Bei einer Stabsrahmenübung hat der Landkreis Tuttlingen den Ernstfall eines großflächigen Stromausfalls geprobt. Im Mittelpunkt standen Kommunikation und Einsatzkoordination.
Ein länger andauernder Stromausfall, ausgefallene Kommunikationsnetze und zahlreiche notwendige Einsatzmaßnahmen: Mit diesem Szenario beschäftigten sich die Einsatzkräfte am Dienstag, 20. Oktober 2026, bei einer Stabsrahmenübung im Landkreis Tuttlingen. Ziel war es, die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen unter erschwerten Bedingungen zu überprüfen.
Im angenommenen Szenario fiel ab 18:15 Uhr großflächig der Strom aus. Im weiteren Verlauf wurde eine außergewöhnliche Einsatzlage ausgerufen. Da auch Telefon und Internet nicht verfügbar waren, gestalteten sich die Kommunikation und die Koordination der Einsatzmaßnahmen deutlich schwieriger.
Beschädigte Stromleitung in Gosheim als Ursache
Im Verlauf der Übung lokalisierte der Energieversorger die angenommene Ursache des Stromausfalls. Bei Baggerarbeiten in Gosheim war eine Hauptstromleitung beschädigt worden. Der Bagger stürzte dabei in eine Grube, außerdem traten Betriebsstoffe aus.
Die örtliche Feuerwehr übernahm im Übungsszenario die Maßnahmen an der Schadensstelle. Die voraussichtliche Dauer des angenommenen Stromausfalls wurde auf rund vier Stunden geschätzt.
Führungsstab koordiniert Einsatzmaßnahmen
Bereits um 18:30 Uhr trat der Führungsstab in der Integrierten Leitstelle (ILS) zusammen. Die Gesamteinsatzleitung lag bei Kreisbrandmeister Andreas Narr. Eine Verbindungsperson des Energieversorgers unterstützte die Abstimmung.
Da Telefon und Internet im Szenario ausgefallen waren, erfolgte die Kommunikation hauptsächlich über den digitalen Sprechfunk der Blaulichtorganisationen. Die Alarmierung der Feuerwehren blieb dagegen uneingeschränkt möglich.
Insgesamt waren 16 Feuerwehren dezentral in die Übung eingebunden und vor Ort eng mit den Hilfsorganisationen vernetzt. Beteiligt waren unter anderem die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk (THW), das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der Energieversorger und weitere Organisationen unter der Führung der Katastrophenschutzbehörde.
Feuerwehrhäuser als Anlaufstellen für die Bevölkerung
Ein wichtiger Bestandteil der Übung war die Versorgung und Information der Bevölkerung. Alle Feuerwehrhäuser im Landkreis wurden im Szenario als erste besetzte Anlaufstellen eingerichtet, insbesondere für Notfälle.
Zusätzlich wurden Notfalltreffpunkte in den betroffenen Gemeinden vorbereitet. Diese werden in einer weiteren Phase meist in örtlichen Hallen eingerichtet. Dort erhalten Bürger Informationen und Erste Hilfe. Außerdem besteht die Möglichkeit, Notrufe abzusetzen.
Zur Warnung der Bevölkerung waren Cell Broadcast, die Warn-App NINA und der Rundfunk vorgesehen. Für überregionale Hilfskräfte war eine Fläche in Immendingen als Bereitstellungsraum eingeplant.
Übungsleitung zieht positive Bilanz
Mit der Stabsrahmenübung wollte der Landkreis seine Führungsorganisation, die Kommunikationswege und -mittel sowie die Zusammenarbeit der beteiligten Stellen unter außergewöhnlichen Bedingungen erproben.
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, bestehende Abläufe zu überprüfen, mögliche Schwachstellen zu erkennen und die Vorbereitung auf außergewöhnliche Einsatzlagen weiterzuentwickeln.
Die Übungsleitung zog ein positives Fazit. Die umfangreichen Einsatzvorbereitungen hätten sich bewährt. Gleichzeitig zeigte sich, dass einzelne Abläufe und Maßnahmen noch gezielt weiterentwickelt werden können.
(Quelle: Landratsamt Tuttlingen)