Staatliche Abgaben treiben Ticketpreise ADAC Analyse: Warum ist Fliegen ab Deutschland so teuer?

ADAC Analyse: Warum ist Fliegen ab Deutschland so teuer?
Die Untersuchung des ADAC zeigt zudem, dass innerhalb Deutschlands der Flugpreis binnen weniger Wochen deutlich teurer werden kann. (Bild: frankpeters // iStock / Getty Images Plus)

Wer von einem deutschen Flughafen abheben möchte, muss kräftig in die Tasche greifen und zahlt meist mehr, als in anderen Ländern. Die teuersten Gebühren fallen am Flughafen Frankfurt an. 

Das zeigt eine aktuelle ADAC-Auswertung von rund 120 Flugverbindungen. Staatliche Steuern und Gebühren treiben die Ticketpreise vor allem ab Frankfurt/Main, München und Düsseldorf kräftig in die Höhe. Gleichzeitig bleibt das innerdeutsche Angebot begrenzt und wird von der Lufthansa-Gruppe dominiert, heißt es in einer Mitteilung.

Alternative Flughäfen im Auge behalten

Wer beim Fliegen sparen möchte, sollte frühzeitig buchen, alternative Flughäfen in der Nähe prüfen und Preisvergleiche nutzen. Auch ein Blick ins Ausland lohnt sich: In Grenznähe sind Flüge von ausländischen Flughäfen oft günstiger.

Mit rund 74 Euro für staatliche Abgaben bei einem Inlandsflug zahlen Passagiere in Frankfurt am Main den höchsten Betrag in Deutschland. Der Durchschnitt liegt bei 52 Euro. Am günstigsten ist der Abflug ab Köln/Bonn mit rund 36 Euro. Auch im europäischen Vergleich und bei internationalen Flügen fallen in Deutschland hohe Abgaben an: Für einen Flug ab Frankfurt betragen die Steuern und Gebühren rund 59 Euro. Nur in Amsterdam sind die Steuern und Gebühren mit knapp 63 Euro noch höher. Nach Frankfurt folgen drei weitere deutsche Flughäfen: München (rund 49 Euro), Düsseldorf (46 Euro) und Hannover (42 Euro).

Umstieg kostet Preisaufschlag

Der ADAC hat auch die Verbindungsqualität analysiert: 73 Prozent der untersuchten innerdeutschen Strecken waren als Direktflug verfügbar. Acht Verbindungen waren nur mit Umstieg möglich, oft verbunden mit einem deutlichen Preisaufschlag: Diese Flüge kosteten im Durchschnitt rund 300 Euro, während für Direktverbindungen nur etwa 76 Euro fällig wurden. 87 Prozent der innerdeutschen Verbindungen wurden von der Lufthansa oder ihrer Tochter Eurowings angeboten, sodass die Wettbewerbssituation entsprechend eingeschränkt ist.

Innerdeutsches Angebot ist vielfältiger

Das innereuropäische Angebot ist dagegen deutlich vielfältiger: Rund 92 Prozent der Strecken waren ohne Umstieg verfügbar, oft standen mehrere Airlines zur Auswahl. Hier lohnen sich Preisvergleiche besonders. Denn während klassische Fluggesellschaften wie Lufthansa oder Air France deutlich höhere Preise verlangen, bieten Billigflieger wie EasyJet dieselben Strecken für teilweise weniger als die Hälfte an.

Die Untersuchung zeigt zudem, dass innerhalb Deutschlands der Flugpreis binnen weniger Wochen deutlich teurer werden kann. So stieg der Ticketpreis für einen Lufthansa-Flug von Frankfurt nach Berlin im dreimonatigen Erhebungszeitraum von rund 86 auf über 430 Euro – das entspricht einer Verfünffachung. Auch auf anderen Strecken wurden Preissteigerungen um das Zwei- bis Dreifache beobachtet.

Ticketpreise für Verbraucher oft schwer nachvollziehbar

Hinzu kommt, dass die Zusammensetzung der Ticketpreise für Verbraucher oft schwer nachvollziehbar ist. Viele Airlines weisen Steuern und Zuschläge uneinheitlich oder gar nicht aus. Der ADAC erwartet, dass Fluggesellschaften ihre Preisbestandteile einheitlich und nachvollziehbar darstellen sowie erstattungsfähige Gebühren bei Nichtantritt der Flugreise klar benennen. Weitere Infos gibt’s unter www.adac.de

(Quelle: ADAC)