Das Repair Café in Tettnang feiert sein zehnjähriges Bestehen. Rund 1.800 Gegenstände wurden seit der Gründung repariert oder vor der Entsorgung bewahrt.
Seit zehn Jahren setzen sich Ehrenamtliche im Repair Café Tettnang dafür ein, defekten Alltagsgegenständen ein zweites Leben zu schenken. Was als kleines Angebot begann, hat sich zu einer festen Anlaufstelle für Menschen entwickelt, die Haushaltsgeräte, Fahrräder oder Elektronik reparieren lassen möchten.
Rund 1.800 Reparaturversuche in zehn Jahren
Etwa 1.800 Gegenstände wurden seit der Gründung ins Repair Café gebracht – von Wasserkochern, Staubsaugern und Lampen über Fahrräder und Nähmaschinen bis hin zu Unterhaltungselektronik und Kinderspielzeug. Rund zwei Drittel aller Reparaturversuche waren erfolgreich. Dadurch konnten zahlreiche Geräte weiter genutzt und Ressourcen geschont werden.
Das Repair Café ist ein Kooperationsprojekt der Stadt Tettnang und der Stiftung Liebenau. Es ist seit Beginn in St. Johann in den Lebensräumen für Jung und Alt der Stiftung Liebenau beheimatet. Beatrix Hoch ist dort Ansprechpartnerin, unterstützt wird das Projekt von Melanie Friedrich von der Anlaufstelle für Bürgerengagement der Stadt Tettnang.
15 Ehrenamtliche engagieren sich regelmäßig
Aktuell engagieren sich 15 Ehrenamtliche im Repair Café, viele von ihnen bereits seit der Gründung. Sie übernehmen die Anmeldung, bewirten Besucherinnen und Besucher mit Kaffee oder bringen ihr handwerkliches Können in der gut ausgestatteten Werkstatt ein.
Zu den häufigsten Defekten zählen Wackelkontakte, kaputte Schalter, defekte Akkus oder verschlissene Bauteile. Manchmal genügt sogar eine gründliche Reinigung oder eine richtig eingelegte Batterie. Schwieriger wird es, wenn elektronische Bauteile beschädigt sind oder keine Ersatzteile mehr verfügbar sind.
Im Laufe der Jahre landeten die unterschiedlichsten Gegenstände auf dem Werktisch. Besonders in Erinnerung geblieben ist Richard Hund vom Reparatur-Team eine Maschine zum automatischen Aufziehen mechanischer Armbanduhren. Hans-Joachim Neuerer erinnert sich an eine ältere Dame, deren Elektrowecker nachts regelmäßig Alarm schlug. Ein Defekt lag nicht vor – die Weckzeit war versehentlich auf die Nachtstunden eingestellt.
Stadt bedankt sich zum Jubiläum
Zum zehnjährigen Bestehen besuchte der Erste Beigeordnete der Stadt Tettnang, Timo Jung, gemeinsam mit Melanie Friedrich das Repair Café und dankte den Ehrenamtlichen rund um Beatrix Hoch mit einer Geburtstagstorte.
„Reparieren lohnt sich – für die Umwelt, den Geldbeutel und das Miteinander“, sagte Timo Jung. Das Angebot wird regelmäßig von Besucherinnen und Besuchern aus Tettnang und den umliegenden Gemeinden genutzt.
(Quelle: Stadt Tettnang)