Nach dem CDU-Bundesparteitag fordert Bayerns CSU-Gesundheitsministerin Judith Gerlach eine vollständige Rücknahme der Cannabis-Legalisierung. Sie dringt auf ein rasches Vorgehen der Union innerhalb der Regierungskoalition und warnt insbesondere vor Risiken für junge Menschen.
Die bayerische Gesundheitsministerin von der CSU fordert nach dem CDU-Bundesparteitag einen schnellen Anlauf zur Rücknahme der gesetzlichen Regelung. «Die Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken muss komplett zurückgenommen werden», sagte sie der Augsburger Allgemeine (Freitag).
Gerlach zeigte sich zuversichtlich, dass ein entsprechender Antrag der CDU-Frauen-Union und deren Vorsitzender, Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, eine breite Mehrheit finden könne. Gerade für junge Menschen sei der Cannabiskonsum laut medizinischen Studien besonders gesundheitsschädlich. «Eine Verharmlosung dieser Droge ist verantwortungslos», sagte Gerlach der Zeitung. Sie erwarte, dass die Union nach dem Parteitag der CDU einen Vorstoß zur Rücknahme der von der Ampel-Koalition beschlossenen Gesetzesänderungen unternehme.
Verweis auf Studie
Zur Begründung verwies die Ministerin auf eine Befragung von 3.000 bayerischen Jugendlichen im Rahmen der Europäischen Schülerstudie zu Alkohol und Drogen. Demnach hätten zwölf Prozent der Befragten angegeben, im vergangenen Jahr Cannabis konsumiert zu haben – doppelt so viele wie bei einer Vergleichsstudie aus dem Jahr 2007. Bei den 15- und 16-Jährigen im Freistaat sei der problematische Konsum gestiegen, erklärte Gerlach und sprach von einem Alarmsignal.
Allerdings betraf dies laut Studie knapp zwei Prozent aller Befragten. Insgesamt ging der Cannabiskonsum im Vergleich zu 2019 zurück.
Gerlach hatte sich stets gegen die Teillegalisierung ausgesprochen und wiederholt eine Rücknahme der Regelung gefordert.