Große Demo der Landwirte in Stuttgart

Große Demo der Landwirte in Stuttgart
Fast 2000 Traktoren wurden auf dem Wasen geparkt (Bild: A. Zell)

Aus ganz Baden-Württemberg fuhren am gestrigen Donnerstag, 21. Dezember, Landwirte in die Landeshauptstadt nach Stuttgart, um gegen die Sparbeschlüsse der Bundesregierung zu protestieren. Mit mehr als 2000 Traktoren setzen die Bauern ein eindrucksvolles Zeichen, dass sie die Streichung der Steuervergünstigung für Agrar-Diesel und den Wegfall der Befreiung von der Kfz-Steuer für land- und forstwirtschaftliche Maschinen nicht hinnehmen werden.

Verkehrsbeeinträchtigungen

Die Demo der Landwirte sorgte für beträchtliche Verkehrsbeeinträchtigungen auf den Straßen. Auf der A8, B10 und B27 wurden die anderen Verkehrsteilnehmer durch die Konvois der Traktoren ausgebremst und mussten deutliche Verspätungen in Kauf nehmen.

Verblüffend war, dass die Landwirte teils weite Anfahrtswege in Kauf nahmen, um ihren Unmut deutlich zu machen. So hatten sich kampfbereite Bauern vom Bodensee, dem Raum Tuttlingen, Kaiserstuhl, Ulm und Heilbronn mitten in der Nacht nach Stuttgart aufgemacht.   

Per Tram oder per pedes zum Versammlungsort

Von der Polizei wurden die Traktoren auf den Cannstatter Wasen geleitet. Zum Kernerplatz, der Zielpunkt des Protestes war, wurden nur 150 Schlepper durchgelassen. Auch Antje Zell aus Unlingen-Möhringen war in Stuttgart dabei. Sie machte sich morgens um 5 Uhr mit ihrem Traktor Richtung Landeshauptstadt auf den Weg, abends um 20.30 Uhr war sie wieder daheim. Wie Zell im Gespräch mit dem Wochenblatt mitteilte, machten sich die Demo-Teilnehmer, die nicht zum Kernerplatz fahren durften, zu Fuß oder mit der Straßenbahn vom Wasen zum Versammlungsort auf.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. (Bild: A. Zell)

Von der Bevölkerung gibt’s Unterstützung

Zell freute sich, dass sich viele Spediteure, Handwerker und auch die Bevölkerung solidarisch mit den Landwirten zeigten: „Viele Menschen standen an den Straßen und signalisierten mit den Daumen nach oben ihre Unterstützung für unsere Anliegen. Auch Kindergartengruppen standen am Straßenrand und winkten uns zu.“

Wie Zell berichtete, erwärmte eine Frau mit einem Plakat die Herzen der Landwirte: „Sie hatte ein rotes Herz mit dem schriftlichen Zusatz ‚Danke‘ aufgemalt.“   

Bauernverband zeigt klare Kante

Jürgen Maurer, Vizepräsident des Landesbauernverbandes, stellte bei der Kundgebung am Kernerplatz klar: „Die Vorschläge der Bundesregierung müssen ohne Wenn und Aber vom Tisch!“ Er wies darauf hin, dass der Protest 8. Januar fortgeführt werde, denn die unverhältnismäßig hohe Belastung der Familienbetriebe durch die Regierung sei nicht hinnehmbar.

Im Ländle haben sich die Landtagsfraktionen der Grünen und CDU auf die Seite der Bauern geschlagen und unterstützen deren Forderungen.

Polizei lobt die Bauern

Keine größeren Beanstandungen meldete die Polizei und sprach von einem weitestgehend friedlichen der Demo. Wie Zell berichtete, bedankten sich die Polizisten sogar bei den Bauern, weil sie „gute Demo-Besucher“ gewesen seien.

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