Vermögen durch Anruf weg Tatort Starnberg: Mann verliert durch Schockanruf 180.000 Euro

Tatort Starnberg: Mann verliert durch Schockanruf 180.000 Euro
Kein Bild vorhanden. (Bild: Wochenblatt)

Ein über 60-Jähriger wurde gestern Opfer eines Schockanrufs. Die Betrüger hatten die üblichen Geschichten im Repertoire. Nur durch einen Zufall wurde verhindert, dass der Schaden nicht noch höher ausfiel.

Gegen 15.45 Uhr wurde der Mann aus Dießen von seiner vermeintlichen Schwester angerufen. Diese teilte ihm mit, dass sie einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht hätte. In der Folge übernahm eine angebliche Staatsanwältin das Gespräch und forderte knapp 100.000 Euro Kaution, um eine sofortige Haft abzuwenden. Kurz darauf wurde die Summe auf 180.000 Euro erhöht, da in der Zwischenzeit auch noch eine zweite Person verstorben sei.

Betrüger wollten noch höhere Beute machen

Der Dießener sammelte Wertsachen und Bargeld in Höhe von insgesamt 180.000 Euro zusammen. Alles wurde in einen Rucksack gefüllt und kurz darauf in der Grünanlage am Vogelanger in Starnberg einem unbekannten männlichen Abholer übergeben, so die Polizei.

Nachdem der Betrüger sich zu Fuß entfernt hatte, wurde der Mann erneut von einem Täter angerufen, der sich als Oberstaatsanwalt ausgab. Dieser teilte mit, dass die Kautionssumme nicht ausreiche. In der Folge fuhr der Dießener wieder nach Hause, um nach weiteren Wertgegenständen zu suchen. Zuhause angekommen traf er auf seine Schwester, die ihm versicherte, dass es ihr gut gehe und kein Unfall stattgefunden habe.

Jetzt schaltete sich angeblich auch noch das LKA ein

Nun kontaktierte ein angeblicher LKA Beamter den Mann und erklärte, dass durch seine Kollegen eine Person aufgegriffen wurde, die einen Rucksack voller Wertsachen und Bargeld bei sich hatte. Er forderte weiter, alle restlichen Wertgegenstände, die er noch in seiner Wohnung hatte einzupacken. Das LKA würde eine Streife schicken, die ihn zur Polizei nach Starnberg fährt, damit er dort seinen Rucksack wieder bekäme.

Der verunsicherte Dießener rief daraufhin bei der Polizeiinspektion in Starnberg an und schilderte den Vorfall. Die Beamten klärten ihn über den Betrug auf und rieten ihm zur sofortigen Anzeigeerstattung.

Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck warnt:

  • Legen Sie am besten auf, wenn Sie nicht sicher sind, wer anruft und Sie sich unter Druck gesetzt fühlen.
  • Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizeinotrufnummer 110 an! Das machen nur Betrüger. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie die Nummer 110. Aber nutzen Sie dafür nicht die Rückruftaste!
  • Rufen Sie den angeblich betroffenen Angehörigen unter der Ihnen bekannten Nummer an!
  • Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
  • Übergeben Sie NIEMALS Geld an unbekannte Personen!
  • Ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu oder verständigen Sie über den Notruf 110 die Polizei.
  • Die echte Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen.
  • ​​​​​​Sprechen Sie auch mit ihren Angehörigen über das Phänomen und warnen Sie sie vor dem Vorgehen der Täter.

Weitere Informationen zum Thema Schockanruf bzw. Betrug über Messengerdienste finden Sie im Internet auf den Seiten der Präventionskampagne LEG AUF!

(Quelle: Polizeipräsidium Oberbayern Nord)