Heilsame Kooperation ZfP baut Heiliges Blatt für Kloster Reute an

ZfP baut Heiliges Blatt für Kloster Reute an
Matthäus Fässler, Leiter des Fachbereichs Produktion der Gärtnerei des ZfP Südwürttemberg am Standort Weissenau, vor den Jungpflanzen des Heiligen Blatts. (Bild: ZfP)
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In der Gärtnerei des ZfP Südwürttemberg in Weissenau wird erstmals eine größere Menge des Heiligen Blatts angebaut. Die Ernte geht an das Kloster Reute.

Behutsam löst Marie Albrecht* die kleinen Pflänzchen vom Blattrand und setzt sie einzeln in die vorbereiteten Anzuchtplatten. Sie ist in den Weissenauer Werkstätten des ZfP Südwürttemberg beschäftigt, die Menschen mit psychischen Erkrankungen beschützte Arbeitsplätze bieten.

Noch sind die sogenannten Kindel nur wenige Zentimeter groß. In den kommenden Monaten wachsen sie zu kräftigen Pflanzen heran. Ihre Blätter werden später geerntet und noch am selben Tag ins Kloster Reute gebracht. Dort werden sie für die Keimblatt-Pflegesalbe verwendet.

Albrecht begleitet das Heilige Blatt fast über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg: Sie vermehrt und pikiert die Pflanzen, topft sie um, gießt und hilft später bei der Ernte. „Ich finde die Pflanze spannend, weil sie nicht weit verbreitet ist“, erzählt sie. Besonders schön sei für sie zu wissen, „dass die Blätter, die ich zupfe, weiterverarbeitet werden“.

Beheizte Gewächshäuser bieten gute Bedingungen

Das Heilige Blatt, botanisch Kalanchoe pinnata, ist eine sukkulente Pflanze. Eine Besonderheit sind die kleinen Brutknospen an den Blatträndern, aus denen neue Pflanzen entstehen. Für die Kultur braucht es vor allem ausreichend Wärme.

„Dafür haben wir hier mit unseren beheizten Gewächshäusern ideale Bedingungen“, erklärt Matthäus Fässler, Gartenbautechniker und Leiter des Fachbereichs Produktion der Weissenauer Gärtnerei.

In diesem Jahr startete der Anbau zunächst auf einer kleineren Versuchsfläche. Weil sich die Pflanzen gut entwickelten und die Qualität stimmte, soll die Kultur nun weiter ausgebaut werden.

Vom Blatt zur Pflegesalbe

Die Zusammenarbeit zwischen der Weissenauer Gärtnerei und dem Kloster Reute besteht bereits seit mehreren Jahren. Für das Kloster wurden unter anderem schon Jungpflanzen von Zitronenverbene, Duftnessel und besonderer Petersilie für das bekannte Kräutersalz gezogen.

Fässler freut sich: „Mit dem Heiligen Blatt ist daraus nun ein weiterer, größer angelegter Auftrag entstanden.“

Im Kloster werden die frisch geernteten Blätter für die Keimblatt-Pflegesalbe weiterverarbeitet. Die Ernte wird dafür eng mit dem Kloster abgestimmt. Die frischen Blätter werden noch am selben Tag nach Reute gebracht und dort möglichst unmittelbar weiterverarbeitet, damit ihre Inhaltsstoffe bestmöglich erhalten bleiben.

Das Heilige Blatt blickt auf eine lange Tradition als Heilpflanze zurück. Die Keimblatt-Pflegesalbe wird insbesondere für die intensive Pflege trockener und sensibler Haut empfohlen. Nach Angaben des Klosters Reute kann sie zudem therapiebegleitend etwa bei Ekzemen, Gelenkbeschwerden und Fersensporn eingesetzt werden. Neben den Bestandteilen des Heiligen Blatts enthält die Salbe unter anderem pflegendes Olivenöl und ausgewählte ätherische Öle.

Arbeit mit sichtbarem Ergebnis

Für die Gärtnerei-Beschäftigten der Weissenauer Werkstätten bietet die Kultur vielfältige Arbeitsmöglichkeiten. Sie sind von der Vermehrung über Pflege und Umtopfen bis zur Ernte eingebunden.

Gerade darin sieht Fässler einen besonderen Wert: „Die Beschäftigten können die Entwicklung von Anfang bis Ende mitverfolgen und sehen, was aus ihrer Arbeit entsteht.“ Dass das Kloster mit der Qualität zufrieden sei und aus den geernteten Blättern ein fertiges Produkt entstehe, sorge zusätzlich für Erfolgserlebnisse. „Sie sehen: Mein Tun macht Sinn.“

Eine erste Charge von 7,5 Kilogramm wurde bereits an das Kloster Reute geliefert. Für dieses Jahr ist noch eine weitere Ernte vorgesehen. Langfristig möchte die Gärtnerei jährlich rund 30 bis 50 Kilogramm frische Blätter für das Kloster Reute produzieren.

*Name geändert.

Die Keimblatt-Pflegesalbe, das Heilige Blatt sowie weitere Pflanzen und Erzeugnisse anderer ZfP-Werkstätten können freitags von 9 bis 16 Uhr im Verkaufsladen auf dem Gärtnereigelände (Gebäude 27) des ZfP Südwürttemberg am Standort Weissenau, Weingartshofer Straße 2, erworben werden.

(Quelle: ZfP Südwürttemberg)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.