Die kleinen Fallen beim Energiesparen – So klappt es wirklich

Stellen Sie sich vor, Sie stecken viel Geld in die energetische Verbesserung Ihres Hauses, um Energie zu sparen. Aber am Ende steigen Ihre Kosten sogar, anstatt zu sinken // Symbolbild.
Stellen Sie sich vor, Sie stecken viel Geld in die energetische Verbesserung Ihres Hauses, um Energie zu sparen. Aber am Ende steigen Ihre Kosten sogar, anstatt zu sinken // Symbolbild. (Bild: AlexRaths/ iStock / Getty Images Plus)

Wozu das Licht ausschalten? Schließlich brauchen die neuen LED-Lampen ja sowieso kaum Strom. Außerdem sind die eigenen vier Wände energetisch saniert worden – warum also noch Gedanken an das Sparen verschwenden? Vorsicht vor dem Rebound-Effekt!

Stellen Sie sich vor, Sie stecken viel Geld in die energetische Verbesserung Ihres Hauses, um Energie zu sparen. Aber am Ende steigen Ihre Kosten sogar, anstatt zu sinken. Das passiert oft wegen des sogenannten Rebound-Effekts. Der tritt auf, wenn die eingesparte Energie durch gesteigerte Nutzung wieder verloren geht. Grund dafür ist, dass sich mitsamt der neuen „smarteren“ Technologie auch das eigene Verhalten ändert.

Zum Beispiel kann es sein, dass Sie, nachdem Ihr Haus energieeffizienter ist, mehr heizen oder elektronische Geräte öfter benutzen. Das macht die Einsparungen zunichte.

Effekt unterscheidet sich in zwei Arten

Im Zusammenhang der Energieeffizienz unterscheidet man zwischen dem direkten und indirekten „Bumerang“-Effekt:

Der direkte Rebound-Effekt tritt auf, wenn beispielsweise nach einer Heizungserneuerung die Raumtemperatur von zuvor durchschnittlich 20 Grad Celsius auf 22 Grad erhöht wird. Die eingesparten Kosten durch die neue, effizientere Heizung werden durch den gestiegenen Verbrauch für die höhere Raumtemperatur gleich wieder verzehrt.

Vom indirekten Rebound-Effekt spricht man, wenn die eingesparten Kosten für den Kauf von anderen Energiefressern verwendet werden – zum Beispiel für einen Zweitfernseher. Die gesteigerte Effizienz an einer Stelle führt zu erhöhtem Konsum in einem anderen Bereich, der ebenfalls Energie verbraucht.

Sanierung reicht für reines Gewissen

Ein Experiment von co2online machte deutlich, wie der Rebound-Effekt das Klimaverhalten beeinflussen kann. Die Teilnehmenden wurden nach ihrem Gewissen in Bezug auf klimaschädliches Verhalten befragt, wobei sich zeigte, dass Personen ein weniger belastetes Gewissen hatten, wenn sie zuvor an ihre persönlichen klimafreundlichen Handlungen erinnert wurden.

Die Befragung begann beispielsweise mit der energetischen Sanierung und schloss mit Fragen zu ihrem Flugverhalten ab. Die Ergebnisse deuten auf einen indirekten Rebound-Effekt hin: Die Sanierung fungiert als eine Art „moralischer Puffer“, der spätere, weniger klimafreundliche Handlungen – wie das Licht einfach mal kurz anzulassen – ausgleicht.

Inwieweit sich der Effekt tatsächlich auf die Energiekosten auswirkt, kann man nicht allgemeingültig sagen. Das Umweltbundesamt schätzt, dass der direkte Rebound-Effekt, bespielweise beim Heizen, bis zu 30 Prozent betragen kann – eine ordentliche Summe! Berücksichtigt man auch indirekte Auswirkungen, wird ein noch größerer Teil der Einsparungen wieder aufgebraucht.

So wirkt man der „Vergeudung“ entgegen

Der Gedanke auf einsparende Geräte zu wechseln ist super. Neue Technologien können einen großen Teil dazu beitragen, Energie zu sichern. Von ganz allein klappt das aber nicht. Voraussetzung muss sein, dass man die Gerätschaften genauso sparsam nutzt, wie die „alten“ zuvor. Der „geheime“ Weg zur Vermeidung des Rebound-Effekts ist also recht simpel: auf das eigene Verhalten achten.

Hier sind sechs Tipps, die das Sparen erheblich unterstützen:

  1. Überprüfen Sie die Einstellungen Ihrer Heizungsanlage regelmäßig. Oft bleiben sie lange unverändert oder befinden sich sogar noch in den Werkseinstellungen, die nie an das jeweilige Gebäude angepasst wurden. Die richtige Einstellung kann zu einer Energieeinsparung von 10 bis 15 Prozent führen.
  2. Überlegen Sie, ob Sie die Raumtemperatur generell oder in weniger genutzten Räumen reduzieren können. Die optimale Innentemperatur beträgt 20 Grad Celsius. Jedes zusätzliche Grad erhöht die Heizkosten um etwa sechs Prozent.
  3. Vermeiden Sie bei Kälte jedes unnötige Öffnen von Türen und Fenstern, um ein unnötiges Abkühlen und Aufheizen der Räume zu verhindern. Natürlich sollte trotzdem regelmäßig gelüftet werden. Drehen sie die Heizung dafür ab, oder schließen sie Türen innerhalb der Wohnung.
  4. Schalten Sie Geräte im Stand-by-Modus mit einer ausschaltbaren Steckdosenleiste aus, um den weiterlaufenden Stromverbrauch zu stoppen.
  5. Tauen Sie ältere Kühl- und Gefrierschränke regelmäßig ab. Neue Geräte erledigen das heute oft bereits automatisch.
  6. Verwenden Sie die Sparprogramme von Geschirrspülern und Waschmaschinen, auch wenn sie etwas mehr Zeit benötigen, um letztlich Energie zu sparen.

Wer jetzt richtig Lust bekommen hat Energie zu sparen und im gleichen Zug auch den Geldbeutel zu entlasten, kann sich weitergehend auf der Seite der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg über das Thema informieren.

(Quelle: co2online.de, Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V.)