So können Sie sich schützen Zwei Millionen Euro futsch: Polizei warnt vor fiesen Online-Anlagefallen

Zwei Millionen Euro futsch: Polizei warnt vor fiesen Online-Anlagefallen
Nach der Vorfreude kommt die Enttäuschung: Die Anlagegelder werden nie in eine tatsächlich existierenden Kapitalanlage einbezahlt und erzielen somit keine der vorgetäuschten Renditen, heißt es von der Polizei. (Symbolbild: anyaberkut // iStock / Getty Images Plus)

In der Hoffnung auf das schnelle Geld haben zahlreiche Menschen in Niederbayern bei betrügerischen Onlineplattformen mitunter enorme Summen verloren. Der Schaden innerhalb von zwei Monaten betrug nach ersten Schätzungen über zwei Millionen Euro.

Die Polizei warnt erneut vor falschen Anlageplattformen im Internet. Die Seiten mit den scheinbar verlockenden Anlagemöglichkeiten wirken auf den ersten Blick täuschend echt und seriös. Verstärkt wird dies häufig mit Prominenten, die die Anlagen angeblich bewerben und in der Vergangenheit bereits gewinnbringend investiert hätten.

Hier ein paar Betrugsfälle

  • Ein Mann aus dem Landkreis Dingolfing-Landau hat nach einem angeblichen Insidertipp eines sog. Finanzexperten über eine Social-Media-Plattform von Anfang April bis Mitte Juni insgesamt über 250.000 Euro an verschiedene Trading-Apps überwiesen.
  • Ein Mann aus dem Landkreis Landshut „investierte“ zunächst in Kryptowährung. Nachdem ihm eine angebliche Brokerin einen Gewinn seines „Investments“ in Höhe von über einer halben Million Euro mitteilte, überwies er zur Auszahlung des vermeintlichen Kursgewinnes Anfang Mai 2025 „Gebühren“ von rund 35.000 Euro auf ein maltesisches Konto. Der Kontakt zu der Brokerin ist seither abgebrochen.
  • Eine Frau aus dem Landkreis Regen wurde mit einer gefälschten Anlageplattform getäuscht, die u. a. mit Prominenten den Anschein von Seriosität erweckte. In der Annahme, in eine lukrative Geldanlage zu investieren, überwies die Frau Mitte Juni 2025 über 17.000 Euro auf ein österreichisches Konto.
  • Ein Internetvideo zu einer Vermögensanlage, in dem ein Rendite von 100 % versprochen wurde, veranlasste einen Mann aus dem Landkreis Rottal-Inn Ende Juni 2025 mehrere Zahlungen in Höhe von insgesamt 30.000 Euro auf ein maltesisches Konto auszuführen.

So gehen die Betrüger in der Regel

Nach Eingabe der persönlichen Daten nimmt i. d. R. ein sog. „Finanzberater“ Kontakt auf. Der „Berater“ täuscht den Opfern durch eine geschulte Gesprächsführung eine vertrauensvolle und individuelle Beratung sowie Betreuung der Geldanlage vor.

Anlagen sind ähnlich wie Fake-Shops

Tatsächlich werden die investierten Einlagen, zu Beginn meist mit einer geringen Anlagesumme, aber nicht zur Geldanlage verwendet, sondern sind für die „Anleger“ verloren. Auf den betrügerischen Internetplattformen werden von den Tätern unter anderem Anlageprodukte wie Aktien, binäre Optionen, Devisen und Kryptowährungen zum Handel angeboten, die keinen realen Hintergrund haben.

Die Vorgehensweise der Betrüger ist vergleichbar mit sogenannten Fake-Shops, in denen nicht existente Waren angeboten werden. Die Anlagegelder werden nie in eine tatsächlich existierende Kapitalanlage einbezahlt und erzielen somit keine der vorgetäuschten Renditen.

Geld verschwindet im Ausland

Die Möglichkeiten für Anleger, das investierte Geld wiederzuerlangen, sind sehr gering, da die Täter die vereinnahmten Gelder i. d. R. Auslandskonten transferieren.

Die Betreiberfirmen der Handelsplattformen wechseln häufig, bei den Firmensitzen handelt es sich nicht selten um Offshore-Briefkastenadressen.

Das sollten Sie wissen, wenn Sie Online-Trading nutzen

  • Ungewöhnlich hohe Gewinne mit wenig Einsatz sollten immer misstrauisch machen.
  • Seien sie vorsichtig, wenn die Investitionen in Kryptowährungen getätigt werden.
  • Banken und Sparkassen gehen nicht direkt auf Kunden zu, um Sie zum Online-Trading zu bringen.
  • Informieren Sie sich über die Trading-Plattformen, bevor Sie sich anmelden oder Geld überweisen.
  • Nutzen Sie dafür die Unternehmensdatenbank der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht).
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Fragen Sie notfalls bei der offiziellen Plattform nach dem Händler.
  • Geben Sie keine sensiblen Daten preis – wie Zugangsdaten zum Online-Banking oder zu Ihren Depots.

Wenn Sie bereits Opfer geworden sind! Erstatten Sie umgehend Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizei!

(Quelle: Polizeipräsidium Niederbayern)