Schule und Leistungssport Volleyballtalente in Friedrichshafen lernen Zeitmanagement

Volleyballtalente in Friedrichshafen lernen Zeitmanagement
Lehrer Fabian Kohl erarbeitet mit den jungen Volleyballern, wie sie ihre Zeit effektiv einteilen können. (Bild: Gunthild Schulte-Hoppe)
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Schule, Training und Freizeit unter einen Hut zu bringen, ist für junge Volleyballer eine Herausforderung. In Friedrichshafen lernen sie, ihren Alltag besser zu organisieren.

Ein neuer Wohnort, eine neue Schule und ein höherer Trainingsumfang: Für die Neuzugänge am Volleyball-Bundesstützpunkt in Friedrichshafen hat sich mit Beginn des Schuljahres vieles verändert. Neben dem Unterricht und dem regelmäßigen Training stehen weite Auswärtsspiele sowie Kadermaßnahmen in der baden-württembergischen Landesauswahl und der Nationalmannschaft auf dem Programm. Umso wichtiger ist es, den Alltag sinnvoll zu strukturieren und genügend Zeit zum Lernen einzuplanen.

Wie das gelingen kann, vermittelt Fabian Kohl, Lehrer am Graf-Zeppelin-Gymnasium (GZG) in Friedrichshafen. Der 37-Jährige kennt die Anforderungen des Leistungssports aus eigener Erfahrung. Als Jugendlicher gehörte er selbst zum Volleyballteam am Bundesstützpunkt in Friedrichshafen. Nach seiner Zeit beim VCO Berlin spielte er drei Jahre als Profi bei Evivo Düren.

Heute ist der ehemalige Libero am GZG ein wichtiger Ansprechpartner an der Schnittstelle zwischen den Schulen der Kaderathleten und dem Bundesstützpunkt.

Schulische Leistungen spielen wichtige Rolle

„Ein gutes Zeitmanagement ist absolut entscheidend für Leistungssportler auf dem Weg zum Profi“, erklärt Kohl.

Philipp Schmoll, Mika Bauknecht, Max Rauh, Aleksandr Sevkovych, Julius Großner, David Brand und Noah Bouagaa hören dem ehemaligen Volleyballprofi aufmerksam zu.

Neben der sportlichen Entwicklung spielt auch die schulische Ausbildung eine wichtige Rolle. „Am Bundesstützpunkt wird viel Wert daraufgelegt, dass neben der sportlichen Ausbildung die schulischen Leistungen stimmen“, sagt Stützpunktleiter Ralf Hoppe.

Für die jungen Sportler bedeutet das, neben Schule, Training und Freizeit ausreichend Zeit zum Lernen einzuplanen.

Jahreskalender hilft bei der Planung

Eine einfache Methode, um den Überblick über anstehende Termine zu behalten, ist ein Jahreskalender.

„Hängt euch einen Jahreskalender über den Schreibtisch“, rät Fabian Kohl.

Julius Großner setzte den Tipp nach dem ersten Workshop-Tag direkt um. Der 17-jährige Neuzugang hat dabei festgestellt, wie hilfreich eine langfristige Planung sein kann: „Man hat einen guten Überblick und sieht, in welchen Wochen es knifflig mit Klausuren und vielen Spielen wird.“

Ergänzend empfiehlt Kohl einen Wochenplan, in dem feste Lernzeiten von Anfang an berücksichtigt werden.

Auch die Gestaltung des Arbeitsplatzes spielt eine Rolle. Ein aufgeräumter Schreibtisch ohne unnötige Ablenkungen soll konzentriertes Lernen erleichtern. „Lasst das Handy am besten in der Küche“, empfiehlt Kohl den Nachwuchssportlern.

Leistungssport kann auch beruflich Vorteile bringen

Am Graf-Zeppelin-Gymnasium erlebt Kohl immer wieder, dass sich die Leistungsbereitschaft aus dem Sport auch auf die schulische Ausbildung überträgt.

„Nicht wenige YoungStars machen ihr Abitur mit einem Einser-Schnitt“, berichtet Stützpunktleiter Ralf Hoppe.

Auch wenn der Berufseinstieg durch die sportliche Karriere möglicherweise später erfolgt als bei Menschen ohne leistungssportlichen Hintergrund, muss das nach Einschätzung von Kohl kein Nachteil sein.

„Bei vielen Arbeitgebern sind ehemalige Leistungssportler sehr gefragt – unter anderem wegen ihres Zeitmanagement“, gibt er den jungen Volleyballern mit auf den Weg.

Als Beispiele nennt er Max Günthör und Simon Tischer, die nach ihrer sportlichen Karriere bei heimischen Großunternehmen schnell verantwortungsvolle Positionen übernommen haben.

(Quelle: Volley YoungStars Friedrichshafen)