Großprojekt für den Bildungsstandort Friedrichshafen investiert 34,5 Millionen in Schule

Friedrichshafen investiert 34,5 Millionen in Schule
Im Fallenbrunnen 18 – das U-förmige Gebäude in der Bildmitte – soll bis voraussichtlich Ende 2029 die neue Albert-Merglen-Schule plus Kita und Sporthalle entstehen. (Bild: Felix Kästle)
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Der Gemeinderat Friedrichshafen hat den Baubeschluss für die neue Albert-Merglen-Schule im Fallenbrunnen gefasst. Bis 2029 sollen dort auch eine Kita und eine Sporthalle entstehen.

Das ehemalige Kasernengebäude Fallenbrunnen 18 soll umfassend saniert und umgebaut werden. Geplant ist ein Bildungsstandort mit einer vierzügigen gebundenen Ganztagsgrundschule und einer fünfgruppigen Ganztagskindertagesstätte. Im Innenhof soll zudem eine neue Sporthalle entstehen.

Für das Gesamtprojekt sind voraussichtliche Investitionskosten von 34,5 Millionen Euro vorgesehen.

„Dieses Projekt wird die größte Investition der kommenden Jahre – und das völlig zurecht, gerade auch in einer finanziell angespannten Lage“, erläuterte Oberbürgermeister Simon Blümcke. „Wir stehen mit diesem Projekt im Wort bei den zukünftigen Schülerinnen und Schülern, den Eltern und der Bevölkerung: Die Albert-Merglen-Schule am neuen Standort findet breite Unterstützung und ist gewollt. Bei allen Herausforderungen, die bei diesem komplexen Bauprojekt noch vor uns liegen, ist die heutige Entscheidung ein wichtiges Signal für den Bildungsstandort Friedrichshafen und zeigt: Bildung hat in den nächsten Jahren Priorität und wird zur wesentlichen Aufgabe unserer Stadt.“

Schule und Kindertagesstätte unter einem Dach

Die Albert-Merglen-Schule soll überwiegend im südlichen und östlichen Gebäudeflügel untergebracht werden. Für die Kindertagesstätte sind die ersten beiden Geschosse des nördlichen Flügels vorgesehen.

Die Schule erhält Klassenräume, Differenzierungsräume, Ganztags- und Projekträume sowie eine Mensa mit Ausgabeküche. Die Mensa im Dachgeschoss soll auch für schulische Veranstaltungen genutzt werden können. Die fünfgruppige Ganztagskindertagesstätte erhält einen direkten Zugang zu ihrem Außenbereich.

Neue Sporthalle auch für Vereine nutzbar

Im Innenhof ist eine Einfeldsporthalle mit einer Spielfeldgröße von 15 mal 27 Metern und einer lichten Höhe von 5,50 Metern geplant.

Die Halle erhält Umkleideräume und einen vom Schulgebäude unabhängigen Zugang. Dadurch kann sie außerhalb der Schulzeiten auch von Vereinen genutzt werden.

Das Dach soll begrünt und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden. Ein Teil der Südfassade ist als Boulderwand vorgesehen.

Kasernengebäude wird umfassend saniert

Die vorhandene Rohbausubstanz des ehemaligen Kasernengebäudes kann weitgehend erhalten bleiben. Wegen erheblicher Schäden an der Dachkonstruktion muss der Dachstuhl jedoch vollständig zurückgebaut und ersetzt werden. Auch die technischen Gebäudeanlagen werden grundlegend erneuert.

Die Sanierung umfasst unter anderem die energetische Ertüchtigung der Gebäudehülle, neue Fenster und Außentüren sowie die Erneuerung der Innenräume. Hinzu kommen Maßnahmen für Brandschutz und Barrierefreiheit.

Sowohl das Bestandsgebäude als auch die neue Sporthalle sollen barrierefrei werden. Für den Schul- und den Kitabereich ist jeweils ein Aufzug vorgesehen.

Beim Bestandsgebäude wird der energetische Standard Effizienzgebäude 55 angestrebt, bei der Sporthalle der Standard Effizienzgebäude 40. Die Wärmeversorgung soll über das Fernwärmenetz im Fallenbrunnen erfolgen. Schule und Kindergarten erhalten Fußbodenheizungen.

Finanzierung: Stadt rechnet mit Fördermitteln

Von den geplanten Gesamtkosten in Höhe von 34,5 Millionen Euro entfallen voraussichtlich 29,5 Millionen Euro auf die Sanierung und den Umbau des Gebäudes für Schule und Kindertagesstätte. Weitere fünf Millionen Euro sind für den Neubau der Sporthalle veranschlagt.

Die nutzungsbezogene Erstausstattung für Schule und Kindertagesstätte ist in diesen Kosten noch nicht enthalten.

Zur Finanzierung rechnet die Stadt mit verschiedenen Fördermitteln:

  • Schulbau: Landesförderung in Höhe von voraussichtlich fünf Millionen Euro.
  • Sportstättenförderung: 270.000 Euro können beantragt werden.
  • Kindertagesstätte: 1,9 Millionen Euro sollen aus dem Fördertopf für das Sanierungsgebiet Fallenbrunnen abgerufen werden.
  • Sondervermögen für Infrastrukturinvestitionen (LuKIFG): 14,66 Millionen Euro sollen für den Schulbau und 3,98 Millionen Euro für den Sportstättenbau abgerufen werden.

Baubeginn für Ende 2027 geplant

Mit dem Baubeschluss hat der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, die weiteren Schritte zur Umsetzung einzuleiten und die erforderlichen Verträge abzuschließen.

Die Genehmigungsplanung und das Bebauungsplanverfahren sind für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Im selben Zeitraum sollen Planung, Ausschreibung und Vergabe der Vorabmaßnahmen beginnen.

Die Vorabmaßnahmen sollen vom vierten Quartal 2026 bis zum dritten Quartal 2027 umgesetzt werden. Die Werkplanung ist vom vierten Quartal 2026 bis zum vierten Quartal 2027 vorgesehen. Die Vergabepakete sind für das Jahr 2027 geplant.

Die eigentliche Bauzeit ist derzeit vom vierten Quartal 2027 bis zum vierten Quartal 2029 angesetzt.

Fledermausquartiere könnten Zeitplan beeinflussen

Eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung des Projekts ist die Einhaltung der artenschutzrechtlichen Anforderungen im Bebauungsplanverfahren. Dabei spielen insbesondere die vorhandenen Fledermausquartiere eine Rolle.

Das Artenschutzkonzept sieht vor, während der Bauphase ein Ausweichquartier zu schaffen. Nach Abschluss der Arbeiten sollen die Fledermäuse in neu geschaffenen Quartieren im wiederaufgebauten Dachstuhl wieder angesiedelt werden.

Für den weiteren Projektablauf sind die Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde und die erfolgreiche Weiterführung des Bebauungsplanverfahrens erforderlich.

Verzögerungen könnten sich auf den geplanten Baubeginn, die Fertigstellung, die Kosten und die Förderfristen auswirken. Weitere Kosten- und Terminrisiken bestehen durch mögliche zusätzliche Maßnahmen am Tragwerk sowie durch Bodenbelastungen, Schadstoffe und Kampfmittel.

Weitere Informationen und sämtliche Vorlagen zu den öffentlichen Sitzungen des Gemeinderates und der Ausschüsse sind unter www.sitzungsdienst.friedrichshafen.de  abrufbar.

(Quelle: Stadt Friedrichshafen)