Für mehr grünen Güterverkehr Baustart zum Umschlagterminal Augsburg-Gersthofen

Baustart zum Umschlagterminal Augsburg-Gersthofen
(Bild: Deutsche Bahn AG / Pablo Castagnola) (Bild: Deutsche Bahn AG / Pablo Castagnola)

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Die Deutsche Bahn (DB) hat heute mit einem symbolischen Spatenstich den Startschuss für den Bau eines neuen Umschlagterminals im Güterverkehrszentrum (GVZ) Region Augsburg gegeben.

Das Terminal mit direkter Anbindung an Bundesstraße und Autobahn wird das bisherige Terminal für den Kombinierten Verkehr (KV) in Augsburg-Oberhausen ersetzen und dazu beitragen, mehr Güterverkehr auf die umweltfreundliche Schiene zu verlagern. DB, Bund und EU investieren gemeinsam rund 83 Millionen Euro, um künftig bis zu 700 Meter lange Ganzzüge mit zwei Portalkränen effizient abfertigen zu können.

Die Region Schwaben zählt zu einem der Top-Logistik-Standorte der Republik. Vom neuen Terminal profitieren zahlreiche Unternehmen aus den Branchen Transport, Spedition, Industrie, Handel und Dienstleistung. Es sorgt laut einer Studie im Auftrag des Bundes für wichtige Einspareffekte beim CO2-Ausstoß und beim Dieselverbrauch.

Ingrid Felipe, Vorständin Infrastrukturplanung und -projekte DB InfraGO AG: „Mit dem neuen Terminal für den Kombinierten Verkehr in Augsburg-Gersthofen stärken wir den grünen Güterverkehr und leisten aktiven Klimaschutz. Wir können so pro Jahr rund 2,3 Millionen LKW-Kilometer von der Straße auf die Schiene verlagern. Das spart jährlich rund 700.000 Liter Diesel oder mehr als 1.700 Tonnen CO2. Zum Vergleich: Um in einem Jahr so viel CO2 aus der Atmosphäre zu holen, bräuchte man mehr als 140.000 Buchen. Die vielen bunten Container, die hier mal verladen werden, sind somit wirksam wie ein großer, grüner Wald.“

Eva Weber, Oberbürgermeisterin der Stadt Augsburg: „Die Forderung „Mehr Güter auf die Schiene“ ist eine umwelt- und infrastrukturpolitische Konstante über viele Jahrzehnte. Mit dem Baustart des neuen Umschlagterminals im GVZ wird ein großer Teil dieser Forderung erfüllt und ein herausragender Beitrag für die nachhaltige und effiziente Entwicklung des Güterverkehrs geleistet. Das kommt der gesamten Region Augsburg in mehrfacher Hinsicht zugute. Denn mit dem neuen Terminal können mehr Ladeeinheiten umgeschlagen werden, was die regionale Wirtschaft stärkt, Arbeitsplätze schafft und aufgrund der Wertschöpfung durch den Güterumschlag zur positiven Wirtschaftsentwicklung beiträgt. Nicht zuletzt stärkt diese Investition auch die Wettbewerbsposition Augsburgs und der Region im europäischen Güterverkehr.“

Andreas Schulz, Vorsitzender der Geschäftsführung Deutsche Umschlaggesellschaft Schiene-Straße mbH: „In unserem Bestandsterminal Augsburg-Oberhausen können wir jährlich bis zu 30.000 Ladeeinheiten mit mobilen Umschlaggeräten verarbeiten. Am neuen Standort im GVZ Augsburg-Gersthofen werden wir unsere Kapazitäten mehr als verdreifachen: Mit vier Gleisen für Ganzzüge, zwei leistungsfähigen Portalkränen und einem hohen Automatisierungsgrad schaffen wir es künftig, 100.000 Einheiten auf den umweltfreundlichen Verkehrsträger Schiene zu verladen. Das ist eine großartige Entwicklung für die Region, Bayern und alle Nutzer des Kombinierten Verkehrs.“  

Das neue Terminal soll 2026 in Betrieb gehen und Ladeeinheiten wie Container, Sattelauflieger oder Wechselbehälter umschlagen. Die Kapazität könnte durch einen dritten Portalkran sogar auf 150.000 Ladeeinheiten erhöht werden. Das Bestandsterminal in Augsburg-Oberhausen wird mit Inbetriebnahme des Neubaus geschlossen.

Der Neubau des KV-Terminals in Augsburg-Gersthofen wird durch die DB, den Bund und die Europäische Union (EU) finanziert. Die EU ist im Rahmen des Connecting Europe Facility mit rund 37 Millionen Euro an der Finanzierung beteiligt.

Technische Daten zum neuen Umschlagterminal Augsburg-Gersthofen:

  • Das Terminal besteht aus vier Umschlaggleisen mit einer kranbaren Nutzlänge von 700 Metern, zwei Abstellgleisen, einem Umfahrungsgleis und einem Ausziehgleis.
  • Zwei Portalkrane ermöglichen das Umladen der Container von LKWs auf Züge und umgekehrt. Die Nachrüstung eines dritten Krans ist möglich.
  • Es entstehend je eine Fahr-, Lade- und Rückfahrspur mit LKWs sowie vier Abstellspuren für Container.
  • Die Ein- und Ausfahrten zum Terminal sind straßen- und schienenseitig für eine digitale Erfassung der Ladeeinheiten mit Videotoren ausgestattet. Sie beschleunigen den Abfertigungsprozess. Die straßenseitige Anbindung erfolgt über die Karlsruher Straße mit unmittelbarer Verbindung zur B 17 und zur A8.
  • Die Anbindung an den Rangierbahnhof Augsburg erfolgt über ein Zuführungsgleis im südlichen Bereich. Das erfordert den Neubau von zwei Eisenbahnüberführungen.

Das Umschlagterminal Augsburg-Gersthofen wird kofinanziert von der Europäischen Union.

(Pressemitteilung: Deutsche Bahn)