Cyberversicherungen: Große Unterschiede beim Schutz vor Betrug oder Mobbing im Digitalen

Cyberversicherungen: Große Unterschiede beim Schutz vor Betrug oder Mobbing im Digitalen
Cyberversicherungen: Die Spanne für den Jahresbeitrag einer Einzelperson liegt bei den Anbietern im Test zwischen 7 und 212 Euro. (Bild: Galeanu Mihai // iStock / Getty Images Plus)

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Mobbing im Netz, Datenmissbrauch oder Online-Betrugsmaschen – wer Opfer von Cyberkriminalität wird, kann sich dagegen versichern lassen: Die Stiftung Warentest hat 20 Cyberversicherungen geprüft. Die Unterschiede in Preis und Qualität sind groß.

Das Team von Finanztest deckt auf, was die Versicherungen tatsächlich leisten und gibt Sicherheitstipps, die Verbraucher vor den meisten Online-Fallen bewahren.

Jahresbeitrag liegt zwischen 7 und 221 Euro

Im Test waren zum einen fünf Cyberversicherungen mit Schwerpunkt Rechtsschutz, die vor allem Anwalts- und Gerichtskosten übernehmen, sowie 15 Policen, die in erster Linie Schäden durch Cyberkriminalität ersetzen und beim Löschen verletzender Inhalte unterstützen. Preise und Leistungen unterscheiden sich erheblich: Die Spanne für den Jahresbeitrag einer Einzelperson liegt bei den Anbietern im Test zwischen 7 und 212 Euro. 11 der 20 geprüften Versicherungen suchen für ihre Kunden im Internet nach Missbrauch von persönlichen Daten. Wird etwas entdeckt, versuchen 18 Policen die Daten löschen zu lassen. Eine Erfolgsgarantie geben die Versicherer allerdings nicht.

Wenn zum Beispiel der Ex-Freund in den sozialen Medien Cybermobbing betreibt, übernehmen Cyberversicherungen mit Rechtsschutz die Kosten für ein anwaltliches oder notfalls gerichtliches Vorgehen gegen den Täter. Zwei Versicherungen mit Rechtsschutz im Test übernehmen sogar Rechtsärger im Job, aber nur wenn sich der Fall im Digitalen zugetragen hat.

Einige Hausratpolicen übernehmen Schäden durch Phishing

Insbesondere die Angebote ohne Rechtsschutz bieten teilweise wenig Schutz. Finanztest betont: Ob Verbraucher eine Cyberversicherung brauchen, hängt vom eigenen Sicherheitsbedürfnis ab. Viel können sie selbst tun, um im Internet keinen Ärger zu bekommen. Und auch andere Versicherungen bieten schon ein wenig Schutz. Einige Hausratpolicen übernehmen Schäden durch Phishing und viele Privathaftpflichtversicherungen springen etwa bei unbeabsichtigt verbreiteten Computerviren ein.

Der Test von Cyberversicherungen findet sich in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und unter test.de/cyberversicherungen.

(Quelle: Stiftung Warentest)