Wald im Kreis Tuttlingen ist fit für den Klimawandel

Gekennzeichneter Habitatbaum.
Gekennzeichneter Habitatbaum. (Bild: Landratsamt Tuttlingen)

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Klimaschutz und die Anpassung der Wälder an den Klimawandel sind eine nationale Aufgabe. Die Wälder sind wichtige Kohlenstoffspeicher, die nachhaltige Waldbewirtschaftung ist deshalb von besonderer Bedeutung.

Viele Kommunen des Landkreises nehmen am Bundesförderprogramm „klimaangepasstes Waldmanagement“ teil. Zweck der Zuwendung sind der Erhalt, die Entwicklung und die Bewirtschaftung von Wäldern, die an den Klimawandel angepasst sind. Buchheim hat als erste Gemeinde alle geforderten Habitatbäume, also Lebensräume für Tiere und Pflanzen, auf einer Karte verzeichnet.

„Wir sind keine der großen waldbesitzenden Gemeinden im Landkreis, haben aber tolle Waldflächen an den Hängen zum Donautal mit viel Naturschutzpotenzial, wie die Ausweisung von rund 1.800 Habitatbäumen nun noch zusätzlich bewiesen hat“, zeigt sich Bürgermeisterin Claudette Kölzow erfreut.

350 ha Waldfläche besitzt die Gemeinde Buchheim. Auf dieser Fläche sind einzelne Bäume oder manchmal auch ganze Gruppen von bis zu 15 Bäumen mit einem roten welligen Farbring gekennzeichnet. Zusätzlich hat Revierförster Harald Müller die Steilhänge im Bereich „Bachtal“ ganz aus der Nutzung genommen.

„Ein Teil der Maßnahmen des Förderprogramms sehen vor, dass 5% der Fläche nicht mehr genutzt wird. Wir werden also kein Holz ernten und das für die nächsten 20 Jahre“, erklärt Müller. Dafür erhält die Gemeinde pro Jahr eine Ausgleichszahlung vom Bund und leistet einen wertvollen Beitrag für die Artenvielfalt und den Kampf gegen die Auswirkungen des Klimawandels. Nur klimaresiliente Wälder sind dauerhaft in der Lage die Ökosystemleistungen, wie den Schutz der Biodiversität, zu erfüllen.

13 der 35 Kommunen im Kreis, mit einer Gesamtwaldfläche von gut 11.000 ha, nehmen an dem bundesweiten Programm teil. Die Gemeinden verzichten in den nächsten 10 Jahren zum Beispiel auf den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln. Sie setzten stattdessen auf natürliche Waldverjüngung, fördern trockenheitstolerantere Baumarten und tragen Sorge für die Wasserspeicherung im Wald.

Forstamtsleiter Karlheinz Schäfer begrüßt dieses Programm: „Vor allem die mischbestandsreichen Kommunalwälder der Schwäbischen Alb passen sehr gut zu diesem Förderprogramm. So erfahren die vielfältigen positiven Leistungen einer naturnahen Waldbewirtschaftung erstmalig eine finanzielle Anerkennung. Zudem werden die erforderlichen Investitionen in den weiteren Waldumbau erleichtert“.

(Pressemitteilung: Landkreis Tuttlingen)