Ringelnatter-Alarm Warum immer mehr schwarze Schlangen gesichtet werden

Warum immer mehr schwarze Schlangen gesichtet werden
Die Ringelnatter ist die bekannteste Natter bei uns im Land. Sie ist ungiftig und völlig harmlos, so der NABU. (Bild: picture-alliance / OKAPIA KG, Germany | Fot K.H. Jacobi)

In Nordrhein-Westfalen häufen sich aktuell die Sichtungen von schwarzen Schlangen und viele Menschen sind verunsichert. Auch in unserer Region trifft man immer wieder auf schwarze Schlangen – auch auf dem Weg zu erfrischenden Gewässern.

Ob auf Feld- und Waldwegen oder an Weihern – die schwarzen Schlangen lösen bei Gartenbesitzern und Spaziergängern nicht nur in NRW Verunsicherung aus. Die Wildnisschule Ruhrgebiet gibt allerdings Entwarnung: Bei allen Schlangen, die im und am Wasser in dem Bundesland zu sehen sind, handelt es sich zu 99% um heimische ungefährliche Ringelnattern. Sie sind weder gefährlich, angriffslustig noch beißen sie. Die schwarze Farbvariante (Art Natrix) ist genetisch bedingt, heißt es vom Naturschutzbund.

Ringelnattern sind Wasserschlangen

Auch bei uns in Oberschwaben, meist in der Nähe von Badeseen, können Ringelnattern vorkommen – selten auch schwarze. Die ungiftigen Schlangen sind in ganz Baden-Württemberg anzutreffen. Sie leben häufig in der Nähe von Gewässern, da sie gerne Frösche, Fische und andere Kleintiere jagen, die in solchen Lebensräumen vorkommen. Die Tiere sind nicht giftig und streng geschützt.  Die Grundfärbung kann von hell- bis dunkelgrau variieren, oft mit dunkleren Flecken auf dem Rücken und an den Seiten. 

Wer in Baden-Württemberg eine Ringelnatter sieht, hat vermutlich die Östliche Ringelnatter gesehen. Noch sind sechs der weltweit über 2.700 Schlangenarten in Baden-Württemberg zuhause: Ringelnatter, Barren-Ringelnatter, Äskulapnatter, Schlingnatter, Kreuzotter und Aspisviper, so der NABU. Nur zwei davon sind giftig: die Kreuzotter und die Aspisviper. Beide sind sehr selten und stehen auf der Roten Liste Baden-Württembergs.

Wichtig: Ruhe bewahren

Wer auf eine Schlange trifft, sollte Ruhe bewahren, das Tier nicht einengen und ihm eine Fluchtmöglichkeit lassen, denn Schlangen sind scheu. Sie können zwar nicht hören, suchen bei Bodenerschütterungen aber meist schnell das Weite. Wer die Schlange ungestört liegen lässt, dem bietet sich bei einem Sicherheitsabstand von einem Meter eine Gelegenheit, das Tier einmal genauer zu betrachten. Sollte jemand von einer Aspisviper oder einer Kreuzotter gebissen werden, muss auf jeden Fall einen Arzt aufgesucht werden, heißt es vom NABU.

Die Kreuzotter

Die Kreuzotter ist in Baden-Württemberg beheimatet und ist in höhergelegenen, kühleren Lagen des Schwarzwalds, der Schwäbischen Alb sowie den Moorgebieten des Allgäus und Oberschwabens zu sehen. Sie sind scheu und giftig zugleich, für Menschen aber entgegen einiger Vorurteile nicht lebensgefährlich.

Kreuzottern sind Sonnenanbeterinnen, scheu und giftig zugleich. Sie sind äußerst scheu und meiden den Menschen.
Kreuzottern sind Sonnenanbeterinnen, scheu und giftig zugleich. Sie sind äußerst scheu und meiden den Menschen. (Bild: Egon Wollwange/NABU-naturgucker.de)

Kreuzottern gehören zu den Vipern. Ihre kupferfarbenen Augen mit schlitzartiger, senkrechtstehender Pupille weisen sie als giftig aus. Sie war übrigens im Jahr 2024 das Reptil des Jahres. Näheres unter www.nabu.de

(Quelle: Wildnisschule Ruhrgebiet / NABU)