sogenannten Ensemble genauer untersuchen.

Die rote Linie ist das Klimamittel der Luftmassentemperatur in 1.500m (850hPa) aus 30 Jahren, die weiße Linie das Mittel aller Modellberechnungen, wie wir wiederum vielfarbig vorfinden. Je gebündelter die Einzelläufe sind, desto sicherer ist die Wetterlage.

Die Ensemble für Lindau (Bodensee) zeigt den „Sommer-Berg“ sehr anschaulich. (Grafik: Wetterzentrale.de)

Ganz unten finden wir zudem die sogenannten Niederschlags-Signale.

Aktuell befinden wir uns noch leicht überdurchschnittlich, was sich aber in den kommenden Tagen kurzweilig ändern wird. Zudem sehen wir unten zwei „Niederschlags-Berge“, die uns morgen und übermorgen Regen bringen. Anschließend, etwa am 09. Mai, dem Samstag schießen die Temperaturen in der Höhe förmlich nach oben. Es findet dabei eine einheitliche Bündelung statt, was diesen Trend sehr wahrscheinlich macht. Nach dem „Hochsommer-Berg“ pendeln sich die Luftmassentemperaturen wieder um das langjährige Mittel ein und die Unsicherheiten nehmen zu. „Hinten raus“ bleiben uns durchweg Niederschläge erhalten.

Wissenswert: Sobald in Deutschland an drei Tagen in Folge die 30-Grad-Marke geknackt oder überschritten wird, bezeichnet man dies in der Meteorologie als Hitzewelle. Diese Marke kann an einer offiziellen Wetterstation in Deutschland sicherlich verzeichnet werden. Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass teils von einer kleinen Hitzewelle zu sprechen sein wird.

Man kann also davon ausgehen, dass diese Sommerwärme den Höhepunkt am Sonntag und Montag erreicht. Die Wärme beziehungsweise Hitze (ab 30,0 Grad) wird anschließend wieder vertrieben.

Eine längerer Durchbruch des Frühsommers mit viel Sonnenschein und über 20 Grad ist nach diesen Trends in absehbarer Zeit nicht in Sicht.