Stiftung Liebenau: Digitale Teilhabe für alle

Die Ansprechpartnerinnen im PIKSL-Labor (v. li.): Kim Hoffmann und Lilli Bauer.
Die Ansprechpartnerinnen im PIKSL-Labor (v. li.): Kim Hoffmann und Lilli Bauer. (Bild: Stiftung Liebenau)

WOCHENBLATT
WOCHENBLATT

Ob alt oder jung, mit oder ohne Behinderungen, IT-Nerd oder blutiger Anfänger – die Türen des PIKSL-Labors der Stiftung Liebenau stehen für alle offen, die einen Unterstützungsbedarf haben, wenn es um Fragen und Anregungen rund um die Digitalisierung geht. PIKSL bedeutet „Personenzentrierte Interaktion und Kommunikation für mehr Selbstbestimmung im Leben“.

„Unser Ziel ist es, Medienkompetenz zu vermitteln und Hilfe zur Selbsthilfe in Fragen rund um die Digitalisierung zu ermöglichen“, so Kim Hoffmann, die das digitale Labor am Franziskusplatz in Friedrichshafen leitet. Dabei ist aber klar, dass das Labor keinen IT-Support ersetzen soll, sondern die Menschen mit Unterstützungsbedarf befähigen will, den Umgang mit Handy, Tablet oder PC gekonnt und sicher selbst zu gestalten.

Kompetenzerweiterung durch Wiederholung

Zurzeit werden noch die Bedarfe ermittelt, um dann passgenaue Angebote zu bieten. Sicher ist aber, dass das Labor nur den Ausgangspunkt darstellt und auch durch mobile Angebote ergänzt wird. Lilli Bauer, die das Labor mit aufbaut, weiß, „dass Kompetenzerweiterung nur durch ständige Wiederholungen möglich ist und deshalb ein einmaliger Workshop zwar ein Start, aber auf Dauer nicht unbedingt zielführend ist“.

Angebote vor Ort

So sind regelmäßige Besuche auf Wohngruppen für Menschen mit Behinderungen geplant, die den Weg nach Friedrichshafen nicht selbst bewältigen können. „Wir nehmen dann einfach Tablets und Handys mit und erarbeiten gemeinsam mit den Menschen vor Ort, was sie damit alles machen können“, so Hoffmann. Die Hoffnung ist, dass die besonders Interessierten damit selbst zu Digitalexpertinnen oder -experten werden und ihr erlangtes Wissen an andere weitergeben können.

Vom Besucher zum Experten

Dafür wurde ein mehrstufiges Befähigungssystem entwickelt, in dem die Besucherinnen und Besucher verschiedene Stufen durchlaufen können. Aus einer spontanen Teilnahme im Labor, kann so am Ende ein Ehrenamtsvertrag oder ein ausgelagerter Arbeitsplatz entstehen. Dabei ist, wie in jedem anderen Unternehmen, zuerst ein Praktikum vorgesehen, wo geschnuppert werden kann.

Während der anschließenden Probezeit wird Verantwortung übernehmen gelernt und die Fähigkeit, sich in ein Team einzugliedern. Wenn diese erfolgreich absolviert wurde, hat man am Ende so viel Wissen und Erfahrungen gesammelt, um als vollwertiges Teammitglied im PIKSL-Labor mitzuarbeiten.

(Pressemitteilung: Stiftung Liebenau)