XTL-Sprit aus Speiseöl Ab Mai gibt’s Diesel aus Frittenfett an der Tankstelle

Ab Mai gibt’s Diesel aus Frittenfett an der Tankstelle
Frittenfett im Tank? Diesel dürfen bald Kraftstoff tanken, der zu 100 Prozent aus Speiseöl gewonnen wird. (Bild: Dorin Puha // iStock / Getty Images Plus)

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Sprit aus Speiseöl? Diesel dürfen schon bald zu 100 Prozent paraffinischen Kraftstoff tanken, der auch aus Frittenfett hergestellt ist. Schon bald wird er an der Tankstelle erhältlich sein.

Auch bisher konnte hydriertes Pflanzenöl dem Diesel beigemischt werden. Neu ist, dass es nun 100 Prozent sein dürfen. So soll der Straßenverkehr nachhaltiger werden. Die sogenannten paraffinischen Dieselkraftstoffe (XTL) sind jetzt als Reinkraftstoff zugelassen und könnten bereits ab Mai an Tankstellen erhältlich sein. Dazu hat das Bundeskabinett am 10. April den Weg freigemacht. Zuvor hatte der Bundesrat der entsprechenden Verordnung zugestimmt.

Die paraffinischen Kraftstoffe werden unter anderem aus Abfallstoffen und Pflanzenölen hergestellt und durch Hydrierung (HVO, Hydrotreated Vegetable Oil) gewonnen. Achtung: Nicht verwechselt werden darf HVO mit reinem Pflanzenöl, das bei älteren Dieseln in der Vergangenheit häufig verwendet wurde!

Diesel: Nun 100 Prozent hydriertes Pflanzenöl möglich

Bereits heute können paraffinische Dieselkraftstoffe dem herkömmlichen Diesel beigemischt werden, vorausgesetzt das finale Produkt erfüllt die Kraftstoffnorm für Diesel (DIN EN 590). Nach der geänderten Verordnung dürfen sie nun aber auch in 100-prozentiger Konzentration angeboten werden, wenn sie die Norm DIN EN 15940 erfüllen.

Die neue Verordnung verpflichtet Tankstellenbetreibende allerdings auch, die Kunden einheitlich zu informieren, um Schäden an Fahrzeugen durch falsche Betankung zu vermeiden.

ADAC: Verträglichkeit von „Frittenfett“ prüfen

ADAC Technikpräsident Karsten Schulze begrüßt die Entscheidung: „Die klimaschonende Weiterentwicklung von Kraftstoffen für Bestandsfahrzeuge ist ein wichtiger Schritt, um die Klimaschutzziele zu erreichen.“ Jetzt seien die Hersteller gefordert, neue Fahrzeuge für die Verwendung von Speiseöldiesel auszulegen und die Verträglichkeit bei älteren Modellen zu prüfen.

Positiv herauszustellen ist hier BMW. Der Hersteller hat alle Dieselmodelle, sogar ältere Bestandsfahrzeuge, für den Betrieb mit paraffinischen Kraftstoffen nach der EN 15940 Norm freigegeben. Der ADAC setzt darauf, dass weitere Hersteller nachziehen und ebenfalls rasch entsprechende Fahrzeugfreigaben erteilen, um mögliche Unsicherheit der Verbraucher zu beseitigen und eine breitere Nutzung des Kraftstoffs zu ermöglichen.

Nicht jedes Fahrzeug verträgt XTL

Bevor sie den neuen Kraftstoff tanken, sollten sich Fahrer dieselbetriebener Fahrzeuge also beim Hersteller vergewissern, dass ihr Fahrzeug den Kraftstoff verträgt. Einzelne Fahrzeuge sind bereits entsprechend im Tankdeckel mit XTL gekennzeichnet oder die Information lässt sich aus der Betriebsanleitung entnehmen.

Tankstellenbetreiber müssen ihrerseits künftig XTL an den Zapfsäulen deutlich kennzeichnen. Alle Fahrer von Fahrzeugen, die keinen Nachweis über die Verträglichkeit von XTL haben, sollten ausschließlich die bisherige Dieselsorte „Diesel B7“ tanken.

Sprit aus Speiseöl: Kraftstoffmenge ist limitiert

Inwiefern Autofahrer flächendeckend Kraftstoff aus „Frittenfett“ tanken können, ist offen. Das Ministerium mahnte, dass es nur eine begrenzte Menge gebe. Altspeiseöle – beispielsweise aus der Gastronomie – würden bereits heute vollständig als Beimischung vollständig im Verkehr eingesetzt, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Diese Menge könne nicht wesentlich gesteigert werden. Möglich ist aber ein Zukauf von international großen Raffinerien, also der Import beispielsweise aus anderen europäischen Ländern. Mehr Infos gibt`s auf der Seite des ADAC.

(Quelle: ADAC)