Der Gemeinderat bringt den Breitbandausbau in unterversorgten Bereichen von Biberach auf den Weg. Rund 737 Hausanschlüsse sollen in den kommenden Jahren einen Glasfaseranschluss erhalten.
Der Ausbau der Breitbandversorgung in unterversorgten Gebieten der Stadt wird nach aktueller Planung rund 24,2 Millionen Euro kosten. Grundlage ist eine überarbeitete Breitband-Masterplanung, die im Bauausschuss vorgestellt wurde. Nach Abzug der Fördermittel von Bund und Land verbleibt für die Stadt ein Eigenanteil von rund 2,7 Millionen Euro.
Aktualisierte Planung für Glasfaserausbau
Eine erste Breitband-Masterplanung wurde bereits 2017 erstellt. Sie ist nun überarbeitet worden und bildet die Grundlage für die Ausschreibung eines Generalübernehmers zum Ausbau sogenannter weißer Flecken mit weniger als 30 Mbit/s sowie hellgrauer Flecken mit 30 bis 100 Mbit/s.
Patrick Burger von der Firma Geodata erläuterte im Bauausschuss die aktualisierte Planung. Bestandteil ist auch ein neues Markterkundungsverfahren, bei dem Telekommunikationsunternehmen ihr Interesse am Breitbandausbau anmelden konnten. Die erneute Abfrage wurde erforderlich, weil die Stadt den Netzbetrieb für hellgraue Flecken aufgrund rechtlicher Unsicherheiten neu ausschreibt.
Im Vergleich zur Erhebung aus dem Jahr 2021 ergaben sich nur wenige Änderungen. Eine Ausnahme bildet Ringschnait: Dort stieg die Zahl der förderfähigen Hausanschlüsse von bislang 132 auf nun 334. „Ein deutlich größerer Anteil der Bürgerschaft wie auch der Unternehmen in Ringschnait werden vom geförderten Ausbau profitieren“, sagte Patrick Burger. Zwar steigen dadurch die Ausbaukosten, gleichzeitig erhöhen sich aber auch die Fördermittel.
737 Hausanschlüsse erhalten Glasfaser
Das Ausbaukonzept umfasst förderfähige weiße und hellgraue Flecken, Schulen sowie Gewerbegebiete. Vorgesehen ist ein rund 68,5 Kilometer langes Glasfasernetz für insgesamt 737 Hausanschlüsse. Der Großteil entfällt mit 508 Anschlüssen auf hellgraue Flecken.
Leerrohre und Glasfaserleitungen werden bis in die Gebäude verlegt. Für Eigentümer ist der Hausanschluss auf Grundlage eines Gemeinderatsbeschlusses aus dem Jahr 2024 grundsätzlich kostenlos.
Als Beispiele für die geplanten Ausbaugebiete nannte Burger Hagenbuch, wo sämtliche Wohn- und öffentlichen Gebäude berücksichtigt werden. Gleiches gilt für die Stafflanger Ortsteile Eichen und Eggelsbach sowie die Mösmühle. Förderfähig bleiben außerdem mehrere Gewerbegebiete in der Kernstadt, unter anderem entlang der Bleicherstraße und der Freiburger Straße.
Bei laufenden Bauprojekten wird der Breitbandausbau bereits mit eingeplant. Dazu zählen der Ausbau des Hagenbucher Wegs, die Sanierung des Ringschnaiter Stadtbergs sowie die B30-Querung bei Mettenberg.
Ausschreibungen starten als Nächstes
Im nächsten Schritt schreibt die Stadt den Netzbetrieb für hellgraue Flecken sowie die Planungs- und Bauleistungen aus. Gesucht wird ein Generalübernehmer, der zunächst die Genehmigungs- und Ausführungsplanung erstellt. Zusätzlich soll eine Bauherrenvertretung die Stadt unter anderem bei der Prüfung von Planungsunterlagen und Rechnungen unterstützen.
Der Bauausschuss stimmte dem Beschlussvorschlag der Verwaltung bei vier Gegenstimmen aus der CDU-Fraktion zu. Der Gemeinderat fasste den Baubeschluss schließlich mit sechs Gegenstimmen.
Nach den anstehenden Ausschreibungen rechnet die Verwaltung frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027 mit dem Baubeginn. Der Breitbandausbau soll anschließend etwa zwei bis drei Jahre dauern.
(Quelle: Stadt Biberach)