Dieser Trend macht sich schon seit den 70er Jahren bemerkbar: Das durchschnittliche Alter der Mütter bei der Geburt eines Kindes steigt stetig. Es gibt jedoch deutliche regionale Unterschiede.
Was bei internationalen Promipaaren längst die Regel ist, ist auch in Baden-Württemberg zu beobachten – die späte Mutterschaft. Das durchschnittliche Alter der Mütter bei der Geburt eines Kindes lag 1980 bei 27 Jahren, im vergangenen Jahr bei 32 Jahren. Das teilte das Statistische Landesamt in Stuttgart mit.
In Baden-Württemberg gibt es jedoch deutliche Unterschiede beim Anteil Neugeborener von Frauen im Alter von 35 und mehr Jahren an allen Geburten. Am höchsten war der Anteil sogenannter später Mütter im Jahr 2023 in den Stadtkreisen Stuttgart und Heidelberg mit jeweils knapp 35 Prozent sowie in Freiburg im Breisgau mit 34 Prozent. Im Gegensatz dazu nimmt Tuttlingen eine besondere Position ein: Der Landkreis verzeichnete den niedrigsten Anteil an späten Müttern im ganzen Bundesland. Nur etwa jedes fünfte Kind (22 Prozent) wurde hier von einer 35-jährigen oder älteren Frau zur Welt gebracht.
Dies deutet darauf hin, dass die Lebensplanung und die Prioritäten im Landkreis Tuttlingen anders gelagert sind als in den Großstädten. Mögliche Gründe könnten eine traditionellere Familienstruktur, geringere Erwerbsbeteiligung von Frauen oder andere wirtschaftliche und gesellschaftliche Faktoren sein, die dazu führen, dass Frauen hier früher Kinder bekommen.
Insgesamt nennen die Statistiker für das immer höhere Alter von Müttern bei der Geburt vor allem die zunehmende Erwerbsbeteiligung und die längere Ausbildungsdauer als entscheidende Faktoren.